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Burgau

22.01.2014

Ein Soldat schreibt Burgauer Geschichte

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2 Bilder
Viele Bilder sowie die zahlreichen Trommler-Orden erinnern an die über 60 Jahre Trommler-Albert. Die Ausstellung ist im Burgauer Schloss zu sehen.
Bild: Fotos: Peter Wieser

Seit 60 Jahren ist der Trommler-Albert eine feste Institution im Fasching. Eine Ausstellung im Schloss zeigt viele Erinnerungsstücke.

Was wäre der Burgauer Fasching ohne den Trommler-Albert? Ohne den Zug und die Kinderbrotspeisung mit den Schulkindern, angeführt von der Musikkapelle der Handschuhmacher und den Burgauer Stadtsoldaten durch die Innenstadt und das Stadttor? Viele Erinnerungen und ein gutes Stück Burgauer Geschichte stecken darin. Albert Vogele senior ließ um 1950 diese Tradition wieder aufleben, seit 1976 führt sie sein Sohn Albert Vogele junior weiter. Und genau diese soll in der Ausstellung „Trommler-Albert – Die Burgauer Faschingsfigur“, die er selbst zusammen mit Archivarin Martina Wenni-Auinger im Burgauer Schloss zusammengestellt hat, verdeutlichen.

Dass die Burgauer mit ihrem Fasching verbunden sind, ist klar. Dies zeigte sich erst recht in einem regelrechten Ansturm auf das Burgauer Schloss: An die 100 Besucher drängten in den Ausstellungsraum, so manchem blieb nichts anderes mehr übrig, als die Eröffnung vom Eingang des Schlosses aus zu verfolgen. Pünktlich um 15 Uhr erfüllte ein schmetterndes „So isch recht, so isch recht, Hio“ den Raum. Keiner ließ es sich nehmen, in ein weiteres „Burga zua, Burga zua“ oder „Brezga raus, Brezga raus, Hio“ mit einzustimmen. „Der Burgauer Fasching ist etwas ganz Besonderes“, betonte Bürgermeister Konrad Barm. Der Brauch der Kinderbrotspeisung geht über 400 Jahre zurück. So gab es sie auch während der Zeit des 30-jährigen Krieges – trotz Hunger und Pest. Im Jahre 2019 wird es ein 425-jähriges Jubiläum geben. War es bis zum Jahre 1935 noch der „Leimer“ (dr Leimer ond sei Frau, dia leabat ganz genau …), der mit den Kindern durch die Straßen zog, nach dem Krieg wurde er durch den „Trommler-Albert“ abgelöst, gab Martina Wenni-Auinger einen Rückblick auf die lange Tradition. Mit den Zeitzeugen Erwin Riederle und Karl Leßner sowie den damaligen Lehrkräften Luise Haltmayr und Maria Port, die bei der Eröffnung ebenfalls anwesend waren, fand sich so mancher Burgauer in der Zeit wieder, als er als Kind noch selbst von Geschäft zu Geschäft zog, um einige der vielen „Guatsla“ und vielleicht sogar einen Krapfen, ein Wienerle oder eine Gelbwurst zu ergattern. „Man soll auch später noch sagen können, Burgau ist eine Faschingshochburg“, so die Archivarin.

Es ist ein Anliegen von Albert Vogele, diese Zeit und die damit verbundenen Geschichten aufrechtzuerhalten. Neben der Trommel, seiner Uniform und seinem Helm sind es zahlreiche Bilder, Zeitungsberichte und natürlich die vielen Trommlerorden, die Impressionen von den Ursprüngen an bis über die letzten 60 Jahre, Vergangenes, wieder aufleben lassen.

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„Es ist wichtig, diese Tradition am Leben zu erhalten“, so Albert Vogele. Schmunzelnd erinnert er an die manchmal recht hohe Ausfallquote während der vergangenen Kinderbrotspeisungen: Von der recht ansehnlichen Anzahl an Handschuhmachern und Stadtsoldaten am Anfang sei am Ende manchmal nur noch ein kleines Häuflein übrig geblieben.

Zusammen mit Alfred Hins, der ihn einmal wegen Krankheit oder als die Stimme einmal mehr versagte, vertreten musste, wird er am Rosenmontag begleitet von einer großen Kinderschar wieder von einem Geschäft zum anderen ziehen. Dann wird es wieder lauthals erschallen: „Brezga raus, Brezga raus, Hio“.

Die Ausstellung zum Trommler-Albert im Burgauer Schloss ist bis zum 2. März jeweils sonntags von 13 bis 17 Uhr geöffnet.

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