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Augsburg/Günzburg

25.01.2019

Ein Erinnerungsband für Adam Birner

Albert Eichmeier und Schülerin Eliana Kehoa enthüllen das Erinnerungsband von Adam Birner.
Bild: Michael Hochgemuth

Der Günzburger Stadtpfarrer soll nicht in Vergessenheit geraten. Ein Lehrer samt seiner Schülerinnen übernimmt die Patenschaft.

Die Erinnerungs-Werkstatt Augsburg hat am Mittwoch zwei neue Erinnerungsbänder angebracht, die an Augsburger Opfer des Nationalsozialismus erinnern sollen. In der Völkstraße 33 erinnert nun ein Erinnerungsband an die Familie Herrmann. Sie wurden am 2. April 1942 von den NS-Behörden in das Transitghetto nach Piaski bei Lublin verschleppt. Julius, Cilli, Margot und Trude Herrmann haben die Deportation nicht überlebt.

Das zweite Erinnerungsband, das in der Peutingerstraße 5 angebracht wurde, gilt dem katholischen Priester Adam Birner. Er wurde damals wiederholt wegen staatskritischer Äußerungen verhaftet. 1941 starb er während seiner Haftzeit im Augsburger Gerichtsgefängnis nach einem angeblichen Selbsttötungsversuch im Krankenhaus.

Schülerinnen haben die Patenschaft übernommen

Albert Eichmeier, Lehrer an der Agnes-Bernauer-Realschule, war mit seinen Schülerinnen bei der Enthüllung am Mittwochabend anwesend: Sie haben die Patenschaft für das Erinnerungsband übernommen. Anlässlich des 75. Todestages von Adam Birner im Jahr 2016 wurde über sein Leben in der Günzburger Zeitung ein umfangreicher Artikel veröffentlicht. So wurde Eichmeier auf den Priester aufmerksam. „Daraufhin habe ich Dokumente und Artikel gesammelt und die Lebensgeschichte des Priesters in der Klasse besprochen“, erklärt er.

Eliana Kehoa, Schülerin der 9. Klasse, wollte unbedingt die gemeinsam verfasste Biografie vorlesen. „Ich finde es sehr gut, dass wir dieses Thema durchgenommen haben. Es passt sehr gut zu unserem Geschichtsunterricht“, sagt sie. Zu der Leidensgeschichte von Adam Birner wurde 2002 von einem Günzburger Gymnasiallehrer ein Gedicht verfasst, das die Klasse ebenfalls durchgesprochen hat. Im Rahmen der Enthüllung des Erinnerungsbandes trugen zwei Schülerinnen den Text vor. Mit der Patenschaft wird die Geschichte eines „bemerkenswerten Mannes“ wieder lebendig, so Eichmeier. Adam Birner habe eine zeitlos gültige Bedeutung dafür, dass man für seine Werte einstehen und nicht wegschauen sollte.

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