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Terrorismus

13.11.2013

Die missbrauchte Religion

Berufsschulleiter Wolfgang Kiesecker bei der Ausstellungseröffnung „Die missbrauchte Religion – Islamisten in Deutschland“.
Bild: Helmut Kircher

Ausstellung über Islamisten in Deutschland in der Günzburger Berufsschule eröffnet

Günzburg Das Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV) als Ausstellungsmacher? Ja sicher, denn bestimmte Vorkommnisse erfordern bestimmte Maßnahmen. Zum Beispiel, wenn der Verfassungsschutz über seine Aufgaben im Kampf gegen islamistische Terroristen informieren will. Seit 2006 tourt die Dokumentation „Die missbrauchte Religion – Islamisten in Deutschland“ als Wanderausstellung durch mehr als 50 Städte und ist, auf Schautafeln mit einer Flut informativer Texte, bis 19. November im Mehrzweckraum des Beruflichen Schulzentrums Günzburg für die Öffentlichkeit zugänglich. Ihr Ziel laut Pressemitteilung: Sachlich, differenziert und anschaulich über „Islamismus in Deutschland“ aufzuklären.

Manche Hürde musste genommen werden, betont in seinem Grußwort Schulleiter Wolfgang Kiesecker, um sie – jetzt in „neuer Fassung“ – nach Günzburg zu bekommen. Eine Auseinandersetzung mit dem Thema jedenfalls sei dringend nötig, äußert er sich, und fügt hinzu, dass das eine oder andere „durchaus kontrovers“ betrachtet werden könne.

Landrat Hubert Hafner sieht es, aus dem Blickwinkel freiheitlich, demokratischer Grundordnung, eher eindeutig: Der Islam werde von Islamisten regelmäßig missbräuchlich benutzt und ausgelegt, um verfassungswidrige Taten zu rechtfertigen. Die Wortsilbe „-ismus“, argumentiert er, mache den Islam zu etwas, was er ursprünglich nicht gewesen sei. Die Schautafeln belegen seine Ausführungen mit Fakten: verhinderte Terroranschläge, begangene Terroranschläge, Frankfurt, London Madrid und natürlich der 11. September 2001, New York.

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Der Integrationsbeauftragte des Landkreises, Meinrad Gackowski, gibt Einblick in den Islam als zweitgrößte Weltreligion, wirft einen regionalen Blick auf die muslimischen Mitbürger vor Ort, auf Bildung, Sprachförderung, Integration und Teilhabe am politischen Leben. Die Führung eines BfV-Beauftragten durch die Ausstellung vertieft diese Grundlagen, geht auf die Vielfalt und Verbreitung des Islam auf der Welt ein. Immer darauf bedacht, scharf zu differenzieren zwischen Religion und deren Missbrauch.

Sibylle Vocke, Referatsleiterin im Bundesamt für Verfassungsschutz, widmet sich dann voll und ganz der „nationalen Sicherheitsarchitektur“, der auf Schautafeln dokumentierten „Aufklärung über den Islamismus als einer Form des Extremismus“, oder der Frage, inwieweit die Auseinandersetzungen in Syrien und Ägypten Auswirkungen auf die Entwicklung islamistischer Aktivitäten in Deutschland haben. „Wir unterscheiden ganz klar zwischen der Weltreligion des Islam und dem Missbrauch dieser Religion für politisch-ideologische Zwecke“. Vor allem gewaltorientierte Salafisten seien es, die insbesondere bei jungen Muslimen auf Interesse und Resonanz stießen. Als Kommentar zum islamistischen Feindbild dient als Hingucker im Raum nebenan eine nachgebaute – und in einem Regionalzug der Bundesbahn verwendete – Kofferbombe.

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