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Leipheim

05.01.2018

Die ungekrönten Prinzen gaben den Startschuss

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Hans und Erna Schwind waren von 1973 bis 1974 Prinzenpaar des Leipheimer Haufens.
Bild: Archiv Leipheimer Haufen

Der Leipheimer Haufen feiert sein 44-jähriges Bestehen mit zahlreichen Veranstaltungen. Wie alles begann, was sich verändert hat und warum sich die Faschingsgesellschaft vom Sportverein gelöst hat.

Wie es im Fasching eben so ist, es beginnt meistens mit einem Scherz. Günter Baumgärtner erinnert sich noch genau an die „ersten Kinderschritte“ des Leipheimer Haufens. Es war im Februar 1969, traditionell fand am letzten Samstag der Faschingssaison der Sportlerball in Leipheim statt. „Meine Frau und ich wurden gefragt, ob wir nicht als Prinzenpaar auftreten wollten“, erzählt Baumgärtner. Das war am Montag, der Ball fand nur fünf Tage später statt. Fünf Tage, um ein Prinzessinenkleid für die inoffizielle Prinzessin zu schneidern, Zepter und Diadem zu besorgen und eine Prunkmütze für den Faschingsprinzen zu organisieren.

Ein paar Freunde in Clownkostümen mimten die Hofnarren. „So sind wir aufgetreten. Das war’s.“ Na ja, nicht ganz. Denn das war der Startschuss für die Vereinsgründung. Diese fand fünf Jahre später statt. Nach einigen inoffiziellen Prinzenpaaren und gut besuchten Faschingsumzügen sollte das Faschingstreiben in Leipheim auf solide Beine gestellt werden. Es war mitten im Sommer, als die Faschingsgesellschaft Leipheimer Haufen aus der Taufe gehoben wurde, als eine Abteilung des Sportvereins. Am 10. Juni fand 1974 die Gründungsversammlung statt.

Ziel: Alle Faschingsfreunde der Stadt vereinen

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Der Leipheimer Haufen hatte sich das Ziel gesetzt, alle Faschingsfreunde der Stadt zu vereinen. 44 Jahre ist das nun her. Heute hat der Verein, der mit knapp 30 Mitgliedern gestartet ist, 280 Aktive und Passive in seinen Reihen. Das Jubiläum – vier Mal elf Jahre – wird in diesem Jahr groß gefeiert. Günter Baumgärtner durfte übrigens im Februar 1970 gleich noch mal als Faschingsprinz ran. Zwar wieder inoffiziell gekrönt, dafür wurden er und seine Frau aber schon von einer kleinen Garde begleitet. Im Gründungsjahr waren zuerst das Ehepaar Hans und Erna Schwind und dann ab November das Ehepaar Herbert und Johanna Baumgärtner die Leipheimer Faschingsprinzenpaare – und da gab es bereits eine offizielle Inthronisation. In den vergangenen vier Jahrzehnten hat sich viel verändert, sagt Ulrich Salentin, der Präsident des Leipheimer Haufens. Nicht nur bei seiner Faschingsgesellschaft, sondern allgemein in der Vereinswelt.

Nachwuchsprobleme kennt auch der Leipheimer Haufen. „Aber bei uns hält es sich in Grenzen“, sagt Salentin. Die Mini- und die Jugendgarden werden gut angenommen, sagt der Präsident. Mit Anfang 20 kehren zwar viele Mitglieder dem Verein den Rücken, „aber nach etwa zehn Jahren kommen viele von ihnen wieder zurück. Und bringen dann auch ihre Kinder mit“, freut sich Salentin. „So wissen wir, dass wir in den letzten Jahrzehnten nicht so viel verkehrt gemacht haben.“

Seit 44 Jahren gibt es den Leipheimer Haufen. Und Alois Wiora sagt: „Von Anfang an ging es stetig bergauf.“ Sowohl was die Mitgliederzahlen betraf, als auch die Veranstaltungen. Bis ins Jahr 2000 gehörte der Leipheimer Haufen zum Sportverein, bis der damalige Präsident und jetzige Ehrenpräsident Günter Klas den Verein in die Selbstständigkeit führte und damit in die Loslösung vom Hauptverein. „Es gab viele neue Mitglieder, die nur am Fasching interessiert waren“, erklärt Salentin diesen Schritt.

Vor 26 Jahren wurde die Guggamusik gegründet

Als einen Meilenstein der Vereinsgeschichte bezeichnet Salentin die Gründung der Guggamusik vor 26 Jahren. Am 27. Januar wird es heuer das erste Guggamusiktreffen in Leipheim geben. Neun Gruppen werden auf dem Schlossplatz zusammen spielen – danach wird in der Güssenhalle weiter gefeiert. „Berühmt“ sei der Verein auch wegen seiner Garden und Showtänze, erzählt Alois Wiora. Etliche Medaillen wurden bei Meisterschaften wieder mit nach Leipheim gebracht. Das kommt nicht von ungefähr: Geprobt wird das ganze Jahr über. „Die neue Faschingssaison beginnt einen Tag nach Aschermittwoch“, sagt Ulrich Salentin. Um ehrlich zu sein, gibt er zu, sei für ihn das ganze Jahr über Fasching. Noch während der laufenden Saison muss er für das kommende Jahr planen. Gerade das Jubiläumsjahr hat es in sich.

Los geht es an diesem Wochenende. Am kommenden Sonntag, 7. Januar, wird eine ökumenische Narrenmesse in der Leipheimer St. Paulus Kirche gefeiert. Erwartet werden Mitglieder der Sieben Schwaben sowie Vertreter befreundeter Zünfte. Beginn ist um 11.30 Uhr. Neben den üblichen jährlichen Veranstaltungen, wie dem Kinder- und Seniorenball, findet am Sonntag, 4. Februar, die Jubiläumsprunktsitzung statt, die zusammen mit der Sieben-Schwaben-Prunksitzung gefeiert wird. Zum Rosenmontag fahren etwa 50 Mitglieder des Vereins nach Hennef in der Nähe von Bonn und nehmen dort am Rosenmontagsumzug teil. Höhepunkt des Jubiläumsjahres wird ein Galaabend im April.

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