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Jubiläum

20.06.2016

Die rettende Kraft der Frauen

Seit 20 Jahren ist der Waldstetter Chor jetzt gemischt, für die Gemeinschaft war das ein guter Anlass, ihren Freunden ein Jubiläumskonzert zu geben.
Bild: Gertrud Adlassnig

Seit 20 Jahren singen in der Waldstetter Chorvereinigung nicht mehr nur Männer

Auf 98 Jahre kann die Chorvereinigung Waldstetten zurückblicken, kein Anlass für ein Jubiläum. Doch die „Lebensretter“ feiern einen runden Geburtstag. Wie der Vorsitzende Anton Miller in seiner Begrüßung der Besucher zum Jubiläumskonzert verrät, waren es die Frauen, die vor 20 Jahren den im wahrsten Sinne des Wortes sanglosen Untergang des Männerchors verhindern konnten.

Dass sich Tenor, Bariton und Bass nun mit Alt und Sopran mischen mussten, war keine einfache Sache für den bereits seit mehreren Generationen bestehenden Männerchor. Die Zusammenführung hat schließlich geklappt, nachdem zunächst getrennt geprobt und auch in Konzerten getrennt gesungen wurde. Allmählich bildete sich doch ein gemeinsamer Klangkörper aus, in dem inzwischen die Damen optisch und stimmlich die Dominanz haben, weshalb Miller händeringend um neue Chormitglieder warb.

Unter ihrer Leiterin Elisabeth Demel zeigten die Waldstetter Sänger, wie viel Freude es machen kann, gemeinsam zu singen. Unterstützung erhielten sie vom Grundschulchor und dem Männergesangverein Kötz, sodass ein abwechslungsreicher Konzertabend garantiert war, der auch die Bandbreite der Chormusik zeigte. Zeitgenössische, kindgerechte Lieder von Gerhard Meyer machten den Jüngsten sichtlich Spaß. Ihre Leiterin und Pianistin des Abends, Katrin Lipowsky-Mader, hatte einen fröhlich-temperamentvollen Vortrag eingeübt.

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Auch die Waldstetter verschrieben sich dem Positiven. Ihre Begrüßung „Hallo Publikum“ erwies sich als ein gewagter und gelungener Auftakt. Immerhin war der Komponist des Stückes, Hannes Schabenberger, der stellvertretende Vorsitzende des Chorverbandes Bayerisch Schwaben, zu Gast. Mit drei Werken des zeitgenössischen Grazer Komponisten Lorenz Maierhofer unterstrich Demel ihre Stilrichtung: moderne, auch für Laien singbare Chormusik mit Gute-Laune-Effekt. Der steigerte sich mit den beiden Vorträgen des Frauenchors „Uns´re kleine Nachmusik“ und „Hochzeit der Frösche“, die den Zuhörern herzliches Vergnügen bereiteten.

Mehr Gefühl gab es dann im zweiten Teil des Konzertvortrags. Nach dem heiter-fröhlichen, erweiterten Gotthilf Fischer-Song „Sommerzeit – schöne Zeit“ setzte sich der Chor mit Grundsätzlichem auseinander: ein Rückblick auf das Leben von Peter Maffey, die Frage nach dem Wesen des Glücks und schließlich die Aufforderung „Halt mich, küss mich“ ließen die Herzen der Zuhörer nicht unberührt.

Dazwischen die Gäste aus Kötz, die unter der Leitung von Guido Thoma einen ganz anderen Weg gehen. Volkslieder, traditionelle und neue standen auf dem Programm des kraftvollen Chors, der viel Applaus einheimste für seinen frischen Vortrag. Bevor der Jubiläumsabend mit einem gemütlichen Beisammensein ausklang, zu dem die Damen des Waldstetter Chors mit Blumendekorationen und perfektem Imbiss einen wesentlichen Beitrag leisteten, waren alle Konzertbesucher aufgefordert, zur Melodie des englischen Kirchenlieds „Amazing Grace“, in ein Abschiedslied einzustimmen.

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