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08.07.2007

Die wundersame Verwandlung einer Wiese

Burgau/Wettenhausen l adl l Nur wer die Natur kennt, kann sie bewahren. Für die Burgauer Gerda und Jürgen Zeidler, den Gartenfreunden aus Leidenschaft, ist die Liebe zur Natur Freude und Verpflichtung: Verpflichtung zum Schutz von Pflanzen und Tieren, Verpflichtung auch, ihre Kenntnisse und ihre Liebe an Dritte weiterzugeben.

Mit der Einladung des gesamten Burgauer Heilig-Kreuz-Kindergartens auf die "Zeidlerwiese" nach Wettenhausen kamen sie jüngst wieder einmal der selbst auferlegten Verpflichtung nach. Die Zeidlerwiese wurde von den engagierten Seiteneinsteigern - Gerda Zeidler ist gelernte Technikerin und EADS-Qualitätsmanagerin im Vorruhestand - mit viel Sachkenntnis und Liebe zum Detail an einem sanften Hang in Südlage angelegt. Neben einer Trockenmauer finden sich Blumenwiesen, Bienengarten, eine Streuobstwiese, insgesamt beinahe 100 Bäume und Beerensträucher. Natürlich war eine langjährige Ausbildung in qualifizierenden Kursen nötig, um dem zunächst vorhandenen Idealismus die fundierten Kenntnisse an die Seite zu geben, die zum Aufbau eines funktionierenden Ökosystems notwendig sind. Denn als die Zeidlers vor etwa zehn Jahren die Wiese übernahmen, war sie ein typisches, landwirtschaftlich genutztes Grundstück, auf dem nur noch wenige Pflanzen- und Tierarten zu finden waren.

Die Kinder vom Heilig Kreuz Kindergarten konnten erleben, dass sich das inzwischen grundlegend geändert hat. Es war, verrät Gerda Zeidler, langwierig und mühselig, den Wiesen ihre Vielfalt an Gräsern, Kräutern und Blumen zurückzugeben. Erst die langsam voranschreitende Ausmagerung des Bodens brachte die Voraussetzungen, um Färberwaid, Engelwurz und Co. wieder einen Standort bieten zu können.

Ein Kleinod

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Inzwischen ist die Zeidlerwiese mit ihrer vielfältigen Ausgestaltung ein Kleinod, das als Rückzugsgebiet zahlloser Tiere von der Eidechse bis zum Grashüpfer dient.

Dabei nutzen die Zeidlers ihren Besitz durchaus auch wirtschaftlich. Die beiden haben sich als Imker ausbilden lassen und stellen rein ökologischen Honig her. Mit der Bepflanzung der Zeidlerwiese sorgen sie für große Vielfalt an Nahrungsangeboten, die sich gleichmäßig über die gesamte Sammelzeit der Bienen erstreckt. So ist der sortenreiche Obstgarten auch Speisekammer für die Bienen, die auch in den Hecken, Blumen- und Kräuterwiesen reichlich Nektar und Pollen finden und damit gegen viele der verbreiteten Bienenkrankheiten geschützt sind.

Auch die über 80 Kinder, deren Besuch von der Busfirma Gruber durch kostenlosen Transport ermöglicht und von der Raiffeisenbank mit Würstchen unterstützt worden war, waren stundenlang auf Entdeckungstour: Käferlein und Bienen, eine kleine Blüte und prachtvolle Himbeerstauden zum Naschen. Immer wieder zogen sie die Großen mit sich fort: Mit "Ich muss dir was zeigen¿, "Guck mal¿ oder "Ich hab was gefunden¿ wollten sie ihre Naturentdeckungen mit anderen teilen.

So gelang es Gerda und Jürgen Zeidler, nicht nur ein wenig Wissen vom Leben und Arbeiten der Bienen zu vermitteln, sondern die Kleinsten ganz spielerisch für die Wunder der Natur zu begeistern. Die darf auf der Zeidlerwiese jeder Interessierte genießen.

Die Zeidlers haben ihr Grundstück nicht eingefriedet, sondern erlauben Spaziergängern und Wanderern, sich auf einer der vielen Bänke niederzulassen, den Duft der Wiesen einzuatmen und dem Rascheln, Zwitschern und Brummen der Tiere zu lauschen.

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