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Wiesenbach

25.09.2020

Ein Rohrbruch und seine Folgen für die SpVgg Wiesenbach

Klare Ansagen: Sein erstes Spiel als Trainer des Fußball-Kreisligisten SpVgg Wiesenbach hat Robert Nan einen Teilerfolg beim Spitzenreiter beschert. Nun sollen Heim-Punkte her. Wobei aus Wiesenbacher Perspektive der Begriff „Heimspiel“ in den kommenden Wochen eine ungewöhnliche Wendung erfährt.
Bild: Thomas Braun

Plus Das Malheur passierte bereits Ende März, doch trotz monatelanger Arbeit müssen die Fußballer aus Wiesenbach für ihre Heim-Premiere unter Trainer Robert Nan umziehen.

Es geschah am 12. März 2020. Die SpVgg Wiesenbach hatte gerade ihr abschließendes Vorbereitungsspiel vor dem Rückrunden-Auftakt der Fußball-Spielzeit 2019/20 absolviert und die Spieler beider Mannschaften säuberten ihre Kickschuhe wie immer an der gegenüber dem Treppenabgang zum Umkleidetrakt gelegenen Schuhwaschanlage. Als der letzte Akteur den Wasserhahn geschlossen hatte, dachte niemand ernsthaft daran, dass dies die letzte Verwendung der Anlage für eine lange Zeit sein sollte. Kurz darauf verkündete Ministerpräsident Markus Söder den Lockdown und auch in Wiesenbach zog sich der Fußball und damit die Sportheim-Nutzung in den unfreiwillig verlängerten Winterschlaf zurück. Mit Folgen, die bis heute wirken.

Wasser in den Kabinen

Ein überraschender Kälteeinbruch am 25. März sorgte dann für das große Malheur und viel Aufregung. Einer der sechs Wasserhähne der Schuhwaschanlage platzte und aus der nach wie vor geöffneten Rohrleitung sprudelte fröhlich ziemlich viel frisches Nass. Pech war, dass ausgerechnet jener Wasserhahn platzte, der exakt gegenüber dem Treppenabgang zu den Umkleidekabinen und der Heizungsanlage befestigt ist. So konnte stundenlang ungehindert Wasser in den Kabinen-, Dusch- und Heizungstrakt fließen. Fazit: Totalschaden im Kellerbereich des Sportheimes.

Robert Fäustle leitet den Wiederaufbau

Doch die SpVgg Wiesenbach wäre nicht die SpVgg Wiesenbach, wenn sie an diesem Malheur zerbrechen würde. Unter Leitung des langjährigen Spielers Robert Fäustle, der das gesamte Wiederaufbauprogramm als Bauleiter begleitete und koordinierte, machten sich viele fleißige Hände an den Wiederaufbau. Das war speziell in Corona-Zeiten nicht einfach, denn selbstverständlich mussten auch hier Abstands- und Hygieneregeln eingehalten werden und es war auch immer nur eine bestimmte Zahl von Helfern in den Räumlichkeiten zulässig. „Wir arbeiteten quasi im Schichtbetrieb“, sagt ein sichtlich stolzer Bauleiter Fäustle mit Blick auf das nun Erreichte. Nachdem es satte 38 Tage gebraucht hatte, um den Bereich zu trocknen, wurde im Anschluss alles, aber auch wirklich alles erneuert. Vom Putz bis zu den Fliesen, von der Elektrik bis zur Heizungsanlage ist jetzt alles in Topp-Zustand. Auch eine Wasseraufbereitung wurde installiert, womit auch die Trinkwasserversorgung auf dem neuesten keimfreien Stand ist.

Positive Gespräche mit dem Nachbarn

Das alles kostete natürlich Geld und vor allem viel Zeit. Zu viel Zeit letztlich. Zum Neustart der Kreisliga-Runde kann der Umkleidebereich nämlich noch immer nicht genutzt werden und so musste sich der Verein nach Alternativen umsehen. Möglich wäre ein Tausch des Heimrechts gewesen. Letztlich aber kam man auf die nächstliegende Idee: das Sportgelände des nur wenige Kilometer entfernten Nachbarvereins SV Wattenweiler. Fäustle weiß über die Gespräche nur Positives zu berichten: „Man muss wirklich sagen, dass alles ohne Probleme und extrem schnell vonstattenging. Der SVW war sofort bereit, uns für die ersten fünf Heimspiele nach der Corona-Unterbrechung seine Anlage zur Verfügung zu stellen. Das war wirklich super.“

Ein besonderes "Heimspiel"-Erlebnis

Mit der Partie der Wiesenbacher gegen Schlusslicht SSV Neumünster-Unterschöneberg bekommt diese Spielstätte nun am Freitag, 25. September 2020, zum ersten Mal seit vielen Jahrzehnten Kreisliga-Fußball geboten (der SV Wattenweiler spielte Ende der 70er-/Anfang der 80er-Jahre einige Zeit in der ranggleichen, damaligen A-Klasse). Und es geht gleich weiter: An diesem Sonntag, 27. September 2020 (Anpfiff ist um 16 Uhr), erwartet die Elf von Trainer Robert Nan den TSV Offingen. Der neue Coach – Nan hatte zuvor drei Spielzeiten lang den FC Silheim betreut – und seine Mannen freuen sich jedenfalls auf das Erlebnis „Heimspiel“. Gut vorbereitet sind die Wiesenbacher und gut in Form auch, wie das jüngste 2:2 bei Tabellen-Primus TSV Ziemetshausen beweist.

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