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Waldkirch

21.06.2017

Die ganze Schützen-Familie trägt Trauer

Talent und Nervenstärke brachte Michael Frei (hier beim Bundesliga-Finale 2017 in Paderborn) ein, wann immer er für die Waldkircher Luftpistole-Mannschaft antrat.
Bild: Jan Kubica

Luftpistole-Ass Michael Frei und seine Freundin sterben nach einem Motorrad-Unfall.

Es sollte ein unbeschwerter Sonntagsausflug mit dem Motorrad werden. Der 19-jährige Michael Frei aus Jettingen, Bundesliga-Schütze beim SV Waldkirch, war zusammen mit seiner 21-jährigen Freundin Richtung Bodensee unterwegs. Kurz vor 12 Uhr geschah in der Nähe von Laupheim das Unfassbare: Nach Polizeiangaben stürzte das Paar aus bislang unbekannten Gründen während der Einfahrt auf die B30, Fahrer und Sozia schlitterten auf die Durchgangsfahrbahn, wurden dort von einem Auto erfasst und schwerst verletzt. Trotz Bergung mit dem Rettungshubschrauber und aller ärztlicher Bemühungen starben die beiden einige Stunden später im Krankenhaus.

Einsilbig und fühlbar um Fassung bemüht bemerkte Peter Weigelt, Teammanager des SV Waldkirch: „Ich bin sprachlos. Da weiß man einfach nicht, was man sagen soll.“ Auf der Facebook-Seite der Deutschen Schützen-Bundesliga hieß es derweil: „Wir trauern um ein unersetzliches Mitglied der Bundesliga-Familie.“

Die größte Stunde seiner Sportler-Laufbahn erlebte Frei im Februar 2016. Zwei Mal hintereinander war er zuvor mit den Waldkircher Pistoleros aufgestiegen, nun stand er mit dem Team des krassen Außenseiters plötzlich in der Endrunde um die Deutsche Meisterschaft. Im Halbfinale schließlich wurde der Youngster auf Position fünf zum Zünglein an der Waage, denn im Duell mit der Berlinerin Josefin Eder präsentierte sich Frei nervenstark wie nie: Seine 385 Ringe bedeuteten Saisonbestleistung und brachten den SV Waldkirch ins Finale. Dort schafften die Schwaben die Sensation, schlugen den SV Kriftel 3:2 – und waren Deutsche Mannschaftsmeister.

Fast auf Anhieb ein Platz in der ersten Mannschaft

Auch heuer stand der Jettinger im Waldkircher Team, das als Titelverteidiger bei der Endrunde in Paderborn Vierter wurde. Erneut gewann er sein Halbfinal-Duell, konnte damit aber die 2:3-Niederlage seiner Mannschaft gegen Kriftel nicht verhindern.

Zum Schießen kam der am 22. Januar 1998 geborene Michael Frei bei seinem Heimatverein SV Jettingen. Als 15-Jähriger schloss er sich den Waldkirchern an und hatte fast auf Anhieb einen Platz in der ersten Mannschaft. „So talentiert und gut war der“, bemerkte Weigelt im Rückspiegel. Freis sportliche und menschliche Beiträge zum Doppel-Aufstieg und zum Titelgewinn der Waldkircher „LPone“ waren nach Einschätzung des Teammanagers immens.

Gestern Abend kamen die Waldkircher Schützen zusammen, um ihre Trauer zu teilen und die Sache aufzuarbeiten. Ihre Gedanken hatten sie dabei bei den Familien und Freunden der beiden so jung Verstorbenen.

Auf die Tragödie reagiert hat unterdessen die Marktgemeinde Jettingen-Scheppach. Ihre für Freitag geplante, offizielle Bürger- und Sportlerehrung (auch Frei hätte dabei eine Auszeichnung erhalten) wurde abgesagt. „Aus Achtung vor den Verunglückten und der Familie“, wie es in einem von Bürgermeister Hans Reichhart gezeichneten Schreiben heißt. Im Herbst wird die Würdigung nachgeholt.

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