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Leipheim

29.01.2019

Diese Einsätze kosteten die Feuerwehr viel Kraft

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124 Mal war die Feuerwehr Leipheim im vergangenen Jahr im Einsatz. Ein Großbrand auf einem Bauernhof war dabei besonders belastend.
Bild: Bernhard Weizenegger

Die Leipheimer Wehr hat ein arbeitsreiches Jahr hinter sich. Welchen Anteil Kommandant Martin Schmitz daran hat, dass die Truppe heute so gut da steht.

Auf ein einsatz- und arbeitsreiches Jahr blickte die Freiwillige Feuerwehr Leipheim in ihrer Dienst- und Mitgliederversammlung zurück. 124-mal rückte die Feuerwehr im Jahr 2018 aus und die Aktiven leisteten 3745 Einsatzstunden. Dazu kommen noch 55 Übungen vor Ort. Geleistet wird dieses Pensum von den 63 Feuerwehrleuten im aktiven Dienst, zu denen sieben Frauen und acht Jugendliche gehören.

„So wie sich unsere Leipheimer Feuerwehr präsentiert, ist das sehr erfreulich. Ich bedanke mich im Namen der Stadt für das, was jeder von Ihnen in diesem Ehrenamt leistet“, sagte Bürgermeister Christian Konrad. „Die Feuerwehr ist ein gutes Team, die Leitfigur ist Kommandant Martin Schmitz“, fuhr Konrad fort. Seit 2013 ist Martin Schmitz, der für seine Feuerwehr brennt, im Amt. Als er dieses Amt übernommen habe, sei die Feuerwehr in einer schwierigen Situation gewesen. Dass viele jetzt sagen, die Feuerwehr Leipheim stehe dank ihm so gut da, schmeichle ihm sehr. Schmitz betont aber: „Ich selbst habe mich eher immer als Anschieber verstanden. Ich sehe das Geschaffte als Gemeinschaftsleistung aller an. Mein Leitgedanke war und ist, dass demjenigen, der Hilfe braucht, schnell und professional geholfen wird.“

Großbrand auf dem Bauernhof forderte die Feuerwehrleute

Und diese Hilfe war allein 19-mal auf der A8 nötig. 65-mal mussten verunglückte Auto- und Lastwagenfahrer gerettet, Unfallstellen ausgeleuchtet, der Verkehr geregelt oder vollgelaufene Keller leergepumpt werden. Brände mussten 39-mal bekämpft werden. Darunter auch der Mensch und Material sehr belastende Großbrand auf einem Bauernhof in Leipheim kurz vor Weihnachten (mehr dazu lesen Sie hier). 15 Stunden an der Einsatzstelle, weitere vier Stunden, um das Material wieder einsatzbereit zu machen, forderten die Einsatzkräfte, von denen sich zwei verletzt hatten.

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Unter den Einsätzen waren eine Personensuche mit dem Boot auf der Donau, die Begleitung von Bombenentschärfungen, eine Leckage von Gefahrstoffen, medizinische Erstversorgung von Unfallopfern und der Brand eines Mähdreschers und vier Hektar Ackerfläche. Stolz sind die Leipheimer Floriansjünger auf ihr „Sehr gut“, das sie als Gesamtnote bei der turnusgemäßen Inspektion erhalten haben.

Für den Bürgermeister ist klar: Die neue Drehleiter muss kommen

Bürgermeister Konrad beschrieb den Weg, den Leipheim trotz seiner finanziellen Klammheit für die Feuerwehr gehen wird. Momentan sei mit Martin Gräß der Gerätewart hauptberuflich in Vollzeit angestellt, ab 1. Februar kommt Konrad zufolge eine halbe Stelle für Martin Schmitz als Sachbearbeiter Feuerwehr hinzu. Mit dem Landkreis stehe man in Verhandlungen in Sachen Drehleiter, „die in meinen Augen kommen muss“.

Nicht nur die Stadt schätzt die Arbeit des Kommandanten Martin Schmitz. Bei der nach sechs Jahren anstehenden Wahl gaben 87 Prozent der Aktiven Martin Schmitz ihr Ja. Von den 37 Wahlberechtigten gab es 32 Ja-, eine Neinstimme und vier ungültige Stimmen. Mit stehendem Applaus verabschiedete die Feuerwehrfamilie, die traditionsgemäß in der „Post“ zusammengekommen war, Hermann Staib nach 49 aktiven Jahren in den Feuerwehr-Ruhestand. Emotional überwältigt nahm „Hemme“ seinen Helm, einen Bierkrug und einen Geschenkkorb entgegen.

Beim Kreisverband der Feuerwehr stehen Veränderungen an

Noch am Anfang der Karriereleiter stehen die acht Jugendlichen, die von Jugendwartin Anja Schmitz in 23 Übungen, darunter einer Eisrettung, und geselligen Veranstaltungen geschult und betreut wurden. Dank für das Geleistete gab es von Kreisbrandmeister Ralf Maier. Er informierte über Veränderung auf Kreisebene. Kreisbrandrat Robert Spiller wird in Ruhestand gehen, schon aufgehört hat Kreisausbilder Andreas Faith.

In der anschließenden Mitgliederversammlung erinnerte Vereinsvorsitzender Martin Stark in seinem Rückblick an den Tag der offenen Tür im September, an dem der neue Kommandowagen geweiht wurde, aber auch an die große Überraschung, als ein Paket aus den USA nicht etwa vom Kommandant bestelltes Material enthielt, sondern die Vereinsfahne, die nach Ende des Zweiten Weltkriegs 1945 von einem GI in die USA mitgenommen worden war und seither als verschollen galt (mehr dazu lesen Sie hier). „Leider kann die Fahne nicht restauriert werden, ihr Zustand ist zu schlecht. Geeignet zur Aufbewahrung erscheinen Temperatur und Luftfeuchtigkeit in der Blauen Ente“, so Martin Stark.

Die Kinderfeuerwehr feiert Jubiläum

Eine lange Rede hatte Antje Schmid, Leiterin der Kinderfeuerwehr, zum zehnten Jubiläum der Kinderfeuerwehr vorbereitet. „Es war es wert, als erste Feuerwehr im Landkreis eine Kindergruppe zu gründen“, betonte sie (einen Bericht über die Gründung finden Sie hier). 96 Kinder nahmen im Lauf der Jahre an den 213 Übungen teil. Spitzenreiter ist Markus Winkler, der bei 76 Übungen dabei war. 16 Kinder hielten der Wehr die Treue und wurden als Zwölfjährige der Jugendfeuerwehr übergeben. Mit Lena Maier, Bastian Linder und Urs Egenberger sind schon drei Ehemalige in der aktiven Wehr. 2018 erlebte die Kinderfeuerwehr bei der traditionellen Übernachtung gleich einen Einsatz mit.

Der Kassenbericht von Kassenwart Tobias Stuhler ergab ein sattes Plus von 10170 Euro im Jahr 2018. Einziger Wunsch beim letzten Tagesordnungspunkt war, dass die Öffnungszeiten des „Brandstübles“ nicht nur im Feuerwehrhaus ausgehängt, sondern den 152 Mitgliedern persönlich mitgeteilt werden.

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