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Burgau

02.10.2019

Ein Heimspiel in der Burgauer Kirche mit Pauken und Trompeten

Das Bezirksjugendorchester probt mit vollem Einsatz für das Konzert am Sonntag, 6. Oktober. Der Burgauer Elias Smalko spielt an der Orgel.
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Das Bezirksjugendorchester probt mit vollem Einsatz für das Konzert am Sonntag, 6. Oktober. Der Burgauer Elias Smalko spielt an der Orgel.
Bild: Oliver Wolff

Der 18-jährige Organist Elias Smalko aus Burgau spielt mit dem Bezirksjugendorchester in der Stadtpfarrkirche Mariä Hinmelfahrt. Der Abiturient erzählt, wie er zum Orgelspiel gekommen ist und welche Pläne er hat

Elias Smalko sitzt an einer elektronischen Orgel, blickt in die Noten und wartet auf seinen Einsatz. Vor ihm spielt das Bezirksjugendorchester. Nach einem wilden, fanfarenartigen Ritt ist nun etwas Ruhe eingekehrt. Das Horn beginnt leise mit einem neuen Motiv. Daraufhin stimmen die Klarinetten getragen eine lyrische Melodie an. Es kommen immer mehr Instrumente hinzu – Flöten, Saxofone, Posaunen, Trompeten und Pauken. Gleich ist es soweit: Dirigent Christian Weng gibt den Impuls.

Der 18-jährige Burgauer an der Orgel drückt in die Tasten, ein mächtiger Sound schallt durch den Probenraum. Smalko muss allerdings aufpassen, nicht zu laut zu werden. Denn das Blasorchester soll der Zuschauer später im Kirchenkonzert am Sonntag, 6. Oktober, noch hören können. Weng winkt nach einigen Takten zufrieden ab: „15 Minuten Pause!“ Auch Elias Smalko ist sichtlich zufrieden. Es ist das erste Mal, dass der junge Orgelspieler zusammen mit einem Orchester spielt.

Normalerweise spielt Elias Smalko in Gottesdiensten

Normalerweise begleitet der Burgauer einen Chor oder spielt bei Gottesdiensten in der Stadtpfarrkirche Mariä Himmelfahrt. Es sei für ihn etwas neues, Teil eines großen Ensembles zu sein, so Smalko. „Sonst kann ich ja immer das Tempo bestimmen.“ Fünf Stücke wird er beim Konzert mit dem Jugendblasorchester spielen. Auch wenn die Arrangements alle geschrieben sind, improvisiert der junge Organist hin und wieder. Denn die Orgel, auf der er am Sonntag in der Burgauer Kirche sitzen wird, kennt Smalko aus dem Effeff. „Über die verschiedenen Register kann ich andere Klangfarben erzeugen.“

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Seine Liebe zur Orgelmusik kommt nicht von ungefähr. Seine Mutter Claudia Smalko ist ebenfalls Organistin. Und sein damaliger Musiklehrer am St.-Thomas-Gymnasium in Wettenhausen habe ihn in der siebten Klasse ermutigt, Orgelunterricht zu nehmen. Das nötige Talent an der Klaviatur brachte der Burgauer ohnehin mit, er erzielte bei Jugend Musiziert im Klavierspiel den ersten Platz.

Letztes Jahr hat Smalko einen Orgel- und Chorleiterkurs belegt, diesen braucht er für seine Zukunftspläne. Das Abitur hat er seit kurzem in der Tasche, nun richtet sich sein Blick zu bayerischen Musikhochschulen. „Ich mache jetzt erst einmal ein freiwilliges soziales Jahr, um mich auf die Aufnahmeprüfung vorzubereiten.“ Der 18-Jährige will Kirchenmusik studieren.

Ein Faible für Queen und Filmmusik

In seiner Freizeit hört Smalko „die Oldies“, wie er sagt. Musik aus den 70er- bis 90er Jahren gefällt ihm am besten. So ist er etwa Fan der Band Queen. Aber auch für Filmmusik hat der Abiturient einen Faible. „Mich interessiert auch die Komposition, vielleicht gehen ich einmal in den Bereich Film und Fernsehen.“

Für Dirigent Weng ist die Zusammenarbeit mit dem jungen Organisten eine Win-win-Situation. „Das Orchester und auch Elias selbst profitieren voneinander.“ Die meisten Jugendlichen haben noch nie mit einer Orgel zusammengespielt. Weng hat voriges Jahr das Bezirksjugendorchester als Herzensangelegenheit gegründet, als er Bezirksdirigent wurde. „Wir haben im Landkreis gute Musikschulen und Vereine.“ Nun spielen circa 50 Musiker aus der Region im Orchester, Schüler und Studenten – von 14 bis 27 Jahren. Weng legt bei seinen Proben besonders Wert auf die Musikalität, etwa auf die Phrasierung einer Melodie. Darin sieht der Dirigent einen Nachhaltigkeitsgedanken: „Wir haben im Orchester ein hohes Niveau, die jungen Musiker können später ihre Erfahrung in ihren Vereinen einbringen.“

Auswahl der Stücke ist an das Gotteshaus angepasst

Den Zuschauer erwartet am Sonntag ein buntes Konzertprogramm, so der Dirigent – von sinfonischer Dichtung zu Filmmusik. „Wir haben für jeden etwas dabei und die Auswahl der Stücke an die Kirche angepasst.“ Unter anderem werden die Jugendlichen „Also sprach Zarathustra“ von Richard Strauss spielen und „Pilatus“ von Steven Reineke. Gespielt wird in der herkömmlichen Besetzung eines sinfonischen Blasorchesters. „Es wird sich auch der ein oder andere Überraschungsgast die Ehre geben“, verspricht der Dirigent.

Konzert Das Kirchenkonzert des Bezirksjugendorchesters unter der Leitung von Christian Weng findet am Sonntag, 6. Oktober, um 17 Uhr in der Burgauer Stadtpfarrkirche Mariä Himmelfahrt statt. Der Eintritt ist frei.

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