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09.06.2009

Die Zukunft gehört dem Einweg

Burgau (AZ) - Für Handel und Brauereien sind Einweggetränkeverpackungen künftig die bessere Alternative für den bundesweiten Verkauf - sowohl unter ökonomischen als auch unter ökologischen Gesichtspunkten. Zu dieser Erkenntnis kommt die jüngste Studie des Burgauer Beratungsunternehmens CIS OHG mit dem Titel "Die Zukunft des Gebindemarktes".

Laut Studie verspricht insbesondere die Getränkedose ein wachsendes Zusatzgeschäft und ist gleichzeitig das umweltfreundlichste Einweggebinde. Dagegen schwinden die Umweltvorteile von Mehrweg zunehmend. Grund dafür sind jüngste Marktentwicklungen, aber auch die Änderung der EU-Verpackungsgrößen-Verordnung vom April. Eine weitere gesetzliche Unterstützung des Mehrwegsystems ist daher kaum zu erwarten, teilten die Geschäftsführer Robert und Pierre Sauer mit.

Auf der Grundlage einer umfassenden Analyse neuer Marktdaten sowie der Erhebung und Auswertung weiterer empirischer Daten untersucht die Studie Trends bei der Vermarktung von Bier in den verschiedenen Vertriebsschienen. Berücksichtigt wurden dabei wirtschaftliche, logistische, ökologische und politische Faktoren. "Unser Ziel war es, mithilfe dieser Analyse Trends aufzuzeigen und konkrete Handlungsempfehlungen für die Branche zu erarbeiten", erklären die Autoren der Studie, Robert und Pierre Sauer von der CIS OHG. "Diese Empfehlungen sollen den Unternehmen dabei helfen, ihre Verpackungsstrategie an den künftigen Marktanforderungen auszurichten."

Mehrweg erreicht kaum noch die gebotenen Umlaufzahlen

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Mehrweg-Getränkeverpackungen sind prinzipiell sehr umweltfreundlich - vorausgesetzt, sie erreichen eine bestimmte Umlaufzahl, also eine bestimmte Häufigkeit der Wiederverwendung, und werden nicht über weite Strecken transportiert. Genau diese Voraussetzungen werden aber immer häufiger nicht mehr erfüllt, denn aufgrund der zunehmenden Vielfalt an individuellen Flaschen und Kästen können Umlaufquoten nicht mehr erreicht und Mehrwegsysteme nicht mehr rentabel betrieben werden. Doch gerade in einem wirtschaftlich schwierigen Umfeld sehen sich immer mehr Brauer vor der Notwendigkeit, ihre Verpackungen weiter zu individualisieren, um ihre Marken vom Wettbewerb zu differenzieren. Die Aufhebung der Beschränkungen bei den Verpackungsgrößen durch die EU seit April dieses Jahres wird den Trend weiter verstärken.

"Im nationalen Vergleich schneidet ein Einwegsystem ökologisch besser ab als ein nicht funktionierendes Mehrwegsystem", so das Fazit der Autoren. "Ein wichtiger Faktor ist dabei, dass in den vergangenen Jahren die Mehrwegquote kontinuierlich gesunken ist, aber die Recyclingraten bei Einweggetränkeverpackungen durch die Bepfandung gestiegen sind."

Unter den Einwegverpackungen - Glas, PET, Metall - schneiden Getränkedosen aus Aluminium und Stahl ökologisch am besten ab, ergab die Untersuchung. Bei einer Betrachtung der Gesamtumweltbelastung der Verpackungen in ihrem Lebenszyklus - von der Herstellung über den Transport bis hin zu Recycling und Bierproduktion - erreichen Getränkedosen die besten Werte, ganz gleich, ob es um den CO2-Ausstoß, den Wasserverbrauch, die Luftversauerung oder die Erderwärmung geht.

Um einerseits Verluste im Mehrweg auszugleichen und andererseits ein ertragreiches Zusatzgeschäft zu generieren, haben sich in den vergangenen Jahren immer mehr Händler und Abfüller für die Dose entschieden. Die Getränkedose verzeichnet daher seit 2006 das größte Wachstum im Bierkernmarkt.

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