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Bubesheim

25.03.2015

Ein Autobahnanschluss wäre einigen Räten lieber

Eine Nord-Südtangente und eine Querspange entlang der Autobahn bei Bubesheim sollen dafür sorgen, dass Günzburg und Bubesheim durch neue Ansiedelungen auf dem Areal Pro (Foto) nicht im Verkehr ersticken.
Bild: Bernhard Weizenegger

Der Zweckverband Interkommunales Gewerbegebiet diskutiert über die Querspange bei Bubesheim. Da kommt die andere Variante ins Spiel

Ist das der Weisheit letzter Schluss? Bei der Sitzung des Zweckverbandes Interkommunales Gewerbegebiet Landkreis Günzburg haben einige Verbandsräte deutliche Zweifel angemeldet. Es ging, wieder einmal, um die Frage: Bau einer Querspange südlich der Autobahn oder Bau eines Autobahnanschlusses bei Bubesheim, um die Gemeinden und Stadtteile rund um das große Gewerbegebiet Areal Pro von Verkehr zu entlasten? Einige Verbandsräte aus Leipheim und Günzburg bauten leichten Druck gegenüber Bubes-heim auf, das den A8-Anschluss ablehnt. Landrat Hubert Hafner wollte die Diskussion nicht vertiefen: „Gute Ratschläge können auch kontraproduktiv sein“.

Denn formal ging es bei der gestrigen Sitzung nur um die Zwischenergebnisse einer Machbarkeitsstudie, mit der die planerischen Grundlagen für den möglichen Bau der Querspange gelegt werden. In der Diskussion ging es dann allerdings neuerlich um die Frage, ob ein Autobahnanschluss bei Bubesheim nicht die sinnvollere Alternative wäre. Die Querspange soll, wie mehrfach berichtet, südlich der Autobahn von der Staatsstraße 2020 bis zum Knotenpunkt B16/A8 bei Deffingen führen. Westlich von Bubesheim soll die Querspange in einer Nord-Süd-Verbindung dann an die neue Südumfahrung von Leipheim angebunden werden.

Dirk Kopperschläger vom Ingenieurbüro Brenner (Aalen) hat im Rahmen der Machbarkeitsstudie eine Verkehrsprognose bis 2030 erstellt. Sein Fazit: die Querspange würde Bubesheim, Wasserburg und Denzingen sowie Günzburg und Leipheim im Bereich der Bundesstraße 10 spürbar von Verkehr entlasten. Die Anbindung der Querspange an die Bundesstraße 16 und die Anschlüsse an die Autobahn bei Deffingen wäre zwar aufwendig, technisch aber machbar.

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Deutlich schwieriger sind die Vorgaben des Natur- und Umweltschutzes zu lösen. Sie erläuterte Bernd Munz, Geschäftsführer des Büros Lars Consult (Memmingen/Augsburg). Die landwirtschaftlichen Flächen rund um Bubesheim seien „extrem hochwertig“, ökologisch wertvoll seien das Günztal, der Bubesheimer Bach und der westlich gelegene Wald. Deshalb sollte aus seiner Sicht die Querspange zwischen Bubesheimer Bach und Günztal möglichst autobahnnah gebaut werden. Das Problem dabei: Der Betreiber einer großen Photovoltaikanlage müsste bei dieser Variante wohl Teile seiner Anlage wieder abbauen. Dagegen habe der Betreiber bereits heftigen Widerstand angekündigte, erklärte Landrat Hafner. Die Alternative wäre, die Querspange weiter nach Süden zu legen, um den Preis eines noch größeren Landverbrauchs.

Knackpunkt und Auslöser der anschließenden Diskussion ist aber die Nord-Süd-Verbindung von der Querspange zur Südumfahrung von Leipheim westlich von Bubesheim. Drei Trassenvarianten sind laut Michael Lehner vom Ingenieurbüro PBU (Kempten) denkbar. Sie wären zwischen 235 und 485 Meter von der Wohnbebauung eines geplanten Bubesheimer Neubaugebiets entfernt. Vor allem aber: irgendwo im Bereich dieser drei Trassenvarianten würde auch ein Anschluss an die Autobahn liegen.

Angesichts dessen fragte sich der Leipheimer Bürgermeister Christian Konrad, „ob das die ideale Lösung ist“. Käme der Anschluss an die A8, könnten wertvolle Flächen geschont werden. Ähnlich äußerte sich Simone Riemenschneider-Blatter aus Günzburg. „Ich denke, Bubesheim hat sich diesen Plan noch gar nicht angeschaut“, meinte Willi Riedel (Leipheim). Zwischen Autobahnanschluss und Nord-Süd-Anbindung gebe es baulich keinen Unterschied – „man kann sich den Rest aber komplett sparen“.

Der Landrat und der Günzburger Oberbürgermeister Gerhard Jauernig („Auch wir sind für den Anschluss an die A8“) waren sich einig, dass die Querspange planerisch weiter vorangetrieben werden sollte. Noch vor der Sommerpause soll die Machbarkeitsstudie fertig sein, anschließend soll sie in den Gremien Günzburgs, Leipheims und Bubesheims vorgestellt werden. Denkbar, so Hafner, sei auch eine gemeinsame Bürgerversammlung, um eine breitere Öffentlichkeit einzubinden. Ob Bubesheim den Autobahnanschluss weiterhin ablehne, werde sich dann zeigen.

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