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24.03.2009

Dreifache Arbeit und vielfache Freude

Leipheim Eigentlich hatten sich Stephanie (35) und Hubert Strauch (43) nur ein Geschwisterchen für die zweijährige Sophia gewünscht. Denn ihre beiden Ältesten, Sven und Timo, sind bereits 14 und elf Jahre alt. Am 3. Februar kamen in der Frauenklinik Ulm drei Kinder auf einmal zur Welt. Thea, Jan und Kai sind mehreiige Drillinge.

Der Alltag mit drei Säuglingen ist nicht leicht, aber durchaus schön: Der Tag bei Strauchs beginnt morgens um 6 Uhr. Wenn es eine "schlechte Nacht" war, haben die Eltern vier Stunden geschlafen. Wenn es eine "gute Nacht" war, kommen sie auf sechs Stunden Schlaf. Der Vater macht das Frühstück für die Großen, dann verlassen die drei Männer das Haus. Die Mutter schafft es immerhin, morgens eine Tasse Kaffee zu trinken, bevor sie die Drillinge stillt.

Los geht es mit dem Kind, das zuerst aufwacht und schreit. Eineinhalb Stunden später sind alle kleinen Mäuler gestopft. Aber die Drei wollen ja noch gewaschen, gewickelt und gebadet werden, all das dauert immer Stunden. Also ist Mama rund um die Uhr beschäftigt. Gut, dass vormittags eine Hilfe für den Haushalt kommt. "Wir achten darauf, dass wir als Familie einen Rhythmus leben. Dazu gehört, dass wir gemeinsam essen. Das geht, wir haben halt meistens ein Baby auf dem Arm oder auf dem Schoß", sagt die Mutter. Am Sonntag macht die Familie immer einen Ausflug, dann gehen sie zum Beispiel zu Fuß zu den Großeltern nach Günzburg.

Mal etwas zu zweit unternehmen oder mal nur gemeinsam einen Film im Fernsehen ansehen, ist für die Eltern momentan nicht drin. Oft kehrt erst gegen 24 Uhr Ruhe ein, dann fallen die Eltern müde ins Bett.

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Einkaufen oder ein Arztbesuch ist mit drei Säuglingen und einer Zweijährigen eine Großaktion. "Das schaffen Sie allein gar nicht - schon deshalb, weil der Drillings-Kinderwagen nicht durch die Gänge der Supermärkte passt", schmunzelt die Mutter. Der Kinderwagen für das Trio ist 1,10 Meter breit und hat 1500 Euro gekostet - Beihilfen vom Staat gab es dafür keine.

Die Stadt Leipheim und der Landkreis stellen der Großfamilie allerdings zwei Jahre lang die 240-Liter-Mülltonne zum Preis von 120 Litern zur Verfügung. Von Landrat Hubert Hafner gab es eine einmalige Zahlung von 300 Euro, der Familienbeauftragte spendierte - wie neuerdings für jedes Baby im Landkreis - drei Baby-Schlafsäcke. "Wir waren für all das sehr dankbar", erklärt Vater Hubert Strauch. Denn bis auf Kindergeld und ein Jahr Erziehungsgeld muss der selbstständige Ingenieur jetzt sechs Kinder finanzieren - er arbeitet wieder Vollzeit.

Dass es drei Kinder werden, erfuhr Stephanie Strauch schon bei der ersten Ultraschalluntersuchung. "Wir waren zunächst geschockt und völlig fertig", sagt sie. Aber dann haben die erfahrenen Eltern vor der Geburt vorbereitet, was sie nur konnten: Sie bauten das Dachgeschoss aus, kauften einen zweiten Kühlschrank, schafften einen größeren Esstisch für die gesamte Familie, den XXL-Kinderwagen und vieles mehr an. Demnächst ersetzen sie zwei Autos durch einen VW-Bus. Die Drillinge hat die schlanke Frau in der 32. Woche dann ganz normal, also ohne Kaiserschnitt, entbunden. Alle Kinder sind gesund und haben seit der Geburt je ein Kilo zugelegt. Sie machen mindestens so viel Freude wie Arbeit. Und Sophia ist ganz vernarrt in ihr kleines Schwesterchen.

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