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Leipheim

30.11.2019

Diese Figuren sind aus besonderem Leipheimer Holz geschnitzt

Diese Figuren wurden aus einem abgebrochenen Ast der alten Leipheimer Linde gefertigt.
Bild: Bernhard Weizenegger

Unzählige Krippen haben Martin Heinz und Günter Leucht geschaffen. Einige werden nun in einer Sonderausstellung im Museum Blaue Ente in Leipheim gezeigt.

Anscheinend ist er ansteckend, dieser Krippe-Virus. „Du wolltest zuerst auch nur eine Krippe bauen, aber jetzt sind es deutlich mehr geworden“, sagt Heinz Martin und lacht. Günter Leucht zuckt nur mit den Schultern und lächelt dann auch. „Es ist eine Sucht“, sagt er. Unzählige Krippen haben die beiden Leipheimer in den vergangenen Jahren gebaut.

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Einige ihrer Werke zeigen die beiden ab Sonntag in der neuen Sonderausstellung des Heimat- und Bauernkriegsmuseums Blaue Ente in Leipheim. „Leipheimer Krippenwelten – Krippenbauer zeigen ihre Schätze“ heißt der Titel.

Das Holz ist mehr als 600 Jahre alt

Und die Besucher können dort auch einen ganz besonderen „Schatz“ bewundern: Handgeschnitzte Figuren, die aus dem Holz der 600 Jahre alten Leipheimer Linde gefertigt sind.

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Vielfältig aber immer ausdrucksstark sind die Krippen, die im Leipheimer Museum zu sehen sind.
Bild: Bernhard Weizengger

Martin Heinz hat die Tierfiguren selbst geschnitzt. Ausdrucksstark wenden die Schafe sich zum Zentrum hin – dem Jesuskind in der Krippe. „Für mich ist das die wertvollste Krippe“, macht Martin Heinz klar. Denn dieses Holz gebe es so nicht mehr.

Nach einem Sturm vor etlichen Jahren ist ein dicker Ast der alten Linde heruntergebrochen. Heinz Martin hat Teile davon gekommen. „Das wäre sonst Brennholz geworden.“ Er wollte, dass ein Teil der alten Linde erhalten bleibt, „von dem Baum soll auch für die nächste Generation etwas übrig bleiben“.

Jede Krippe ist ein Unikat

Jede Krippe, die die beiden Leipheimer geschaffen haben, ist ein Unikat. Die beiden Krippenbauer legen viel Wert auf Detailarbeit – egal ob es den Gesichtsausdruck der Figuren betrifft oder die Dynamik der Tiere. Optisch umfasst die Ausstellung ein breites Spektrum: Es gibt eine Krippe in einem alten Holzfass, die Heilige Familie in einer Laterne, die Flucht nach Ägypten in einer rustikalen Alpenlandschaft dargestellt.

Diese hängende Krippe stammt von Krippenbauer Günter Leucht.

Bei Günter Leucht fing die Leidenschaft für den Krippenbau mit einem einfachen Stall an. Für geerbte Marolin-Figuren wollte er eine Landschaft bilden. Der erste Versuch gefiel ihm nicht so, also suchte er Rat bei seinem Vereinskollegen Heinz Martin. Der riet ihm, den Stall nach hinten schmaler laufen zu lassen. Seitdem tauschen die beiden Krippenbauer immer wieder hilfreiche Tipps aus. So ein Stall muss nämlich gar nicht perfekt sein. Je rustikaler es aussieht, umso realistischer wirkt es.

Günter Leucht wollte eigentlich nur diese eine Krippe bauen, es wurden viel viel mehr. „Es ist zu einer Sucht geworden“, sagt er. Zu einer großen Leidenschaft. Wie vielfältig diese Freizeitbeschäftigung ist, zeigt die neue Ausstellung.

Viel Detailarbeit ist für den Krippenbau notwendig.

Und wer sich fragt, was dieses Jahr mit der Krippe passiert, die sonst die St. Veitskirche zur Weihnachtszeit schmückt: Auch sie hat einen ganz besonderen Platz in der Ausstellung erhalten. Die geschnitzte Krippe von Sigmund Baur, wird wegen der Bauarbeiten in der evangelischen Kirche (Lesen Sie dazu: St. Veitskirche in Leipheim: Jetzt wird noch tiefer gegraben)ausnahmsweise im Foyer der Blauen Ente aufgestellt. Besucher bekommen außerdem eine Krippe aus dem Nachlass von Rupert Deiring zu sehen. Der Leipheimer Krippenbauer verstarb im Frühjahr. Seine größte Krippe bleibt dem Museum als Dauerleihgabe erhalten.

Der Krippenbau ist eine Wissenschaft für sich

Susanne Anwander, wissenschaftliche Mitarbeiter der Blauen Ente, bezeichnet den Krippenbau als „Wissenschaft für sich“. Es gebe die unterschiedlichsten Möglichkeiten, die Geschichte rund um Jesu Geburt in Szene zu setzen. Für Heinz Martin zählt aber nur eines: „Wichtig ist nur, wer in der Krippe liegt.“

Zu sehen gibt es Krippen in unterschiedlichsten Größen.

Wer mit den Krippenbauern sprechen möchte hat an zwei Sonntagen die Möglichkeit dazu: Am 29. Dezember und am 5. Januar 2020 jeweils um 15 Uhr besteht die Möglichkeit, mit den beiden ins Gespräch zu kommen.

Eröffnung: Die Ausstellung wird am Sonntag, 1. Dezember, um 14 Uhr eröffnet. Musikalisch gestaltet wird die Eröffnung von den Kindern der Musikschmiede der Stadtkapelle. Die Ausstellung ist bis 2. Februar 2020 jeweils sonntags von 14 bis 17 Uhr zu sehen. In den Weihnachtsferien ist die Ausstellung zusätzlich am 26. Dezember sowie am 6. Januar von 14 bis 17 Uhr geöffnet. Führungen, auch außerhalb der Öffnungszeiten, können bei Jörg Grafe, Telefon 08221/72199, vereinbart werden.

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