Newsticker

Mehr als 10.000 Neuinfektionen in Deutschland
  1. Startseite
  2. Lokales (Günzburg)
  3. Ein Ort, an dem man sich wohlfühlt

Stoffenried

27.02.2015

Ein Ort, an dem man sich wohlfühlt

Kreisheimatpflegerin Barbara Mettenleiter-Strobel vor der Kreisheimatstube in Stoffenried.
Bild: Kornelius Launhardt

Kreisheimatpflegerin Barbara Mettenleiter-Strobel erklärt, was die Region für sie bedeutet. Und warum die eigenen Wurzeln sowie die Geschichte so wichtig für sie sind.

Wenn man von Heimat spricht, denkt jeder Mensch an etwas anderes. An unterschiedliche Gegebenheiten, an verschiedene Personen und an verschiedene Orte. Jeder definiert den Begriff Heimat für sich selbst. Zum Auftakt unserer Serie „Unsere Heimat“ haben wir mit der Kreisheimatpflegerin Barbara Mettenleiter-Strobel (56) über den Begriff Heimat gesprochen. Sie hat uns erzählt, was für sie besonders wichtig ist.

Wie würden Sie den Begriff Heimat umschreiben?

Mettenleiter-Strobel: Da wo man zuhause ist. Dort wo die Wurzeln sind, wo die Freunde und die Familie sind. Wo man sich wohlfühlt. Aber man kann auch eine neue Heimat finden, wenn man eine Umgebung findet, in der man sich wohlfühlt und in der man sich selbst verwirklichen kann.

Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.
Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.

Was bedeutet für Sie persönlich Heimat? Woran machen Sie das fest?

Mettenleiter-Strobel: Die Wurzeln sind ganz wichtig. Der Bodenkontakt. Die Geschichte der eigenen Vorfahren und auch die der Mitmenschen ist wichtig. Der geschichtliche Bezug zur Umgebung, in der man lebt.

Warum leben Sie gerne hier?

Mettenleiter-Strobel: Weil ich alle diese Gegebenheiten hier vorfinde. Weil ich hier meine Freunde habe. Und weil meine Familie hier ist. Mittelschwaben ist sehr abwechslungsreich. Und wir haben hier eine sehr vielfältige Kulturlandschaft. Auch die Jahreszeiten sind für mich sehr wichtig. Ich mag das Wechselspiel der Jahreszeiten und dass sie alle sehr unterschiedlich sind. Ich könnte nie auswandern in ein Land, in dem diese Unterschiede bei den Jahreszeiten nicht vorhanden sind. Das ist für mich unvorstellbar. Da würde ich etwas vermissen.

Was ist Ihr Lieblingsort im Landkreis?

Mettenleiter-Strobel: Eigentlich ist mein Lieblingsort schon in Stoffenried.

Gibt es da besondere Orte, an denen Sie sich am liebsten aufhalten?

Mettenleiter-Strobel: Ja. Auf meiner Terrasse. Morgens, wenn die Sonne scheint mit einem Kaffee. Da tanke ich auf und sammle Kraft für die Aufgaben, die mich am Tag erwarten. Auch die Kreisheimatstube mit Blick auf den Dorfweiher und die schönen Bauernhäuser ist so ein Ort.

Was ist an diesem Ort so besonders?

Mettenleiter-Strobel: Der Weiher hier in Stoffenried hat einfach zu jeder Jahreszeit einen besonderen Charme.

Wie hat sich Ihre Heimat verändert, seit Sie dort leben?

Mettenleiter-Strobel: Was ich mit Erschrecken feststelle, ist, dass vielerorts hässliche Bauten hingestellt werden, die überhaupt nicht in die Umgebung passen und dass dafür schöne alte Häuser abgerissen werden. Verändert hat sich auch die Natur. Wo früher Wiesen waren, wird jetzt sehr viel Mais angebaut. Und ich finde, diese Monokultur passt gar nicht zu Mittelschwaben. Es wird einfach sehr viel Land verbaut. Es ist wichtig, dass man nicht alles planlos dem Verkehr opfert.

Wie sollte Ihre Heimat in Zukunft aussehen?

Mettenleiter-Strobel: Die Leute sollten bewusster mit dem umgehen, was sie zur Verfügung haben. Die Architekten und Straßenplaner sollten mit mehr Fingerspitzengefühl agieren. Und mehr auf die natürlichen Gegebenheiten eingehen.

Wie kann man sich seine Heimat bewahren, wenn man beispielsweise umziehen muss?

Mettenleiter-Strobel: Heimat ist da, wo man sich wohlfühlt, da wo man Freunde hat. Wenn das wegfällt, muss man sich Netzwerke aufbauen, um neue Menschen kennenzulernen und neue Freunde zu finden. Man kann alte Rituale weiterführen, die man in der alten Heimat hatte. Und wenn es nur das Kochen von traditionellen Gerichten ist. Wenn man diese Rituale beibehält, kann man sich ein Stück Heimat bewahren.

Wie kann man anderen Menschen eine Heimat geben, die ihre ursprüngliche Heimat verloren haben?

Mettenleiter-Strobel: Indem man freundlich auf sie zugeht und sie nicht von vornherein ablehnt. Ein kleines Lächeln kann da schon sehr viel bewirken.

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren