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Zusammenkunft

15.11.2019

Ehrungen für langjährige Metaller

Langjährige Mitgliedschaft in der IG Metall Neu-Ulm/Günzburg wurden in Wiesenbach geehrt: (von rechts) Günter Frey, Willi Morschhausen (60 Jahre), Heinrich Schulz (70 Jahre), Heribert Gruber (60 Jahre), Siegfried Gege (60 Jahre) und Peter Hübler.
Foto: Anton Geißler

Drei der Jubilare sind seit 70 Jahren bei der IG Metall

Langjährige Mitglieder hatte die IG Metall Geschäftsstelle Neu-Ulm/Günzburg zu einer Jubiläumsveranstaltung nach Wiesenbach eingeladen. Zahlreiche der 238 geladenen Mitglieder waren mit ihren Partner erschienen und wurden für ihre lange Treue zur Gewerkschaft geehrt. Drei der Jubilare sind bereits seit 70 Jahren Mitglied und seit 60 Jahren in der Gewerkschaft. Für 50 Jahre Mitgliedschaft wurden 36 Jubilare geehrt, 91 für 40 Jahre und 99 für 25 Jahre Treue zur Gewerkschaft.

In seiner Festrede spannte der 1. Bevollmächtigte der IG Metall Neu-Ulm/Günzburg, Günter Frey, einen weiten Bogen über die erreichten Ziele der IG Metall und die besondere Bedeutung des 9. Novembers in der deutschen Geschichte seit 1918. Am 9. November 1918 wurde die Republik ausgerufen und in der Folge durften erstmals Männer und Frauen gleichberechtigt wählen. Als Hitlerputsch geht der Marsch der Nationalsozialisten auf die Feldherrnhalle in München am 9. November 1923 in die Geschichte ein. Fünfzehn Jahre später, am 9. November 1938 brennen in Deutschland jüdische Geschäfte und Synagogen.

Es ist ein von den Nazis befohlener und als Reichskristallnacht bezeichnetes Pogrom mit Zerstörung und vielen Toten. Und schließlich der 9. November 1989, es ist der Tag des Mauerfalls in Berlin. Für die IG Metall sei 1946 ein Neubeginn, nachdem unter den Nationalsozialisten die Gewerkschaften verboten waren. 1949 wurden die beiden deutschen Staaten gegründet und in der Bundesrepublik auch der Deutsche Gewerkschaftsbund.

Von damals zwölf Millionen Beschäftigten waren 4,8 Millionen in den Gewerkschaften. Politische Forderung der IG Metall zu dieser Zeit war die Mitbestimmung in den Schlüsselindustrien Stahl und Bergbau. 1955 gab es ein Aktionsprogramm mit der Forderung nach der Fünf-Tage-Woche. 1959 erwirkte man nach 16 Wochen Streik die Lohnfortzahlung im Krankheitsfall, was aber erst 1969 gesetzlich verankert wurde. Die 45-Stundenwoche wurde auf 44 Stunden reduziert und Frauen wurden gleichberechtigt. Der Mann konnte nicht mehr einfach das Arbeitsverhältnis seiner Frau kündigen, wenn es ihm nicht gefiel. 1969 war die Zeit der außerparlamentarischen Opposition, der APO.

„Mehr Demokratie wagen“ forderte Willy Brandt. Es gab Streiks mit der Forderung nach mehr Urlaubstagen und acht Prozent Lohnsteigerung wurden durchgesetzt. 1979 forderte die IG Metall die 35-Stunden-Woche und 30 Tage Jahresurlaub in der Stahlindustrie. 1984 wurde in der Elektroindustrie für dieselben Forderungen gestreikt, was von den Arbeitgebern mit Aussperrung beantwortet wurde.

In der Druckindustrie wurde 1995 für die 35-Stunden-Woche gestreikt. 2003 verkündete Bundeskanzler Gerhard Schröder die Agenda 2010. Heute haben 7,4 Millionen Menschen einen 450-Euro-Job, 1,2 Millionen erhalten Hartz IV Leistungen und 44 Prozent der Arbeitsverträge sind befristet. Viel zu tun sei dies für die Gewerkschaften, so Frey.

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