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Pop-Chanson

02.11.2012

Doch was man hört, ist Sandra

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2 Bilder
... und als Interpretin ihres eigenkomponierten Chansons „Zuckersüße Schweinereien“ auf ihrer ersten Single.
Bild: Helmut Kircher

Sandra Kozlik aus Großkötz hat eine eigenkomponierte CD unter dem Namen „Eleanne“ herausgebracht. Nun arbeitet sie an einem Album

Großkötz Die Zeit ist irgendwie spurlos an ihr vorübergegangen. Immer noch ist sie das hübsche, gertenschlanke Mädchen, blond und langhaarig, das sie schon vor neun Jahren war. Damals, mit 19, stand Sandra Kozlik kurz vor der Premiere des Musicals „Salzsaga“ in Schönau am Königssee. Doch darin ging bald die gesamte Produktion samt Henkerstochter, Salz-Özi und Alpenmythos im Strudel konkursbefrachteter Turbulenzen sozusagen baden.

Danach aber begann für das musikbesessene Mädchen der Aufstieg. In Köln. „Weil dort musikalisch sehr viel passiert“, sagt sie. Die Deutsche Pop-Akademie war Anlaufstelle für einen Studiengang Komposition, mit Schwerpunkt Filmmusik, Orchestrierung und Sounddesign. Noch ein Pluspunkt: „Die ganzen Eventagenturen haben dort ihren Sitz.“ Und die boten ihr Gelegenheit, als Sängerin bei Produktpräsentationen („Premiumevents“) und Kundenveranstaltungen aufzutreten. Vor allem aber, zu bestimmten Themen selbstständig die Musik auszuwählen, „maßgeschneidert“, und oft mit der Option einer Gesamtkonzeption unter Einbeziehung von Sängern und Musikern. Eine enorme Flexibilität erfordere so etwas, betont die 28-Jährige, dazu Musikkenntnisse quer Beet, von American Soul bis Klassik, also ein Arbeiten auf allen Ebenen. „Diese Art praktische Erfahrung zu sammeln, war mir wichtig, um mich danach von unten nach oben richtig durcharbeiten zu können.“ Im Klartext: Nebenher ging sie mit Besessenheit ihrer tatsächlichen Leidenschaft nach: komponieren, texten, arrangieren. „Nächtelang bin ich am Klavier gehockt.“ Ihre Arbeitsweise sei folgendermaßen, lässt sie wissen: Erst die Idee vom Kopf aufs Klavier umsetzen – „nicht den Computer, der lenkt mich zu sehr ab“ –, sie anschließend harmonisieren und schauen, „was kann ich daraus machen“. Später werde der Einfall als E-Klang auf dem Rechner angehört. „Manchmal wache ich nachts auf“, verrät sie, „und habe von meinem Traum noch irgendwelche Melodiereste im Kopf.“ Sofort schneller Griff zum Handy und das melodische Traumprodukt wird – falls nicht dummerweise bereits wieder vergessen – kurzerhand draufgesungen.

Die Zahl der fertig komponierten und getexteten Songs wuchs im Lauf der Zeit. Und wuchs und wuchs. Hunderte waren es, die das weltabgeschiedene Dasein einer Totalschubladisierung fristeten. Ist doch Quatsch, sagte sie sich folgerichtig eines schönen Tages, immer nur schreiben, schreiben, schreiben – und keiner nimmt davon Kenntnis! „Jetzt werden Nägel mit Köpfen gemacht!“ Und die sahen so aus: Anfrage an einen Trompeter/Produzenten – sie hatte als Sängerin bereits mit ihm zusammengearbeitet –, Rückantwort mit Einladung zu unverbindlicher Kontaktaufnahme, ergo nichts wie hin nach Bezau im Bregenzer Wald (Österreich), mit reichlich Material in petto, eigenhändig auf CD gepackt. Mulmiges Gefühl. Aber egal. Er ist Profimusiker. Und wenn sein Urteil vernichtend ausfällt? Dann weiß ich wenigstens, woran ich bin!

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Bange Minuten. Am Mischpult wird hin- und hergeschoben, getestet, gecheckt, gewichtet und gewogen. Bis es bei einem Song spontan „Klick“ macht. Bingo. Das ist er! Zwei Damen zeigen sich als die eigentlichen Entscheidungsträgerinnen: die Frau des Produzenten und die Mutter („meine heimliche Agentin“) der Sänger/Komponistin. Das Ende vom Lied: der Beginn eines wahr gewordenen Traums. Vertraglich fix und festgemacht. Das Genre „Deutscher Chanson-Pop“ sah sich um eine neue, hoffnungsvolle Interpretin bereichert.

Nun also, am 12. Oktober 2012 „released“, liegt sie auf dem Tisch, die fertige Single (mit Karaokefassung). Auf dem Cover prangt eine blonde Schönheit, drapiert auf ein Bettgestell unter grünend bunt behängtem Baum. Über dem Chansontitel „Zuckersüße Schweinereien“ in Großbuchstaben der Name Eleanne. „Doch was man hört“, sagt Selbige, „ist Sandra.“ Und die hört sich nach rockiger Saloneleganz an, zärtlich, anschmiegsam, mit erotischem Hauch und nach bitterschokoladig angerauter, mysteriöser Sinnlichkeit duftend. Schwingt im Dreiertakt durch Wortspiele aus Sehnsucht und Espresso, in einer Schachtel Pralinés unterwegs zu milchig zärtlichem Schokokrokant. Prickelnd chansonveredeltes Popritual mit Paradiesapfelgeschmack.

Das Feedback klingt, nach den wenigen Wochen seit Veröffentlichung, super: Beim Radio Berlin-Brandenburg in der Sendung „Dolce Vita“ vorgestellt, bei Radio Saarland täglich zu hören.

Und wie geht es weiter? Die nächste Single, sagt Eleanne/Sandra, sei für das Frühjahr geplant und dann richte sich der Blick via erstes Album. „Ich muss jetzt meinen Weg weitergehen“, gibt sie entschlossen zu verstehen, „es war ein knallharter Weg. Aber es hat sich gelohnt, dranzubleiben.“

Eleanne „Zuckersüße Schweinereien“. Deutsches Pop-Chanson, erschienen beim Lable Hellywood Music.

Infos im Internet unter

www.eleanne.de

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