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04.10.2009

Die Trauer gemeinsam bewältigen

Günzburg Wenn ein Mensch stirbt, denn bricht für die Angehörigen oftmals eine Welt zusammen. Einsamkeit, Alleinsein - der Platz des Fehlenden kann meist nicht so einfach ersetzt werden. Welche Hilfen es zur Bewältigung der Trauer gibt, darüber reden Anna-Elisabeth Barth und Margret Färber, ausgebildete Trauerbegleiterinnen des Raphael Hospiz Vereins, mit Betroffenen und Interessierten bei einem Informationsabend am Freitag im Pfarrheim St. Martin in Günzburg. Die beiden Initiatorinnen sprechen von einer erfolgreichen Arbeit der bisherigen Trauergruppen.

"Trauernde gehen sehr unterschiedlich mit dem Verlust der Angehörigen um", sagt Anna-Elisabeth Barth und betont, dass die verschiedenen Arten zu trauern von der Gesellschaft stärker respektiert werden müssten. Dem Umfeld der Menschen fehle zu oft das Verständnis für die schwere Zeit.

"Verwandte erwarten oft, dass der Mensch nach zwei bis drei Monaten wieder wie vorher funktioniert", erläutert Barth ihre Erfahrungen mit den Trauernden. Die Gruppe biete hingegen die Möglichkeit, sich in einem geschützten Raum auf die Trauer einzulassen und mit Anderen, die einen Verlust zu beklagen haben, ins Gespräch zu kommen. "Wichtig ist für uns alle, zu akzeptieren, dass uns kein Urteil über die Art und Weise der Trauer zusteht", sagt Margret Färber. Sie erklärt, dass sie die Trauer mit den Gezeiten vergleiche - es könne durchaus auch fröhliche Momente innerhalb einer längeren Trauer geben. Auch diese seien wichtig für die Bewältigung. Aber die schweren Momente könnten wiederkehren. Der Trauernde müsse lernen, angemessen mit dem Verlust umzugehen, um auch damit leben zu können. In aller Ruhe, ohne Druck und Zwang von außen.

Gemeinsam falle ein solcher Umgang leichter, sind sich Barth und Färber einig. In der Vergangenheit habe die Arbeit der Gruppe immer wieder zu Erfolgserlebnissen geführt. "Die Menschen sind sich anfangs oft unsicher - das hat dann mit der Zeit abgenommen", erläutert Barth. Jeder Erwachsene sei willkommen, sagt Margret Färber: "Wir legen Wert darauf, dass hier Witwen und Witwer genauso Platz haben, wie auch Mütter und Väter, die um ein Kind trauern oder Erwachsene, die um ihre verstorbenen Eltern trauern."

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"Was ist jetzt noch normal?", "Der Glaube: Worauf hoffe ich?", "Die Sehnsucht nach einem ganz besonderen Menschen" lauten feste Programmpunkte der Gruppe, die sich ab Freitag, 9. Oktober, im Sozialzentrum in der Zankerstraße in Günzburg trifft.

Beginn der Trauergruppe ist Freitag, 9. Oktober, um 18 Uhr (Info-Abend), im Sozialzentrum in der Zankerstraße 1a in Günzburg. Der Kostenbeitrag für die zehn Abende, die dann ab 22. Oktober jeweils donnerstags stattfinden, beträgt 40 Euro. Informationen und Anmeldung über Telefon (08221) 367 616.

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