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Leipheim

05.01.2014

Django und seine spanische Kultkneipe

Dieter Baur aus Leipheim betreibt in dem spanischen Küstenstädtchen Moraira „Djangos Bar“.
Bild: Tobias Appelt

Dieter Baur aus Leipheim hat sein Glück in Spanien gefunden. Er betreibt dort seit mehr als 20 Jahren eine Kneipe an der Costa Blanca. „Djangos Bar“ ist so kultig wie er selbst

Drinks machen die Runde. Auf Kosten des Hauses. Dieter Baur hebt das Schnapsglas. „Salud, amigos“, kling, kling. Die Gläser klirren. „Djangos Spezial“ heißt der selbst aufgesetzte Fusel. Eine Mischung aus hochprozentigem Anis-Schnaps und Fernet Branca.

„Holy Moly“, poltert Dieter Baur, nachdem der „Spezial“ seinen Rachen herunter gelaufen ist. Eine Phrase, die der gebürtige Leipheimer gerne und oft verwendet. Sie bedeutet so viel wie „Heiliger Bimbam“ und beschreibt auch irgendwie Dieter Baur selbst ganz gut.

Aber nur wenige reden ihn noch mit seinem bürgerlichen Namen an. Seine Gäste kennen ihn unter seinem Spitznamen: „Django“. Ihn verdankt er den alten „Django“-Filmen. Mit Cowboyhut, Fransenjacke und seinem Moped sah er in seiner Jugend aus wie der Hauptdarsteller des Italo-Western. So machte Baur die Umgebung von Leipheim unsicher. Und immer, wenn er mit seinem Mofa über die Dorfstraßen knatterte, riefen alle: Seht mal, da kommt wieder der Django! „Und ich sah tatsächlich aus wie Django“, betont er.

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Eben diesen Namen trägt jetzt auch seine Bar, die er seit mehr als 20 Jahren im Küstenstädtchen Moraira an der spanischen Costa Blanca betreibt. Anfangs war der Laden eine Ruine, alles musste er selbst renovieren. Die Gaststätte liegt direkt in der Stadtmitte, am Marktplatz, neben der Kirche. Erst war die Kneipe, dann wuchs der Ort um sie herum.

Der „langhaarige, dicke Mann“, wie Django sich selbst beschreibt, ist nicht nur Besitzer der Bar, sondern auch ihr Markenzeichen. „Die meisten Leute kommen wegen mir“, sagt er. „Wenn ich nicht da bin, dann gehen sie wieder.“

Der heute 52-Jährige verließ seine Heimatstadt Leipheim mit 18 Jahren. Damals war es nur eine Urlaubsreise nach Spanien. „Dann habe ich ein Mädel am Strand kennen gelernt“, erzählt er. Kika hieß sie und war Spanierin. Djangos Herz jubilierte so sehr, dass er ein Jahr darauf wieder nach Spanien kam. Dieses Mal fuhr er mit einem VW-Bus an die Costa Blanca und blieb.

Die Liebe zu Kika war irgendwann vorbei, die Liebe zu Spanien aber nicht. Die Costa Blanca blieb sein Ankerpunkt. Zwischenzeitlich jettete er durch die Welt. Quer durch die USA, nach Singapur und Malaysia führten ihn seine Reisen.

Mitte der Neunzigerjahre kam er für ein paar Jahre wieder zurück in seine Heimat. In Kötz eröffnete er dann die Kneipe „Löwe“ – ein Rockladen. „Sie war damals sehr bekannt“, sagt er. Zeitgleich kaufte er auch die Bar in Moraira und betrieb beide Geschäfte eineinhalb Jahre lang parallel. „Ich wollte dann aber etwas machen, das ich notfalls auch ganz alleine stemmen kann“, erklärt Django. So gab der gelernte Koch die Kneipe in Kötz auf und zog wieder komplett nach Spanien.

Leipheim ist aber auch in der Ferne Djangos Heimat geblieben. Sein Bruder und seine Eltern wohnen noch dort, weswegen er häufig nach Deutschland reist. „Das einzige, was mich in Spanien hält, das ist das Wetter“, sagt Dieter Baur. So sagt er auch, wenn ihn jemand fragt, ob er irgendwann wieder an die Donau zurückgeht: „Sag niemals nie.“

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