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Handball

09.02.2020

Ein Bollwerk namens Bieber

Auf ihn ist Verlass: Günzburgs Torwart Patrick Bieber (hier im Heimspiel gegen Coburg) entwickelte sich durch mehrere Glanztaten in der entscheidenden Phase zum Matchwinner in Regensburg.
Bild: Ernst Mayer

Der Günzburger Torwart bietet im Duell der Donau-Anrainer eine Glanzleistung. Das Titelrennen bleibt offen. Ein Neuzugang der Weinroten feiert einen späten Einstand

Dank einer herausragenden Schlussphase haben die Günzburger Bayernliga-Handballer die Partie bei der starken SG Regensburg 26:20 gewonnen. Zur Halbzeit lagen die Günzburger noch 12:13 zurück; es war allerdings auch das einzige Mal während der gesamten Partie, dass sich die Gastgeber über eine Führung freuen durften. Dennoch: Auf den am Ende sogar deutlichen Erfolg hatte über drei Viertel der Begegnung wenig hingewiesen.

Nach der Niederlage in Friedberg mussten die Spieler von Coach Gábor Czakó auswärts unbedingt wieder punkten, um im Kampf um die Tabellenführung nicht weiter an Boden zu verlieren. Lichtblicke gab’s schon im Vorfeld der Partie. Nachdem die vergangenen Wochen personell schwer zu stemmen gewesen waren, konnte gegen die Regensburger Adler Pascal Buck wieder dabei sein. Und zum ersten Mal überhaupt in einem Punktspiel lief Uros Krasovec für den VfL auf. Er war vor dieser Runde als neuer Abwehrchef verpflichtet worden, war dann aber monatelang krankheitsbedingt nicht einsetzbar gewesen. Nun hoffen die Weinroten natürlich, dass er dauerhaft mithelfen kann, den Spitzenplatz zu sichern oder sogar von Höherem zu träumen.

Rückraumwerfer machen zu viele Fehler

Den besseren Start erwischten die westlichen Donaustädter. Sie gingen nach zehn Minuten durch ein blitzsauberes Tor von Yannick Meye das erste Mal mit drei Toren in Führung (6:3). Bis zur 20. Minute sollten sie dominant bleiben. Was dann folgte, war für ein Spitzenteam in der Bayernliga eigentlich unverzeihlich. Das Abwehrsystem der Adler lebt hauptsächlich von einer unglaublich starken Mitte, über die kaum Würfe sinnvoll aufs Tor kommen können. Dementsprechend werden Rückraumwerfer der Gegner fast schon dazu gedrängt, über die Mitte vermeintlich einfache Bälle aufs Tor zu knallen. Bislang war es allerdings noch in jedem Spiel so, dass genau diese Würfe eben nicht im Netz, sondern in den Armen des Blocks zappeln. Trotzdem ließ sich der Günzburger Rückraum zu exakt diesen Würfen insgesamt zwölf Mal in der ersten Halbzeit verleiten. Es kam dann auch, wie es kommen musste: Die Bälle wurden sauber in die Arme der Gegner gejagt, die schnellen Regensburger Flügelspieler liefen Konter um Konter und die Dominanz war dann auch ganz schnell weg. Der Halbzeitpfiff erlöste Czakó, der seinen Jungs in der Kabine erst einmal die Leviten las.

Ein Bollwerk namens Bieber

Offenbar erreichte der Coach seine Mannschaft. In der Abwehr wurde nach Wiederanpfiff begeistert und lauffreudig gedeckt, nach Ballgewinnen wurde schnell umgeschaltet und im Angriff spielte das Team um Spielmacher Stephan Jahn endlich wieder mit der nötigen Cleverness. In Verbindung mit dem mittlerweile zwischen den Pfosten stehenden Patrick Bieber konnte die Führung der östlichen Donaustädter egalisiert werden.

Nuancen machen den Unterschied

In der schönen Kerschensteiner-Halle entwickelte sich nun ein richtiger Kampf. Sowohl in der Deckung als auch im Angriff agierten beide Teams auf Augenhöhe. Vielleicht war der VfL durch einige Zeitstrafen in dieser Phase sogar das schwächere Team. Nuancen machten nun den Unterschied. An diesem Tag sollte Patrick Bieber das Zünglein an der Waage sein. In Unterzahl entschärfte er eine Reihe von strammen Rückraumknallern und wenn die agilen Regensburger durch den Günzburger Abwehrbeton wuselten, hielt er sogar freie Würfe. Rückblickend war es die entscheidende Phase. Günzburg erspielte sich beim 22:18 (50.) einen vorentscheidenden Vier-Tore-Vorsprung. Die Regensburger gaben noch einmal alles, scheiterten allerdings zu häufig an Bieber, um den VfL noch ernsthaft in Bedrängnis zu bringen.

Glückliche Günzburger stehen nun wieder auf Augenhöhe mit Landshut und Bayreuth; diese drei Teams werden den Meister ermitteln. Gedankenspiele über den weiteren Saisonverlauf wären zum jetzigen Zeitpunkt allerdings unangebracht. (zg)

VfL Günzburg Bieber, Rösch; Bandlow (9/2), Pfetsch (2), M. Jahn (3), S. Jahn (2), Buck (5), Ruckdäschel (1), Meye (2), Grabher, Krasovec, Jäger (2)

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