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Offingen

24.06.2017

Ein Kindergarten zieht um

In der alten Turnhalle des St.-Georg-Kindergartens in Offingen stapeln sich die Umzugskartons.
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In der alten Turnhalle des St.-Georg-Kindergartens in Offingen stapeln sich die Umzugskartons.
Bild: Stephanie Lorenz

Buben, Mädchen, Personal und kistenweise Spielzeug wandern in die neue Offinger Kita. Ein Kraftakt, aber die Vorfreude ist riesig.

„Sterntaler“ und „Märchenstern“ wären auch zur Auswahl gestanden. Letztlich stimmten die meisten Eltern für „Glücksstern“. Nun heißt der neue Offinger Kindergarten offiziell „BRK-Kinderhaus Glücksstern“. Voraussetzung sei gewesen, dass das Wort „Stern“ im Namen vorkomme, erklärt Zweiter Bürgermeister Robert Hieber (FWO). Schließlich wurde das Haus auf dem Gelände des ehemaligen Gasthofs Stern errichtet, der 2015 abgerissen worden war.

Am heutigen Samstag findet der Umzug in die neuen Räume statt. Von der Kindergartenstraße an den Dr.-Zeiler-Platz. „Dann kommt Leben in die Bude“, sagt Hieber. Einen Umzug haben die meisten schon erlebt. Aber wie zieht eigentlich ein ganzer Kindergarten um?

„Wir packen seit vier Wochen“, sagt Sandra Bredl, die stellvertretende Kindergartenleitung. „Zum Glück hatten wir gutes Wetter. So konnte draußen jemand auf die Kinder aufpassen und drinnen jemand packen.“ Der Umzug sei auch ein guter Zeitpunkt gewesen, auszusortieren. Alte Spielsachen zum Beispiel, die sich in den Schubladen stapelten. Hier durften die Kinder entscheiden: Was soll mit, was kann weg? „So haben wir sie in den Prozess des Umzugs mit einbezogen“, erklärt Bredl. Sie hätten mitsortiert, geräumt und gepackt und seien schon ganz aufgeregt.

Der Abschied vom alten Kindergarten war emotional

Die Erzieherinnen dagegen kriegen momentan etwas Panik, ob auch alles gepackt ist, gibt Bredl zu. „Die Wochen zuvor waren fast schlimmer als der eigentliche Umzug.“ Auch eine emotionale Abschiedsfeier liegt hinter den Erzieherinnen, Kindern und Eltern des St.-Georg-Kindergartens. Zu „Time to Say Goodbye“ seien sie alle gemeinsam in den Garten gegangen. „Da liefen schon ein paar Tränen beim Personal.“ Immerhin sei sie seit 15 Jahren dabei, sagt Bredl, manche Kollegen seit 35 oder 40 Jahren. Zum Abschied ließen sie Luftballons steigen und sprachen dabei Wünsche für die Zukunft aus. Und die beginnt am heutigen Samstag mit viel Vorfreude.

Um acht Uhr werden alle Mitarbeiter des Kindergartens und der Verwaltung sowie eine Umzugsfirma gemeinsam anpacken, sagt Petra Tophofen, Bereichsleiterin Soziale Dienste beim BRK-Kreisverband Günzburg und zuständig für die Kitas. Ein Umzug dieser Größenordnung sei schon eine Herausforderung. Aber logistisch müsste alles funktionieren, die Kartons seien alle mit Raumnummern und Gruppennamen beschriftet, erklärt Tophofen. Jetzt werde es Zeit. „Ich könnte das Personal, die Kinder und Eltern gar nicht weiter zurückhalten“, sagt sie und lacht. Alle freuten sich schon und seien begeistert vom Bau.

Der alte Kindergarten von 1971 kostete damals 610.000 Mark

Errichtet wurde das Gebäude in Holzbauweise. Dazu hatte man sich 2014 nach der Besichtigung einer Kita in Krumbach entschieden. „Auch wenn diese Lösung etwas teurer war“, sagt Robert Hieber.

Bei circa 4,1 Millionen Euro werden sich die Baukosten Hieber zufolge einpendeln. Die Gemeinde erwarte knapp über eine Million Euro an staatlichen Zuschüssen, somit trage sie selbst Kosten von circa 3,1 Millionen Euro. „Das ist eine große Summe, die uns aber die nachfolgende Generation wert ist.“ Der alte Kindergarten – 1971 gebaut von der katholischen Kirchenstiftung – habe damals 610000 Mark gekostet.

Das neue Gebäude wurde in Passivhaus-Standard errichtet, erklärt Bauamtsleiter Stephan Uano. Geheizt und gekühlt werde mit einer Eisspeicherheizung. Diese nutzt die Energie, die beim Gefrieren von Wasser frei wird. Im Prinzip wie ein Kühlschrank, der kühlt und gleichzeitig Wärme abgibt. „Gleichzeitig haben wir Solarunterstützung auf dem Dach“, sagt Uano.

Die Kindertagesstätte wird einmal 130 Kindern Platz bieten. Etwa 100 im Kindergarten, verteilt auf vier Gruppen, sowie je 15 in den beiden Krippengruppen. Neben den Gruppenräumen gibt es verschiedenartig nutzbare Funktionsräume, einen Mehrzweckraum, ein Familienstützpunktbüro und eine Turnhalle, die auch von anderen Einrichtungen wie der Vhs oder der Musikschule genutzt werden kann.

1868 gab es den ersten Kindergarten in Offingen. Fast 150 Jahre später ist am Mittwoch offizieller Start im neuen Haus.

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