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Günzburg

14.11.2018

Ein Musical für das Schuljubiläum

Hier sind Schulleiter Markus Mayer und die Lehrerin Christina Kurzweil, Autorin und Regisseurin des Musicals „Viel erlebt“, zu sehen. Der Schulleiter spielt im Kutten-Kostüm in dem Stück mit.
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Hier sind Schulleiter Markus Mayer und die Lehrerin Christina Kurzweil, Autorin und Regisseurin des Musicals „Viel erlebt“, zu sehen. Der Schulleiter spielt im Kutten-Kostüm in dem Stück mit.
Bild: Philipp Wehrmann

Die Grund- und Mittelschule Wasserburg gibt es seit 50 Jahren. Wie sie entstand, was sie heute ausmacht und wie eine Lehrerin dafür ein Stück geschrieben hat.

Die Grund- und Mittelschule Wasserburg gibt es seit einem halben Jahrhundert. Am Donnerstag feiert sie das mit einem Musical, das die Lehrerin Christina Kurzweil zu diesem Anlass geschrieben und mit Schülern aller Stufen einstudiert hat. Auch Schulleiter Markus Mayer schlüpft dafür in eine Kutte und steigt auf die Bühne. Am Freitag und Samstag gibt es weitere Aufführungen.

Das Musical „Viel erlebt“ erzählt die Entwicklung der Schule – von der Steinzeit bis zur Gegenwart – und wirft am Ende einen Blick in die Zukunft. Es gibt Zwischenstopps: Die zwölf Szenen spielen zum Beispiel im antiken Griechenland, im alten Ägypten und im Mittelalter.

Kurzweil arbeitete 20 Monate an dem Stück. Erst schrieb sie es, dann probte sie die Szenen mit den etwa 50 Darstellern und koordinierte die Aufführung. So wurden die Bühnenbilder im Kunstunterricht von den Schülern gestaltet. „Mir war wichtig, dass ‚Klein und Groß’ in dem Musical zusammenarbeiten“, sagt Kurzweil. Ab einem gewissen Punkt übte sie täglich mit den Schülern, außerhalb des Unterrichts. Die Schüler singen Musik aus den vergangenen 50 Jahren, das älteste Stück stammt von den Beatles. Sie werden von Live-Musikern und Play-back begleitet.

Zum ersten Mal wurden dort 1968 Schüler unterrichtet

Auch die Geschichte der Wasserburger Schule thematisiert das Musical: Zum ersten Mal wurden dort 1968 Schüler unterrichtet, nachdem die Gemeinden Bubesheim und Wasserburg beschlossen hatten, eine Schule zu bauen. War es zunächst noch eine katholische Bekenntnisschule, so wurden diese 1969 in ganz Bayern durch neue Volksschularten abgelöst, fasst Mayer zusammen. Im zweiten Schuljahr besuchten 545 Kinder die Schule – das Maximum waren 692 Kinder in 19 Klassen.

Heute gibt es in den Klassen eins bis neun noch 254 Schüler. „Das ist in vieler Hinsicht ein Vorteil“, sagt Mayer. Eine neunte Klasse der Schule habe zu 100 Prozent den Qualifizierten Abschluss geschafft. Üblich sind 50 bis 60 Prozent, sagt Mayer, der seit 2016 Schulleiter in Wasserburg ist und davor Konrektor der Burgauer Mittelschule war.

Die Grundschule sei eine „Flexible Grundschule“. Das bedeute, dass es neben reinen ersten, zweiten, dritten und vierten Klasse auch Kombiklassen gibt, erklärt Mayer. In diesen lernen Erst- und Zweitklässler beziehungsweise Dritt- und Viertklässler jeweils gemeinsam. „Das erlaubt, dass Schüler relativ leicht ein Jahr überspringen können oder sich drei statt zwei Jahre für die beiden Jahrgangsstufen nehmen“, erklärt der Schulleiter. „Jedes Kind hat unterschiedliche Bedürfnisse.“ Die Mittelschule sei sehr auf Berufsorientierung ausgerichtet: „Ich halte das für die Kernaufgabe der Mittelschule.“

Physik und Englisch für manche ab der ersten Klasse

Die Schule ist Modellschule für Begabtenförderung im Projekt „Leistung macht Schule“. Begabte Schüler erhalten Physik- und Englischunterricht ab der ersten Klasse. Wie funktioniert das? „Der Unterricht ist rein praktisch orientiert, gerechnet wird da nicht. Die Schüler lernen mit Baukästen, wie zum Beispiel ein Stromkreis funktioniert“, erklärt Konrektorin Marion Vega. „Es gibt viel mehr Hochbegabte, als man denkt“, betont Mayer.

Die Schule beteiligt sich außerdem am Projekt „Leistung neu denken“. Das erklärt der Schulleiter so: Um die Abschlussnoten in der vierten Klasse, die manche als „Grundschulabitur“ bezeichneten, fair zu gestalten, sollen Referate und Projekte häufiger schriftliche Prüfungen ersetzen.

Die Feier zum Jubiläum findet in der Schulturnhalle statt, die kürzlich saniert wurde. „Damit unsere Schülerinnen und Schüler ausgiebig und sicher sporteln können, investieren wir knapp 300000 Euro in die Turnhalle“, sagt Oberbürgermeister Gerhard Jauernig. Unter anderem wurden das Sichtmauerwerk und die Sprossenwände erneuert. Außerdem wird derzeit die Westfassade der Schule für 85000 Euro saniert. „Es ist unserer familiären Schule zu verdanken, dass wir so etwas auf die Beine stellen konnten“, sagt Mayer.

Termine Die Feier am Donnerstag für geladene Gäste beginnt um 18 Uhr mit einem Wortgottesdienst, um 19 Uhr folgt der Festakt, um 20 Uhr beginnt das Musical. Am Freitag und Samstag finden um jeweils 18 Uhr Aufführungen des Musicals statt.

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