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Günzburg

23.10.2018

Ein „Like“ von der Kämmerin für den Haushalt

Der Günzburger Haushalt des laufenden Jahres ist ausgesprochen erfreulich - Kämmerin Heidi Henseler war das ein „Like“ wert.
Bild: Rebekka Jakob

Warum die Sitzung am Montag für den Günzburger Oberbürgermeister außerdem erfreulich war.

Kämmerer sind äußerst vorsichtige Menschen. Da mag es noch so gut aussehen in der Stadtkasse, die Aufgabe des Kämmerers ist es, trotzdem zu Skepsis und Sparsamkeit zu neigen. Wenn Kämmerer, noch dazu so versierte wie Heidi Henseler, dem laufenden Haushalt einer Stadt wie Günzburg das Prädikat „Daumen hoch“ verleihen, will das also schon etwas heißen. Der Zwischenbericht des Haushaltsjahres 2018 lässt Gutes hoffen. Deswegen gab es von der Chefin der Günzburger Stadtkasse auch ein echtes „Like“ für den Kassenstand auf der eingeblendeten Präsentation – sehr zur Freude der Stadträte und von Oberbürgermeister Gerhard Jauernig.

Für den OB war es ohnehin eine ausgesprochen erfreuliche Sitzung am Montagabend – wenige Minuten vor Beginn hatte die Stadtkapelle Günzburg ihm vor dem Rathaus ein Ständchen anlässlich seines Geburtstags gespielt – Jauernig wurde am vergangenen Donnerstag 50. Zweiter Bürgermeister Anton Gollmitzer und Dritte Bürgermeisterin Ruth Niemetz gratulierten und beschenkten ihn dann drinnen am Ratstisch. Dabei erklärte Gollmitzer humorvoll das Geheimnis des Erfolgs des Oberbürgermeisters: Er habe beim „Menschen-ärgere-dich-nicht-Spielen den Umgang mit den Fraktionen gelernt. „Wenn man dabei geschickt ist, behindern sich die anderen Mitspieler gegenseitig und man kann ganz entspannt vorbei ziehen.“ Freilich funktioniere das nicht immer. „Dann gilt: OB ärgere Dich nicht.“

Zum Ärgern gab es aber in dieser öffentlichen Sitzung keinen Grund, alle Beschlüsse fielen Einstimmig und Diskussionsbedarf gab es praktisch keinen. 2019 wird die Straße „Am Wasen“ ausgebaut – dort wurde zuletzt Richtfest für 15 Sozialwohnungen gefeiert und der Bau von sechs weiteren Wohnungen für anerkannte Flüchtlinge kann beginnen, sobald die archäologischen Grabungen auf dem Areal beim Friedhof beendet sind. Die bisher unbefestigte Straße, die nördlich an den Friedhof angrenzt, wird auf sechs beziehungsweise fünf Meter Breite ausgebaut. Auch die Straße Nördliches Günztal erfährt einen Ausbau, zusammen mit der Verbindungsstraße zum Kapellenweg und einem Teil des Kapellenwegs. Ein Teil der Anlieger fordert diesen Ausbau der bisher unbefestigten Straße schon lange. Konkret werden 145 Meter der Erschließungsstraße „Nördliches Günztal“ mit einer Breite von fünf Metern ausgebaut, vom Kapellenweg kommend entsteht eine asphaltierte Parkbucht für zwei Fahrzeuge. Zwei Bäume werden an geeigneten Stellen gepflanzt. Die 91 Meter lange Seitenstraße wird drei Meter breit ausgebaut – Absperrungen sollen ein Zwischenstück ausschließlich für Fußgänger und Radfahrer zugänglich machen. Im Kapellenweg entstehen 35 Meter Straße mit fünf beziehungsweise drei Metern Breite. Im Dreieck der Straßengabelung wird auf einer Grünfläche ein Baum gepflanzt.

Mit zwei Bebauungsplanänderungen am Leitenweg (hier entsteht eine Physiotherapiepraxis) und im Südöstlichen Donauried (hier soll ein Einfamilien-Wohnhaus neben landwirtschaftlichen Gebäuden entstehen) ermöglichten Verwaltung und Stadtrat zwei private Bauvorhaben, bevor Heidi Henseler Gutes zu berichten hatte: „Bei der Gewerbesteuer sieht es sehr gut aus“, so die Kämmerin in ihrem Zwischenbericht. Sie rechnet hier mit 10,3 bis 10,5 Millionen Euro Einnahmen in diesem Jahr, unter dem Strich könnte etwa eine Million mehr bleiben als kalkuliert. Etwa 200000 Euro Mehreinnahmen gibt es auch bereits bei der Grundsteuer zu verzeichnen. Da in der städtischen Verwaltung dieses Jahr noch nicht alle Stellen wie geplant besetzt werden konnten, dürfte auch hier etwas übrig bleiben. 12,1 Millionen Euro sind für die Gehälter dieses Jahr vorgesehen, 68 Prozent sind bis heute ausgegeben worden. Mit 3,8 Millionen Euro vorgesehener Zuführung zum Vermögenshaushalt hat sich der städtische Kassenstand ein „Like“ verdient, befand die Kämmerin, die ihre Zahlen deswegen mit dem Facebook-typischen „Daumen hoch“ garnierte. Freude bei den Stadträten – und beim Geburtstagskind und Oberbürgermeister natürlich auch.

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