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07.09.2019

Ein begeisterter Sportsmann

Erwin Krupka aus Offingen feierte am Freitag seinen 90.
Foto: Peter Wieser

Erwin Krupkafeierte seinen 90.

„Ich war von Anfang an ein Offinger“, sagt Erwin Krupka. Das bedeute ihm viel. Obwohl er aus Sternberg stamme und mit 17 Jahren nach Offingen gekommen sei, habe man ihn nie als Flüchtling angesehen. Am gestrigen Freitag feierte Erwin Krupka im Kreise seiner Familie sowie mit zahlreichen Bekannten und früheren Sportkameraden seinen 90. Geburtstag.

Wie viele andere Vertriebene wurde er 1946 ausgesiedelt und kam mit seiner Mutter und einer seiner drei Schwestern – drei Brüder hatte er ebenfalls – von München über Günzburg nach Offingen. Aus der Lehre zum Schlosser im Wasserwerk sei somit nichts geworden. Auch nicht später bei BWF in Offingen, dafür aber wurden Arbeiter gebraucht und Krupka fand dort eine Anstellung. „Für 29 Pfennig in der Stunde“, sagt er lachend. Aber das sei eben das gewesen, was man damals verdient habe. 41 Jahre sei er bei BWF beschäftigt gewesen und auch nachdem er mit 58 Jahren in den Vorruhestand ging, habe er die folgenden Jahre immer noch „a bissle“ ausgeholfen. Nebenher betrieb er mit seiner Frau Barbara eine Landwirtschaft, die sie von ihrem Onkel übernommen hatten. Mit dieser und den vier Kindern – einer Tochter und drei Söhnen – war sein Leben noch nicht ausgefüllt: Der Sport begleitete ihn von Anfang an und es soll vorgekommen sein, dass er für diesen alles stehen ließ.

Zunächst spielte er Handball – mit selbst gemachten Turnschuhen, weil er keine besaß. Dann sei er zu den Fußballern gewechselt. Dort habe es erneut ein Schuhproblem gegeben, da er keine Fußballschuhe hatte. „Die habe ich mir dann immer von jemandem aus der Reserve ausgeliehen.“ Er ist seit 72 Jahren Mitglied beim TSV Offingen, seit 50 beim FC Reflexa Rettenbach. Begeisterter Volksläufer war er auch. Und solange es ging, kümmerte er sich um die Offinger Kapellen und Feldkreuze. „Meine Schwestern sind all 90 geworden und ich bin es jetzt auch.“ Dafür sorgen die Kinder und neun Enkel. Hinzu kommen 15 Urenkel und ein Ururenkel. Die meisten haben ihn gestern besucht. Darüber hat er sich gefreut: „A richtig schönes Hoffest.“ (wpet)

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