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Landkreis Günzburg

28.10.2018

Ein Landkreis, zwei Volkshochschulen

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Im Haus der Bildung in Günzburg hat die Vhs Günzburg ihren Sitz.
Bild: Bernhard Weizenegger

Einer Studie zufolge ist das Vhs-Kursangebot in der Region Günzburg im bayern- und deutschlandweiten Vergleich unterdurchschnittlich. Woran kann das liegen?

Seit zweieinhalb Jahren hat es der Landkreis Günzburg eingraviert auf einem Schild. Er gehört zu den „Bildungsregionen in Bayern“. Aber wie ist es um die Bildung – genauer: um die Fortbildung im Kreis tatsächlich bestellt? Das versucht der Deutsche Weiterbildungsatlas – eine Erhebung im Auftrag der Bertelsmann-Stiftung – nun zum dritten Mal herauszubekommen(wir berichteten). Die Weiterbildungsteilnahme der Menschen in rund 400 Landkreisen und kreisfreien Städten wurden ebenso untersucht wie die Weiterbildungsangebote in verschiedenen Sektoren. Speziell das öffentliche Angebot kann viele Menschen erreichen. Gemeint sind damit die Kurse der Volkshochschulen (Vhs). Und hier schneidet der Landkreis Günzburg eher unterdurchschnittlich ab.

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Die Forscher haben einen Mittelwert von 5,37 Kursen pro 1000 Einwohner für die Jahre 2012 und 2013 errechnet. Der sank in den Jahren 2014/2015 auf 5,21 Kurse.

Agieren in den Grenzen der Altlandkreise

Eine Spezialität des Landkreises Günzburg: Dort sind zwei Vhs tätig, die nach wie vor in den Grenzen der Altlandkreise Günzburg und Krumbach agieren und unterschiedlich organisiert sind: zwar beide als Verein, aber Günzburg (mit zehn Außenstellen) mit einigen hauptamtlichen Kräften in Voll- und Teilzeit, während in Krumbach (drei Außenstellen) nur die Geschäftsführerin halbtags (19,5 Stunden) bezahlt wird. Die anderen Mitarbeiter sind ehrenamtlich im Einsatz.

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Die Mehrzahl der Volkshochschulen in Bayern hat den Weg mit Hauptamtlichen gewählt. Denn das Ehrenamt stößt an Grenzen. So hat im Jahr 2014 die Vhs Günzburg 980 Kurse angeboten und die Volkshochschule Krumbach 247. Dazu zählen der eineinhalbstündige Vortrag ebenso wie die mehrtägige Studienreise. Zwar leben im Süden des Landkreises nicht so viele Menschen wie im Norden (etwa ein Drittel zu zwei Dritteln). Doch dieses Einwohnerverhältnis spiegelt sich in den Kursen nicht ganz. Die Vhs Krumbach ist mit ihrem Angebot unterrepräsentiert. „Mehr“, sagt die Krumbacher Volkshochschul- Vorsitzende Johanna Herold, „geben unsere Strukturen nicht her“.

Günzburg Platz 11, Krumbach Rang 22 - ein schiefer Vergleich?

Das spiegelt sich auch in einem schwäbischen Ranking der Volkshochschulen wider. Danach landet Herolds Angaben zufolge Günzburg in diesem Jahr auf Platz elf (von 25) – und Krumbach kommt erst an 22. Stelle. Für die Vhs-Vorsitzende ist das ein Vergleich „von Birnen und Äpfeln“, da Haupt- und Ehrenamt einfach gleichgesetzt werde. Der Vorteil der unbezahlten Organisationsstruktur sei es, „sehr schnell entscheiden und die Kurse kostengünstig anbieten zu können“.

Günzburgs Vhs-Geschäftsführerin Petra Demmel kritisiert, dass in der Studie gesetzgeberische und strukturelle Gegebenheiten gar nicht berücksichtigt würden. In Baden-Württemberg etwa sei es möglich, sich als Lehrer für Jahre beurlauben zu lassen, um in der Erwachsenenbildung tätig sein zu können. Und auch innerhalb Bayerns seien die Unterschiede groß: In München und dessen „Speckgürtel“ sowie den Hochschulstädten sei es im Vergleich zu einer ländlichen Region wie Günzburg deutlich einfacher, Dozenten zu gewinnen. Und das Kursangebot nähmen die Menschen auch schneller wahr und an. Die Bereitschaft zur Weiterbildung sei größer. Was heißt das alles für die beiden Volkshochschulen Günzburg und Krumbach? Wäre eine einzige mit einheitlichem Konzept für den gesamten Landkreis nicht „Erwachsenenbildung aus einem Guss“? Die gebürtige Krumbacherin Demmel will dazu nichts sagen.

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