1. Startseite
  2. Lokales (Günzburg)
  3. Ein Dankeschön für die Günzburger Handball-Familie

Handball

03.06.2019

Ein Dankeschön für die Günzburger Handball-Familie

Absolviert seine 13. Spielzeit bei Frisch Auf Göppingen: Nationalspieler Tim Kneule (am Ball, hier gegen den Magdeburger Piotr Chrapkowski). Der gebürtige Reutlinger ist seit der laufenden Saison Kapitän seines Teams.
Bild: Ronny Hartmann, dpa

Der VfL Günzburg spielt an diesem Dienstag, 4. Juni, gegen den Bundesligisten FA Göppingen. Der Test ist eine Belohnung für Spieler und Fans – und eine Premiere für zwei Neulinge.

Vergleichsspiele mit den Großen des deutschen Handballsports haben Tradition in der neueren Günzburger Sportgeschichte. Nach dem damals frisch gebackenen deutschen Handballmeister HSV Hamburg 2011 und den Füchsen Berlin 2017 kommt nun Frisch-Auf Göppingen. Anpfiff zum Gastspiel des Erstliga-Achten beim Bayernliga-Dritten ist an diesem 4. Juni 2019 um 19.30 Uhr. Die Einheimischen hoffen auf eine stimmungsvolle Atmosphäre in der Rebayhalle.

Ein stolze Sammlung deutscher und europäischer Titel

Ob die alt-ehrwürdige Spielstätte ähnlich rappelvoll wird wie bei den Besuchen der Hamburger und der Berliner? Verdient hätten es die Handballer beider Mannschaften allemal. Göppingen ist ja nicht irgendein Bundesliga-Mitglied. Da kommt deutsche Handball-Geschichte an die Donau. Zunächst neun Mal (sieben Mal in der Halle, zwei Mal auf dem Feld) waren die württembergischen Schwaben vor Einführung der Hallenhandball-Bundesliga nationale Meister. Ihre Hoch-Zeit hatten sie in den 50er und 60er-Jahren des vergangenen Jahrhunderts, als die „Kempabuben“ unter anderem zwei Mal den Europapokal der Landesmeister errangen. Später, 1970 und 1972, kamen zwei weitere Titel unter dem stolzen Hohenstaufen dazu.

Und später, als der VfL Günzburg sein Handball-Märchen bis in den Europapokal schrieb, prägte vor allem die Wurfmaschine Jerzy Klempel das Bild der Grün-Weißen. Unvergessen für die älteren Günzburger Handball-Fans sind dessen Rückraum- und Freiwurf-Tore. Da der Pole bezahlt wurde und damals gegen den Amateurstatus verstieß, musste das Aushängeschild des deutschen Handballs zwangsabsteigen.

Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.
Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.

Rivalitäten zwischen den Fans

Über Jahre duellierten sich beide Vereine dann in der 2. Liga. Es waren DIE Schwaben-Derbys der damaligen Zeit. Gut leiden konnten sich die rivalisierenden Fangruppen damals überhaupt nicht, Handball war damals gröber, Vereinswechsel eher selten, die eigene Farbe war Prinzip, die andere Feindbild.

Während dann der VfL in die Uferlosigkeit der Kreisliga zurückfiel, gelang den Göppingern 2001 die Rückkehr ins Oberhaus. Unter dem heutigen Füchse-Trainer Velimir Petkovic gelangen vier EHF-Pokal-Siege. Der Bogen zur vormaligen europäischen Handball-Geschichte war so neu gespannt, Begeisterung inklusive – auch wenn der Frisch-Auf-Fan, um seine große Vergangenheit wissend, ein stets sehr kritischer Begleiter ist.

Nicht nur wegen der vielen historischen Berührungspunkte, sondern auch wegen der geografischen Nähe hat sich ein solches Freundschaftsspiel längst angeboten. Oft suchte VfL-Abteilungsleiter Armin Spengler nach einem geeigneten Termin. Jetzt hat es endlich geklappt und so empfängt der David VfL Günzburg heute den Riesen Frisch-Auf. Die Bayernliga-Spieler wollen versuchen, ein wenig aufmüpfig zu sein.

Der Trainer spielte früher für den VfL Günzburg

Personell könnten die Unterschiede natürlich nicht gewichtiger und vor allem größer sein. Immerhin können die tapferen Weinroten etliche frühere Bezirks-Jugendauswahlspieler stellen. Nico Jensen und Daniel Jäger durften weiland sogar nach Berlin zu einer DHB-Jugendsichtung. Frieder Bandlow war sogar schon zu einem Lehrgang der Jugend-Nationalmannschaft eingeladen. Der Gast setzt internationale Routine im Übermaß dagegen. Im Tor steht der 83-fache slowenische Nationalspieler Primoz Prost. Im Feld spielen die dänischen Nationalspieler Allan Damgaard, Jakob Bagersted und Tim Sörensen, für Kroatien spielte Jvan Sliskovic 54 und Kresimir Kozina 23 Mal. Der 50-fache bosnische Internationale Josip Peric und der 65-fache serbische Nationalspieler Nemanja Zelenovic spielen ebenfalls in grün-weißen Trikots. Mit Tim Kneule wurde ein württembergisches Handballkind vom TV Neuhausen/Erms in Göppingen zum 30-fachen DHB-Nationalspieler. Rekord-Torschütze mit aktuell 190 Treffern ist Marcel Schiller, ebenfalls vormals beim TV Neuhausen. Trainiert wird die Mannschaft von Hartmut Mayerhoffer. Hier gibt es wieder eine gemeinsame Geschichte, denn er spielte zur Günzburger Zweitliga-Zeit beim VfL. Mit Armin Spengler teilte er sich die Rückraum-Mitte, einer seiner Trainer damals hieß Stephan Hofmeister.

Für Frisch-Auf ist es die letzte Woche dieser Bundesliga-Saison. Am Pfingstsonntag folgt in der heimischen EWS-Arena der Saisonabschluss gegen den SC Magdeburg.

Der VfL befindet sich unterdessen schon wieder in der ersten Trainingswoche. Neu-Trainer Gabor Czako möchte sie zum gegenseitigen Kennenlernen nutzen. Erstmals im VfL-Trikot wird heute Neuzugang Uros Krasovec zu sehen sein. (zg)

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren