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Lebensmittel

06.07.2016

Die rote Glücksnudel ist immer dabei

Michael Maul vor dem Trockenschrank seiner Ein-Mann-Pastamanufaktur in Waltenhausen.
Bild: Petra Nelhübel

Die Ein-Mann-Pastamanufaktur von Waltenhausen

Wer derzeit beim Einkaufen durch die Nudelregale streift, dem kann es passieren, dass er dabei auf folienverpackte Ware trifft, bei der inmitten goldgelber Pasta eine einzelne Nudel aus der Reihe tanzt. Klein, rot und schnörkelig sticht sie aus den goldgelben Spaghetti, Spirelli oder Bandnudeln hervor. Kein Fehler in der Produktionsmaschinerie, sondern Absicht und von Hand gemacht. Wie alles, was von Michael Maul aus Waltenhausen in die Läden gelangt.

Michael Maul hat sein Handwerk von der Pike auf gelernt. Zuerst Konditor im renommierten Langenauer „Café Heinzelmann“ und danach Koch in einem Sternerestaurant in Niederstotzingen. Eine Weile betrieb er in Ulm ein eigenes Restaurant, bevor er bei einem Systemlieferanten als Konzeptberater einstieg. Später arbeitete er im Ladenbau für das „Tank & Rast“-Konzept der deutschen Autobahnraststätten. „Das war eine spannende Zeit“, erzählt Michael Maul. „Trotzdem habe ich mich irgendwann gefragt, ob es etwas gäbe, was mir noch mehr Spaß machen könnte.“

Michael Maul ist vom Fach. Hochwertige Materialien sind für ihn Grundvoraussetzung für ein einwandfreies Produkt. Das gilt für die Pastazutaten genauso wie für die Geräte, die für die Nudelherstellung zum Einsatz kommen. Keine Importware aus Kanada oder Nordamerika – für „Michels Gaumenschmau(l)s Pasta“ wird ausschließlich Hartweizen aus der Region verarbeitet. Dazu Eier vom Biohof in Salgen. Da räumt er auch mit einem weithin bekannten Vorurteil auf, wonach italienische Pasta nur ohne Ei „echt“ ist: „Auch gute italienische Pasta wird mit Ei gemacht. Nur Sparmaßnahmen brachten die Leute dazu, ihre Pasta ohne Ei herzustellen.“

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In der ehemaligen Milchküche seines Bauernhauses hat sich Michael Maul sein Ein-Mann-Unternehmen eingerichtet. Dort steht auch die Zentrifugalmühle, die durch ihre spezielle Konstruktion in der Lage ist, aus Dinkel ein so feines Vollkornmehl herzustellen, dass der fluffigste Biskuitteig damit gelingt. Sechs Stunden braucht die Mühle für 25 Kilo Dinkel, der dafür an einem Lavabasaltstein langsam aufgerieben und durch einen Luftstrom stetig gekühlt wird. So bleiben auch die wertvollen Vitamine erhalten. Der Dinkel selbst kommt von einem Biohof in Waltenhausen.

Ein gutes Produkt braucht seine Zeit. Michael Maul hat deshalb sorgsam aufeinander abgestimmte Produktionsabläufe. Tage der Pastabereitung werden unterbrochen von Tagen, die die Ware im Trockenschrank ihrer Vollendung entgegengeht. Dann kommt der Tag, an dem Michael Maul seine Pasta abwiegt, in Tüten füllt, die rote Glücksnudel in jede einzelne Packung gibt und die Tüte sorgsam verschließt. So tritt die Ware aus Waltenhausen ihren Weg in die Verbrauchermärkte an. Einer der Branchenriesen will Michels Gaumenschmaus-Pasta in sein ständiges Sortiment aufnehmen. Dafür ist noch einiges an Bürokratie zu erledigen, aber Michael Maul ist zuversichtlich. Seine Packungen mit der roten Glücksnudel werden bald vielleicht auch überregional zu haben sein.

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