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Handball

11.11.2020

Drittligist VfL Günzburg muss in die Corona-Pause

Eine unfreiwillige Spielpause müssen die Drittliga-Handballer des VfL Günzburg (hier Luca Kaulitz) einlegen.
Bild: Ernst Mayer

Der DHB unterbricht die Saison bis Jahresende. Was der Verband will, ist klar. Aber viele Fragen bleiben offen. Unter anderem geht es um die Wertung dieser Runde.

Aus Sicht der Günzburger Handballer ist das eine ebenso erwartete wie schlechte Nachricht: Präsidium und Vorstand des Deutschen Handball-Bundes ( DHB) haben an diesem Mittwoch, 11. November, beschlossen, den Spielbetrieb der 3. Liga corona-bedingt bis Ende des Jahres auszusetzen. Vorangegangen war eine ebenfalls von der Verbandsspitze in Dortmund gefällte Entscheidung, den Spielbetrieb aufgrund der rasant steigenden Infektionszahlen zunächst bis zum 15. November zu unterbrechen. Eine Wiederaufnahme ist derzeit zum Wochenende 9./10. Januar beabsichtigt, sofern es die weitere Entwicklung der Corona-Pandemie zulässt.

Neun Spielverlegungen für Günzburg

Die lange Unterbrechung dürfte selbst im Idealfall zwangsläufig dazu führen, dass der ursprünglich ausgearbeitete Spielplan nicht mehr zu halten ist. Die Corona-Pause verursacht allein aufseiten der Günzburger insgesamt neun Spielverlegungen. Diese Begegnungen einfach an die ohnehin bis Ende Mai laufende Runde anzuhängen, wird nicht funktionieren. Und „freie“ Wochenenden hatten die Terminplaner für die 18 Mannschaften der Süd-Gruppe auch nicht vorgesehen.

Von den aktuellen Verlegungen unmittelbar betroffen ist auch die Frage nach möglichen Wertungen dieser Spielzeit. Günzburgs Abteilungsleiter Torsten Zofka sagt dazu: „Ich tu mir schwer mit der Vorstellung, dass es auf sportlichem Weg rechtssicher Auf- und Absteiger geben kann.“

Profisport oder Spitzensport?

Im Vorfeld der DHB-Sitzung war bundesweit viel über die Frage diskutiert worden, ob Drittliga-Handball formal als Profi- oder Amateursport einzuordnen sei. Sehr vereinfacht ausgedrückt, hätte das den Unterscheid zwischen grundsätzlicher Spielerlaubnis und generellem Spielverbot bedeutet. Wobei in Sachen Spielerlaubnis viele Bundesländer bereits andere Beschlüsse gefasst hatten. Anders als zum Beispiel der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) und auch der Deutsche Handball-Bund (DHB) deklarierte Bayern die Dritte Liga als Amateursport. Damit gilt im Freistaat der Beschluss des Bayerischen Handball-Verbands (BHV), das Sportjahr 2020 im Sinne der jüngsten Fassung der Infektionsschutzmaßnahmenverordnung zu beenden, ausdrücklich auch für die Drittliga-Handballer.

Nun ist sportlicher Wettbewerb ohne vernünftige Vorbereitung unmöglich. Hinzu kommt die Frage der Chancengleichheit, die nur entstehen kann, wenn alle Mitglieder einer Gruppe dieselben oder wenigstens vergleichbare Rahmenbedingungen erhalten. Deshalb betont der DHB-Vorstandsvorsitzende Mark Schober: „Wir verstehen die Nöte vor Ort. Es ist jetzt unsere gemeinsame Aufgabe, Wege zu finden, wie der Handball in der 3. Liga aktiv bleibt und welche Formen des Spielbetriebs möglich und sinnvoll sind. Im ersten Schritt hat die Sicherung des Trainingsbetriebes Priorität.“ Schober ist überzeugt, dass die von allen Vereinen bereits während des Sommer-Sportverbots ausgetüftelten Hygienekonzepte „auch in der jetzigen Phase eine elementare Hilfe sein werden“.

Derzeit dürften nur 39 der 72 Teams spielen

Der DHB hat mittels einer Umfrage herausgefunden, dass derzeit von insgesamt 72 Männer-Drittligisten nur 45 trainieren und lediglich 39 spielen dürfen. Etwa die Hälfte aller Teams dürfte den Spielbetrieb selbst unter der Option „Geisterspiel“ nicht aufnehmen.

Am Vorabend der Entscheidung hatte sich die DHB-Spitze in zwei Videokonferenzen mit allen Drittligisten ausgetauscht. Schober verdeutlicht das weite Feld, in dem sich die Gesprächsbeiträge bewegten, mit dem Satz: „Wir müssen mit Blick auf die Gesundheit aller immer verantwortungsvoll handeln, aber auch weiter mutig das Mögliche planen – mit der Bereitschaft, sehr flexibel zu reagieren.“ Auch Matthias Kohlstrung, Vereinsvertreter in der Spielkommission 3. Liga, spricht vom großen Ganzen und betont: „Wir müssen die bestmögliche Sicherheit für unsere Spieler erreichen.“

Corona-Tests: Wer bezahlt?

Wann und unter welchen Bedingungen es weiter gehen kann, wollen DHB und die Spielkommission 3. Liga in den kommenden Wochen beraten. Auch die Frage, ob man im Umfeld einer Wiederaufnahme des Spielbetriebs regelmäßige Corona-Tests vorschreiben müsste und wie diese im Fall des Falles finanziert werden sollen, blieb vorerst unbeantwortet. Von einer weiteren Vereinsbeteiligung war zumindest gestern nicht die Rede. Allerdings hieß es, der Verband werde auf politischer Ebene für eine Corona-Förderung der Vereine kämpfen. (zg, ica)

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