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Günzburg

27.11.2018

Ein filmreifer Abend mit der Stadtkapelle

Filmreif war nicht nur das Programm des Konzerts: Bei der Aufführung des „Police Academy Marsches“ durch die Stadtkapelle Günzburg marschierten die Schlagzeuger als Polizisten verkleidet auf die Bühne. Und am Ende klickten die Handschellen bei Dirigent Lukas Weiss: Seine Musiker führten ihn nach dieser Zugabe kurzerhand ab.
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Filmreif war nicht nur das Programm des Konzerts: Bei der Aufführung des „Police Academy Marsches“ durch die Stadtkapelle Günzburg marschierten die Schlagzeuger als Polizisten verkleidet auf die Bühne. Und am Ende klickten die Handschellen bei Dirigent Lukas Weiss: Seine Musiker führten ihn nach dieser Zugabe kurzerhand ab.
Bild: Gah

Die Günzburger Musiker wählen Musik aus Blockbustern als Motto. Und für den Oberbürgermeister findet der Tag ein gutes Ende.

Einen ungewöhnlichen Einstieg hatte das Jahreskonzert der Stadtkapelle Günzburg: Nicht von der Bühne des Forums am Hofgarten, sondern aus den obersten Zuschauerrängen erklang die bekannte Fanfare der Filmfirma Twentieth Century Fox. Damit war das Thema des Abends klar, nämlich ein Ausflug nach Hollywood, dargeboten von drei Klangkörpern. Die Schülerkapelle und die Jugendkapelle, die vor dem Orchester der „Großen“ auf der Bühne standen, werden zusammen mit den Vorortvereinen aus Wasserburg und Reisensburg betrieben. Dirigent der Stadtkapelle und der Schülerkapelle ist Lukas Weiss, Gerhard Kratzer leitet die Jugendkapelle.

Die Jugendlkapelle steigt in den Boxring

Treffend kommt immer wieder zur Geltung, dass in der Filmmusik oft Kämpfe dargestellt werden. Die Stadtkapelle präsentiert mit „Gladiator“ die Schaukämpfe in der römischen Arena, die Jugendkapelle mit „Rocky“ die Begegnungen im Boxring. Die Schlachten der Piraten in den brausenden Wogen des Atlantischen Ozeans brachte die Schülerkapelle mit „Fluch der Karibik“ zum Vortrag. Mit diesem Stück gewannen die Günzburger Schüler den Pokal für die beste Schülerkapelle in Schwaben.

Doch nicht nur Dramatisches, auch balladeske und zärtliche Töne stehen auf dem Konzertprogramm, zum Beispiel bei „König der Löwen“ von der Jugendkapelle und „Schindlers Liste“ von der Stadtkapelle. Letzterer Film beschreibt, wie der deutsch-mährische Industrielle Oskar Schindler im Nationalsozialismus Juden rettete, indem er sie in seiner Rüstungsfabrik beschäftigte. Für dieses Stück wurde ein Gastsolist engagiert. Die seufzende Solo-Violine von Manuel Mößlang klagt über das Schicksal der Menschen. Dazu lassen zunächst Saxofone und Klarinetten, dann Hörner und Klarinetten Tränen fallen.

Auch die Musik der Rockgruppe Queen ist mittlerweile zu Filmmusik geworden, nämlich durch den Spielfilm „Bohemian Rhapsody“, der vor etwa einem Monat in die Kinos kam und der sich mit der Geschichte dieser Band beschäftigt (Lesen Sie hier ein Portrait des Hauptdarstellers Rami Malek). Die Schülerkapelle präsentiert das rhythmisch geprägte „We will rock you“, die Stadtkapelle „Don´t stop me now“, das sphärisch beginnt und zackig endet. Alle Musiker ernten bei allen Stücken immer wieder großen Applaus und Jubel.

Die Zugabe hatte einen optischen Schlussgag zu bieten. Das Schlagzeugregister marschierte mit einem zackigen Solo durchs Publikum, verkleidet als US-amerikanische Polizisten: Es erklang der Police Academy Marsch, die Titelmelodie zu einer siebenteiligen Filmserie über vertrottelte Polizeischüler. Am Ende des Stückes legen die Polizisten dem Dirigenten Lukas Weiss Handschellen an und führen ihn ab.

Oberbürgermeister Gerhard Jauernig machte in seinem Grußwort deutlich, wie Musik die Alltagssorgen vergessen lassen kann. Er erlebte den Tag des Konzertes als mit viel Pech belastet: Am Morgen war es neblig und beim Bäcker gab es keine Brezen mehr. Am Nachmittag hörte der Bayern-Fan im Radio, wie Fortuna Düsseldorf in München drei Tore schoss (Lesen Sie hier: „Die Bayern grübeln“). Doch durch den Konzertabend sei der Tag noch zu einem guten Ende gekommen.

Im Rahmen des Konzerts wurden zahlreiche Musikerinnen und Musiker für Vereinsjubiläen ausgezeichnet (siehe „Die Geehrten“). Angelika Berkmiller hatte die Bläser-Leistungsprüfung D1 des ASM bestanden. Abgerundet wurde das gelungene musikalische Programm durch treffende Moderationen. Mitglieder der Schüler- und Jugendkapelle traten dabei couragiert und pointiert auf. Die Moderatorin der „Großen“, Monika Kleiber, stand ihnen in nichts nach.

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