Newsticker

Bayerns Innenminister Joachim Herrmann schließt erneute Grenzkontrollen nicht aus
  1. Startseite
  2. Lokales (Günzburg)
  3. Ein Umbau als Zeichen der Eigenständigkeit

Jettingen-Scheppach

13.05.2015

Ein Umbau als Zeichen der Eigenständigkeit

Die Kundenhalle der Hauptstelle der Raiffeisenbank Jettingen-Scheppach ist jetzt offen und hell gestaltet. Die Mitarbeiter haben ihre eigenen Arbeitsplätze und können den Computer umschalten, sodass sie die Kunden am Tresen bedienen können. Neben der Selbstbedienungszone gibt es die Diskretkasse.
2 Bilder
Die Kundenhalle der Hauptstelle der Raiffeisenbank Jettingen-Scheppach ist jetzt offen und hell gestaltet. Die Mitarbeiter haben ihre eigenen Arbeitsplätze und können den Computer umschalten, sodass sie die Kunden am Tresen bedienen können. Neben der Selbstbedienungszone gibt es die Diskretkasse.
Bild: Christian Kirstges

Die Raiffeisenbank hat ihre Hauptstelle modernisiert – ein Signal in Zeiten von Schließungen und Fusionen. Ums Sparen kommt aber auch sie nicht herum.

Die Raiffeisenbank-Hauptstelle an der Hauptstraße in Jettingen-Scheppach war in die Jahre gekommen. Es gab zu wenige diskrete Beratungsplätze, die Gestaltung war dunkel, statt einer offenen Atmosphäre gab es Kassen mit Kassierern hinter Panzerglas. Deshalb begannen Mitte 2012 die Überlegungen, was sich verändern lässt, und im Herbst 2013 wurde der Vertrag für den Umbau mit dem Generalunternehmer unterzeichnet. Nach der Planungsphase zog von August bis Dezember vergangenen Jahres ein Teil der Mitarbeiter in Container um, während das Erdgeschoss umgebaut wurde. Von Januar bis April folgte der obere Bereich. Nun ist die Umgestaltung fertig – und die Vorstände Markus Deubler sowie Josef Knöpfle sind mit dem Ergebnis sichtlich zufrieden.

Schließlich sind die Räume jetzt hell, es gibt mehrere Büros für Beratungen, die Kundenhalle ist offen gestaltet, es stehen weitere Parkplätze zur Verfügung und an der Stelle des früheren zweiten Treppenhauses wurde ein Aufzug eingebaut. Zudem können die Berater den Kunden an großen Bildschirmen über den Besprechungstischen nun zeigen, was sie in den Computer eingeben. Die Bank ist zudem Teil einer bundesweiten Offensive bei der Beratung, deren Qualität vereinheitlicht werden soll, ohne die Individualität zu verlieren.

Alles hat sich trotzdem nicht geändert, betont Markus Deubler. So können im Bereich einer Diskretkasse vor allem Geschäftsleute größere Summen einzahlen, ohne dass dies jeder mitbekommt. Dort steht der Kassierer auch weiter hinter einer Panzerglasscheibe. Den Nachttresor gibt es ebenfalls nach wie vor, auf Einzahlungsautomaten wurde aus Sicherheitsgründen hingegen bewusst verzichtet. „Es ist der Spagat zwischen der Möglichkeit, vieles am Automaten erledigen zu lassen, und weiter für die Kunden persönlich da zu sein“, erklärt Deubler.

Wie viel Geld in die 1986 eingeweihte Hauptstelle investiert wurde, wollen er und sein Kollege Knöpfle zwar nicht sagen. Aber ein höherer sechsstelliger Betrag sei es schon gewesen. Und das in Zeiten, in denen mehr und mehr Banken Filialen schließen oder gleich ganz mit anderen Instituten fusionieren. Die Vorstände sehen den Umbau aber auch als ein Zeichen, dass die Raiffeisenbank Jettingen-Scheppach selbstständig ist, und vor allem dies auch in Zukunft bleiben will. Dabei ist sie mit 35 Mitarbeitern inklusive des ebenfalls modernisierten Lagerhauses nur in der Gemeinde selbst mit Filialen vertreten, der Markt ist also recht überschaubar.

Das wiederum sei der große Vorteil: Die geringe Größe ermögliche es, einen engeren Kontakt zu den Mitarbeitern zu haben, die sich stärker mit ihrem Arbeitgeber identifizieren und somit eine bessere Leistung bringen. Weil sie alle selbstständig bleiben wollten, engagiere sich jeder in besonderem Maße.

Die Zahl der Mitarbeiter könnte sinken

Spurlos geht die derzeitige Niedrigzinsphase allerdings auch an der Raiffeisenbank Jettingen-Scheppach nicht vorbei. Die zurückgehenden Zinserträge müssten durch Einsparungen kompensiert werden. Das bedeute aber nicht wie anderswo Kündigungen. „Wir müssen die Arbeitsabläufe effektiver machen“, sagt Deubler. Ein Konzept muss erst einmal erarbeitet werden, es wird aber schon überlegt, „das Personal zu verschlanken“. Es könnte passieren, dass nicht mehr alle Mitarbeiter ersetzt werden, die in Rente gehen. Wie viele Stellen das wann treffen wird, ist noch ungewiss. Letztlich hänge es mit davon ab, wie lange die Niedrigzinsphase dauert.

Das solle aber nicht bedeuten, dass die Bank keine jungen Leute mehr ausbilden will. Im Gegenteil. Die Ausbildung biete die Möglichkeit, gute Mitarbeiter für die Zukunft zu gewinnen, die es auf dem Markt nicht in ausreichender Zahl gebe. Auch sollen die Vereine weiter unterstützt werden. Derzeit wird das mit einem Gesamtbetrag zwischen 17000 und 18000 Euro im Jahr getan. Die Bank stehe zu Jettingen-Scheppach. Und: „Wir gehen optimistisch in die Zukunft“, betont Deubler. Dem kann sein Kollege Josef Knöpfle nur zustimmen.

Feier Die Bank kann während der Gewerbeschau in Jettingen am Sonntag von 13 bis 17 Uhr besichtigt werden.

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren