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Günzburg

02.01.2018

Ein Feuerwerk der Musik mit Gunther Emmerlich

In Sektlaune waren die Mitwirkenden der Operettenrevue (von links): Gunther Emmerlich, Stefanie C. Braun, Eugene Amesmann und Elisabeth Artmeier.
Bild: Gah

Gunther Emmerlich und weitere Sänger präsentieren in Günzburg eine begeisternde Operetten-Revue zum Jahresausklang.

Sein langjähriges künstlerisches Zuhause, die Dresdner Semperoper, hat Gunther Emmerlich nach Günzburg mitgebracht, zumindest in Form eines großen Bildes und umringt von einem Silvesterfeuerwerk. Bei der Operettenrevue zum Jahresausklang, im Forum am Hofgarten, präsentierte er die Bass-Partie des Statthalters aus Carl Millöckers Bettelstudent, machte aber auch Ausflüge zu Oper und Musical.

Beim Trinklied des Falstaff aus Otto Nicolais lustigen Weibern war die Freude an den leiblichen Genüssen in jedem Ton zu bemerken. Die Musical-Rollen Milchmann Tevje und Alfred Doolittle sind Typen, die das Leben von der spitzbübischen Seite aus betrachten und auf das Glück hoffen. Die Dideldei-Passagen in „Wenn ich einmal reich wär“ klangen mal genervt von der schweren Arbeit, mal voll Vorfreude auf den ersehnten Reichtum.

Aber ein Bass allein kann keine Operettenrevue bestreiten. Denn Männer in seiner Stimmlage bekämen in Operetten nur Verräter zu spielen, aber keine Liebhaber, meinte Emmerlich. Die Tenorpartien übernahm Eugene Amesmann. Wunderbar leichtfüßig kamen Lehárs „Gern hab ich die Frauen geküsst“ und „Ob blond, ob braun, ich liebe alle Fraun“ von Robert Stolz daher. Dazu passte besonders gut einer von Emmerlichs vielen Gedanken über das Verhältnis von Tenor und Bass: „Der Bass hält nach der Vorstellung das, was der Tenor auf der Bühne verspricht.“ Aber auch Bass und Tenor genügen noch nicht für eine Operettenrevue. Denn natürlich gibt es in der Operette auch die großen Frauengestalten, zum Beispiel die Csárdásfürstin oder die Gräfin Mariza. Dafür waren die Sopranistinnen Elisabeth Artmeier und Stefanie C. Braun zuständig. Artmeier schwang sich im Auftrittslied der Mariza sehnsuchtsvoll zu den höchsten Höhen auf. Braun trat als Csárdásfürstin aus dem Zuschauerraum auf und beherrschte perfekt den Kontrast zwischen dem melancholischen Beginn und dem freudig tanzenden Ende.

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Die Sänger überzeugten nicht nur gesanglich, sondern auch mit zwei weiteren Qualitäten, die gute Operettendarsteller ausmachen. Bei „Tanzen möcht ich“ von Emmerich Kálmán buhlten Artmeier und Braun im Walzerschritt um die Gunst des Tenors Amesmann. Auch schauspielerisch wurde einiges geboten. Vor dem Schwipslied von Johann Strauß sprach Elisabeth Artmeier einen pointierten Monolog mit vielen Zitaten zum Thema Champagner, etwa von Coco Chanel: „Ich trinke Champagner nur zu zwei Gelegenheiten: immer wenn ich verliebt bin und immer wenn ich es nicht bin.“ Einen knisternden Flirt stellten Braun und Amesmann mit dem Uhrenduett aus der Fledermaus von Johann Strauß dar.

Begleitet wurden die Sänger von einer kleinen Besetzung des Philharmonischen Orchesters Augsburg mit Holzbläsern und Streichern, die Andreas Lübke vom Flügel aus leitete. Sie sorgten für einen schwungvollen Einstieg mit der Tritsch-Tratsch-Polka von Johann Strauß (Sohn) sowie für einen schmissigen Ausmarsch mit dem Radetzkymarsch von Johann Strauß (Vater).

Nach einem gemeinsamen Finale wurden alle Mitwirkenden mit tosendem Applaus verabschiedet. Das Publikum bekam drei Zugaben.

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