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Freihalden

13.09.2019

Die Umtriebigen aus Freihalden

Krieger- und Soldatenverein Freihalden
2 Bilder
Die Wallfahrt nach Allerheiligen, wie hier in den 1960ern, ist Tradition beim Krieger- und Soldatenverein Freihalden.
Bild: Peter Wieser

Seit 100 Jahren gibt es den Krieger-und Soldatenverein. Der präsentiert sich alles andere als veraltet oder unmodern. Auch viele junge Mitglieder sind aktiv dabei.

Freihalden „Freihalden“ und „Gegründet 7.XII.1919“, so steht es auf der Vereinsfahne. Schön ist sie – Fahnenträger Manfred Mayer hat da schließlich ein Auge darauf. Es ist die Original Fahne aus dem Jahr 1920. Am morgigen Samstag feiert der Krieger- und Soldatenverein Freihalden sein 100-jähriges Bestehen. Unter dem Wahlspruch „In treuer Kameradschaft“ hatten sich damals die aus dem ersten Weltkrieg heimgekehrten Soldaten auf die Initiative von Max Schmid und Philipp Hofmiller beim „Oberen Wirt“ zum Veteranen- und Soldatenverein zusammengeschlossen.

Ein in Leder gebundenes Exemplar, in dem die Statuten aufgezeichnet sind, wie auch die Gründungsniederschrift in altdeutscher Schreibschrift existieren heute noch. „Es ist alles da, wir können es halt nur nicht so gut lesen“, sagt Schriftführer Hans Mayer scherzend.

Die erste Fahne gab es fünf Monate nach der Gründung

Bereits fünf Monate nach seiner Gründung hatte der Verein seine eigene Fahne und er war damals schon recht rührig. Heute ist er das erst recht. Und wer einen Krieger- und Soldatenverein als einen altmodischen Verein sieht, der ist bei den Freihaldenern fehl am Platz. Ob beim jährlichen Maifest oder vor kurzem beim Donautal-Radelspaß zusammen mit den anderen Vereinen: Der Krieger- und Soldatenverein Freihalden bringt sich stets im kulturellen Leben ein und nimmt an sämtlichen kirchlichen und weltlichen Festen im Ort teil.

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Kurzum: Er zeigt Präsenz und ist fester Bestandteil im Dorf. Bei der Sanierung des 1958 errichteten Ehrenmals bei der Kirche, das damals gerade noch rechtzeitig zum Volkstrauertag fertig wurde, hat der Verein nicht nur mitgewirkt, sondern zugleich auch noch einen größeren Betrag gespendet. Sowohl bei der Kirchenrenovierung wie auch bei anderen Gelegenheiten, bei denen man sich einbringen konnte, war er mit dabei.

Die Vereinsmitglieder kümmern sich um die Feldkreuze in Freihalden

Die Mitglieder kümmern sich um die Feldkreuze um Freihalden und auch die Hirschsprungtafel – sie erinnert an den gewaltigen Sprung des Hirsches, den Adam Settele 1629 erlegen wollte – haben sie auf Vordermann gebracht.

Jedes Jahr im Mai nimmt der Krieger- und Soldatenverein zusammen mit rund 30 anderen Soldatenvereinen an der Kriegerwallfahrt zur Wallfahrtskirche Allerheiligen teil. „Beim „Holga-Wirt“ sind wir dann immer die letzten, die heimgehen“, verrät Bernhard Bigelmayr, der die Fahne begleitet, schmunzelnd.

Überhaupt ist der Verein recht umtriebig. Einmal im Jahr, im Frühjahr, organisiert er eine Schrottsammlung. Wenn die Nachfrage da ist, im Herbst manchmal auch eine zweite. Ein Teil des Erlöses wird dann immer dem Ars-Komitee gespendet. Ars ist die französische Partnergemeinde von Freihalden. „Wir beten zuvor immer, dass der Schrottpreis steigt“, sagt Kassierer Norbert Schmid mit einem Lachen und fügt hinzu: Der Mitgliedsbeitrag im Jahr betrage ja nur vier Euro.

"Bei uns schwätzen auch die Jungen mit"

Von den 130 Mitgliedern sind etwa 20 Prozent in einem Alter zwischen 18 und 30 Jahren. „Bei uns schwätzen schon auch die Jungen mit“, sagt Johann Färber, der Vereinsvorsitzende. Die müsse man geradeso in den Vorstand mit einbinden. Man müsse immer wieder auf die Jüngeren zugehen, so sieht es auch Norbert Schmid. In einem Biergarten habe er einmal gleich zwölf Stück auf einmal als neue Mitglieder gewinnen können. Wie sieht das die jüngere Generation, warum ist man Mitglied in einem Krieger- und Soldatenverein?

Patrick Langenmair, 24, und seit wenigen Tagen das 130. Mitglied sagt: „Man muss die Traditionen doch aufrechterhalten.“ Johannes Weber, 33, fügt hinzu: „Das, was einmal war, darf nicht in Vergessenheit geraten.“ Somit wird auch weiterhin das Ziel sein: „Wir wollen aufrechterhalten, was unsere Väter und Großväter in den beiden Weltkriegen miterleben mussten“, betonen die Mitglieder.

Am Samstag wird gefeiert

Das Jubiläum wird am morgigen Samstag groß gefeiert. Nach der Aufstellung der Vereine um 17 Uhr am Ehrenmal bei der Kirche wird der Krieger- und Soldatenverein Freihalden einen Kranz niederlegen. Nach einem Festzug zum Sportheim findet dort um 18 Uhr ein Gedenkgottesdienst statt, den Pfarrer Monsignore Wolfgang Miehle halten wird. Beim Festabend mit anschließendem Weinfest wird es zahlreichen Ehrungen geben. Für die Bewirtung sorgt der Sportverein, die Musikkapelle Freihalden-Oberwaldbach wird das Jubiläum musikalisch begleiten.

Weinfeste hatte der Krieger- und Soldatenverein Freihalden übrigens schon in den Jahren von 2000 bis 2007 organisiert und dafür mitten im Dorf einen Stadel hergerichtet. Ein bisschen umtriebig war er ja schon immer und das wird er wohl auch weiterhin sein.

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