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Hafenhofen

24.01.2019

Eine Bude, zwei Generationen in Hafenhofen

Jakob, Max, Robert und Daniel sitzen in der Scheune neben dem Partyraum. Die beiden Älteren waren dabei, als die Bude aufgebaut wurde. Nun ist eine neue Generation dabei.
Bild: Philipp Wehrmann

Seit zehn Jahren gibt es eine Bude in Hafenhofen. Die Gründungsmitglieder hatten immer weniger Zeit und waren mit Ausbildung, Studium und Arbeit beschäftigt. Jetzt ist wieder Leben eingekehrt.

Warme, stickige Luft. Vor der langen Bar neben dem Eingang stehen viele Leute dicht nebeneinander. Aus den Boxen schallt „Tage wie diese“ von den Toten Hosen. Durch die Geräuschkulisse ertönt ein freundliches „Servus“ aus der einen Ecke, ein „Hab I di Ehre“ aus der anderen.

Man kennt sich. Einen Tag vor Weihnachten sind rund 30 Menschen in der Bude Hafenhofen. Etwa die Hälfte steht in dem Raum. Die Raucher sind vor der Feuerstelle und eine weitere Gruppe sitzt auf einer Eckbank in der anliegenden Scheune.

So wie der Jugendtreff heute ist, existiert er seit zehn Jahren. Robert Hins und Daniel Saule haben ihn mit eingerichtet. „Wir haben hier alles selbst gemacht“, erzählt Robert wenige Tage später bei einem Gespräch in dem kleinen Partyraum. Er deutet auf die gemauerte Bar, den Fliesenboden und die gestrichenen Wände. Die haben sie selbst gebaut. Eine handwerkliche Ausbildung hatte nur Daniel, er ist Maurer. Die anderen folgten seinen Hinweisen und brachten sich viel selbst bei. Sogar eine Lüftung haben sie eingebaut. Mit Stolz blicken die beiden auf die vielen gemeinsamen Arbeitsstunden zurück.

Neben Daniel und Robert sitzen zwei junge Kerle, die all das nicht miterlebt haben. Der 17-jährige Maximilian Tausend und der 16-jährige Jakob Schuster sind Teil der „Nachfolgegeneration“ in der Bude Hafenhofen. Seit zwei Jahren gehen sie und ihre gleichaltrigen Freunde dort ein und aus. „Wir sind froh, einen Treffpunkt im eigenen Ort zu haben“, betont Max.

Anfangs gab es Konflikte. Die Neuen wussten das Werk der Älteren nicht immer zu schätzen. Gezeigt habe sich dies, wenn beispielsweise nicht aufgeräumt wurde. Doch Probleme sprechen alle Beteiligten offen an. So finden sie immer eine Lösung.

Ihnen ist bewusst, dass es kaum anders geht. Nur wenn sie als Gemeinschaft agieren, können sie ihren Jugendtreff halten. Unterstützt wird dieser von der Pfarrgemeinde. Die Bude befindet sich auf deren Grundstück. Wohnhäuser sind dort auch. Mit den Nachbarn hatten sie nie Probleme, sagen sie. Selbst als vor ein paar Jahren noch größere Partys mit Gästen aus dem ganzen Landkreis stattfanden.

Davon gab es in jüngerer Zeit keine mehr. Als Robert, Daniel und ihre Freunde älter wurden, verstreute sich die Gruppe. Studium, Ausbildung und Beruf zwangen viele umzuziehen.

Leider gab es zu der Zeit nur sehr wenige Jugendliche in Hafenhofen. Diese hatten kaum miteinander zu tun, weshalb Aktivitäten rund um die Bude einschliefen. Doch die Jahrgänge 2001 und 2002 sind in Hafenhofen sehr geburtenstark. Daher entwickelt sich nun wieder mehr.

„Mal wieder eine große Party wie früher“

„Ich würde mich total freuen, wenn wir hier mal wieder eine große Party wie früher schmeißen würden“, meint Max. Um derartiges auf die Beine zu stellen, sei es wichtig, dass alle mit anpacken. In Zeiten von Playstation, Netflix und Schulstress ist das keine Selbstverständlichkeit. Umso glücklicher schätzen sich Max und Jakob, viele Gleichaltrige im Ort zu haben, mit denen sie etwas unternehmen können.

Große Gemeinschaftsprojekte, wie die ihrer Vorgänge, haben sie allerdings noch nicht verwirklicht. Früher hatte Hafenhofen noch einen eigenen Faschingswagen. Viele Wochen haben die Jungs damals mit dem Bau verbracht. Daniel sagt: „Sowas schweißt sehr zusammen.“ Er zeigt auf die großen Mottoschilder, der Faschingswagen von damals: Drachenzähmer, Narnia, Indiana Jones.

Trotz aller Nostalgie freuen sich Daniel und Robert, dass die „Jungen“ für neue Dynamik sorgen. Die seien begeisterungsfähiger und feiern zu Liedern, die sie früher gehört haben. Außerdem sind einige aus dem „alten Haufen“ zurück nach Hafenhofen gezogen. Der Jugendtreff blüht auf. "Lies mich!

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