Newsticker
Söder: Müssen auf Dauer über "Sonderoptionen" für Geimpfte reden
  1. Startseite
  2. Lokales (Günzburg)
  3. Die fleißigen Frauen vom Krippencafé

Wettenhausen

09.01.2016

Die fleißigen Frauen vom Krippencafé

Sie organisieren das Krippencafé in Wettenhausen: Brigitte Ederle (links) und Hermine Kircher.
Bild: Manuela Bauer

Die Besucher der Klosterkrippe in Wettenhausen freuen sich jedes Jahr über Hunderte Kuchen. Dahinter stecken 55 Bäckerinnen – sie alle engagieren sich für einen guten Zweck.

Krippenschauen macht hungrig. Das merken die Wettenhauser Frauen in diesen Tagen ganz deutlich. Ihr Krippencafé im Klosterhof läuft wunderbar. Und die Kuchenproduktion auch.

Jedes Jahr kommen etwa 2000 Menschen zu der großen Simultankrippe, die mehr als 100 Jahre alt ist und zwischen Weihnachten und Mariä Lichtmess im ehemaligen Pferdestall des Wettenhauser Klosters ausgestellt ist. Und in früheren Jahren hatten viele Besucher gefragt: Gibt’s denn hier keinen Kaffee? Das brachte Brigitte Ederle und Hermine Kircher auf die Idee: Im mittlerweile fünften Jahr organisieren sie nun das Krippencafé. Sie haben mit vielen Helfern das Mühlenstüble – dort, wo früher die Knechte aßen – gemütlich hergerichtet und servieren an jedem Ausstellungstag zu günstigen Preisen Getränke und Kuchen. Das schaffen die beiden Frauen natürlich nicht allein: Fleißige Bäckerinnen aus dem Kammeltal liefern jeden Tag frisch gebackene Torten. 55 Frauen haben in der vergangenen Krippensaison 275 Kuchen gebacken, berichtet Hermine Kircher nach einem Blick in ihr Notizbuch stolz. Und dafür müssten sie nicht mal betteln, erzählt Brigitte Ederle: Schon am ersten Öffnungstag hätten dieses Mal 15 Frauen eine Torte vorbei gebracht – ganz ohne Vorplanung.

Ums Herrichten, Bedienen und Abspülen kümmern sich Brigitte Ederle (die viele Jahre in der Klosterküche gearbeitet hat) und Hermine Kircher (der der Lebensmittelladen im Dorf gehört) – 38 Tage hintereinander, jeden Tag etwa acht Stunden lang. Wobei sie selber bescheiden sein wollen und betonen: Ohne die Kuchenbäckerinnen ginge es nicht. Deren Zeit und Zutaten geben sie als Spende. Denn der komplette Erlös des Krippencafés kommt dem Kaisersaal zugute. Und das sind mehrere Tausend Euro pro Saison. „Wenn wir jeden Tag sechs bis acht Torten vom Konditor kaufen müssten, dann bliebe kein Geld übrig“, sagt Hermine Kircher.

Dass es in Wettenhausen so feinen Kuchen gibt, das hat sich mittlerweile herum gesprochen. Mehrere Ausflugsgruppen und Vereine machen dort Station. Sie kommen mit Bussen bis aus dem Allgäu und dem Schwarzwald. „Und manche gehen sogar erst ins Café“, erzählt Brigitte Ederle und schmunzelt: „Die sagen: Die Krippe kennen wir ja schon, jetzt wollen wir erst Kuchen essen.“

Im Mühlenstüble gibt es etwa 50 Plätze. Manchmal wird es ganz schön eng, da kommen mehr als 300 Gäste am Tag. Für Busgruppen gibt es sogar noch einen extra Raum – und dann wird auch das Back- und Bedienpersonal aufgestockt. Ehrenamtlich natürlich.

Das Krippencafé ist noch bis Mariä Lichtmess geöffnet. Vielleicht sogar zum allerletzten Mal, sagt Hermine Kircher. Denn in der Kloster Entwicklungs GmbH wird ja gerade ein Nutzungskonzept für das Klosterareal erarbeitet, und ein großer Wunsch ist eine Gaststätte. „Das wäre schon gut“, findet Kircher. „Gastronomie gehört zu einem Kloster doch irgendwie dazu.“ Und mit ihrem Krippencafé beweisen die Frauen, dass das die Besucher in Wettenhausen genauso sehen.

Die Klosterkrippe und das Krippencafé sind noch bis Dienstag, 2. Februar, täglich von 13.30 bis 17 Uhr geöffnet.

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren