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Günzburg

01.08.2018

Ein Konzert voller Premieren in der Frauenkirche 

Bei seiner Serenade in der Günzburger Frauenkirche brachte das Günzburger Kammerorchester unter anderem das Rondo in A-Dur für Solovioline und Streicher von Franz Schubert zur Aufführung. Solist war der Konzertmeister Bernhard Büsch.
Bild: Martin Gah

Neben Eigenkompositionen des Bratschisten Thomas Bäurle kamen bei der Serenade des Günzburger Kammerorchesters auch Mozart und Schubert zur Aufführung.

Thomas Bäurle ist nicht nur Bratschist beim Günzburger Kammerorchester, sondern auch Komponist. Zwei seiner Werke erklangen beim Kultursommer-Konzert in der Frauenkirche. Eines davon wurde sogar in Teilen uraufgeführt.

Der 1957 geborene Bäurle nimmt gerne Anleihen bei Barock und Klassik. In der Nachfolge von Zwölftonmusikern wie Arnold Schönberg sieht er sich nicht. Das erste seiner Stücke, das in Günzburg erklang, war das Vivace in d-Moll von 1994. Dessen Melodie ist immer treibend. Wodurch sie inspiriert wurde, weiß Bäurle noch genau. Zu dieser Zeit war er oft auch in den Wintermonaten eiligen Schrittes durch seine Heimatstadt Krumbach unterwegs, mit der Tochter im Kinderwagen. Bei diesem Stück war die Vorliebe des Komponisten für einen kunstvollen Aufbau zu erkennen. Melodie und Begleitung wechselten immer wieder zwischen den hohen und tiefen Streichern hin und her. Dann folgten Echoeffekte, zunächst zwischen den Violinen und Celli, dann zwischen Bratschen und Celli. Das zweite Werk aus Bäurles Feder war das Divertimento Nummer vier in G-Dur von 2007.

Für einen Sommerabend mit Prosecco

Dieses hat der Komponist nach eigenem Bekunden für einen lauen Sommerabend mit einem Glas Prosecco geschrieben. Ein langsamer Satz wird dabei von zwei schnellen Sätzen umrahmt. Der erste Satz wurde beim Kultursommer erstmals öffentlich gespielt. Die marschmäßige Melodie beginnt mit Aufwärts- und Abwärtsdreiklängen, dann folgen Achtelläufe in Legati. Der Kontrabass bildet dafür ein solides rhythmisches Fundament.

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Elegisch ist der zweite Satz mit seinen molligen Abwärtsdreiklängen und einem durchgängig gezupften Kontrabass. Federleicht und fröhlich hüpfend kommt der dritte Satz daher. Die effektvolle Gestaltung zeigt sich an den Wechseln zwischen Dreiklängen, Legati, Stakkati und Triolen.

Beim Rondo in A-Dur für Solovioline und Streicher von Franz Schubert war Bernhard Büsch aus Zusmarshausen der Solist. Der Konzertmeister des Günzburger Kammerorchesters ist zugleich Mitglied des Ensembles „Melodissimo“, dessen Repertoire von Barock bis Gospel reicht. Schuberts zweisätziges Werk setzt sich zusammen aus einer langsamen Einleitung und dem namensgebenden Rundtanz, der aus zwei Motiven besteht. Wie ein fröhlicher Jauchzer klingt der Beginn der langsamen Einleitung, wo Solist und Orchester zusammen spielen.

Rhythmische Antworten auf melodische Kapriolen

Dann bewältigt der Solist mühelos 64tel-Noten, Dreiklänge über mehrere Oktaven nach oben und nach unten, chromatische Abwärtswellen, Vibrati und Triller. Das Orchester gab gelegentlich rhythmische Antworten auf diese melodischen Kapriolen.

Ein glänzendes Finale fand das Konzert mit dem Divertimento Nummer 2 B-Dur in drei Sätzen von Wolfgang Amadeus Mozart. Ein düsteres melancholisches Bild zeichnet der erste Satz im Adagio. Darauf folgt fröhlich und spritzig der rasante zweite Satz mit zahlreichen chromatischen Wellen. Mit dem beschwingten, walzerseligen Finale fand das zurecht umjubelte Konzert sein Ende.

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