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13.11.2019

Die andere Seite des Arbeitsmarktes

Der DGB kritisiert, dass zu viele befristet eingestellt werden

Im vergangenen Jahr waren im Landkreis Günzburg 41,3 Prozent aller Neueinstellungen befristet. Dies hat eine Studie der Arbeitsmarktexperten des Deutschen Gewerkschaftsbundes ergeben. Für den DGB-Kreisvorsitzenden Werner Gloning kommt damit eine Kehrseite des regionalen Arbeitsmarktes zum Vorschein, die gerne verschwiegen wird.

Befristete Einstellungen bedeuten, dass die betroffenen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer nach dem Ablauf der Befristung im Hinblick auf eine Weiterbeschäftigung der Willkür des Arbeitgebers ausgeliefert sind, so Gloning.

Wenn sie sich gewerkschaftlich engagiert haben, wenn sie Überstunden verweigert haben, zum Beispiel aus familiären Gründen, oder selbst wenn sie nur ihnen zustehende Rechte eingefordert haben, verringere das ihre Chancen, nach Ablauf der Befristung dauerhaft übernommen zu werden massiv. Selbst dann, wenn ihre Arbeitsleistungen zu keinerlei Beanstandungen Anlass gegeben hätten. „Mit Sozialstaat hat das“, so Werner Gloning, „nichts zu tun“. Für die stellvertretende DGB-Kreisvorsitzende Gabi Brenner ist es bezeichnend für den Arbeitsmarkt im Landkreis, dass Frauen von den prekären Arbeitsverhältnissen erheblich stärker betroffen seien als Männer. Im Berichtszeitraum 2018 waren der Gewerkschaftsfunktionärin zufolge „nur“ 36 Prozent Männer von den befristeten Einstel-lungen betroffen, gleichzeitig aber 48,4 Frauen. Noch dramatischer sei die Lage bei Jugendlichen unter 25 Jahren. Hier sei mehr als die Hälfte aller Neueinstellungen 2018, nämlich 51,8 Prozent, nur befristet erfolgt. Für Gabi Brenner ein Zustand, der dringend geändert werden muss. (zg)

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