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Burgau

09.12.2019

Eine Burgauerin backt „Laibla“ in New York City

Uli Lambert stammt aus Burgau und lebt seit 21 Jahren in New York City. Vieles, was sie zu Weihnachten von daheim gewohnt ist, führt sie weiter.
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Uli Lambert stammt aus Burgau und lebt seit 21 Jahren in New York City. Vieles, was sie zu Weihnachten von daheim gewohnt ist, führt sie weiter.

Uli Lambert lebt in den USA. Uns hat die Burgauerin erzählt, was sie in der Weihnachtszeit dort vermisst und welche Traditionen am Kommen sind.

Spritzgebäck, Vanillekipferl, Engelsaugen, Schokoladenbrot und vieles mehr: Das Bild, das Uli Lambert per E-Mail geschickt hat, zeigt die „Weihnachtslaibla“, die sie im vergangenen Jahr gebacken hat. Liebevoll eingebettet in bunten Plätzchendosen aus Blech gibt es nur einen kleinen Unterschied: Das, was auf den Dosen steht, ist nicht auf Deutsch, sondern auf Englisch geschrieben. Ulrike – für die, die sie kennen, ist sie einfach die Uli – lebt nicht irgendwo bei uns im Landkreis, sondern seit 21 Jahren in New York City, im Stadtbezirk Queens.

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Auch in diesem Jahr wird sie wieder ihre „Laibla“ backen. Das gehöre für sie einfach zur Adventszeit, sagt die gebürtige Burgauerin. Die seien auch unheimlich beliebt bei Freunden und Bekannten. „Hier in New York City backen die Leute höchstens Butterplätzchen, nicht so wie in Deutschland in allen Variationen und in all’ den verschiedenen Sorten.“

Deutsche Weihnachtslaibla statt amerikanischer Butterplätzchen: Auch dieses Jahr wird Uli Lambert wieder verschiedene Plätzchen backen.

Das „Laiblabacken“, also richtige deutsche Weihnachtsplätzchen, wie man sie bei uns kennt, hat sie quasi mit nach Amerika genommen. In ihrer Wohnung hängt auch ein Adventskalender, 24 kleine Elche mit einer Bauchtasche, die man befüllen kann, und an einer Schnur aneinandergereiht.

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Im Adventskalender der Burgauerin war ein Rubbellos

Adventskalender seien in den USA ebenfalls nicht so üblich, auch wenn diese in den vergangenen Jahren immer mehr im Kommen seien. „Du kannst dir für vier Dollar beim Aldi in Queens einen mit Schokolade kaufen, aber auch einen bei Tiffany’s für um die 1200 Dollar mit 24 Schmuckstücken“, erklärt Uli Lambert und lacht. Den ihrigen habe sie vor Jahren bei Ikea erstanden und in der Tasche sei heute Morgen kein Schmuckstück, sondern ein Rubbellos gewesen. Auch schön.

Die Weihnachtszeit verbringt Uli Lambert auch in diesem Jahr wieder in New York City, erst zum Burgauer Fasching wird sie wieder die Markgrafenstadt besuchen. „Ich freu’ mich – und zum ersten Mal ohne Stress,“ erklärt sie. 15 Jahre lang führte sie in Manhattan im West Village ein deutsches Speiselokal: Die „Lederhosen“ – mit allem, was zur echten Bayerischen Küche so dazugehört. „Zwischen der Deko im Restaurant, der Deko zuhause und dem Backen gab es da immer jede Menge zu tun.“ Jetzt verbringe sie viel Zeit zuhause in Queens.

Advent in New York ist viel hektischer als daheim in Schwaben

New York sei viel hektischer, es sei dort nicht so wie bei uns. Adventskränze mit Kerzen, die seien hier ebenfalls nicht sehr verbreitet. Also auch keine vier Adventssonntage, an denen man jeweils die nächste Kerze anzündet. Gerade die Vorweihnachtszeit mit den Advents- und den Weihnachtsmärkten mit Glühwein und dem Duft von Bratwürsten, die gingen ihr schon ein bisschen ab. Weihnachtsmärkte gebe es in New York schon auch, sogar einige ganz bekannte, aber bei uns sei das eben etwas ganz anderes.

„Am meisten vermisse ich die Zeit mit der Familie, die man in Deutschland während der Feiertage miteinander verbringt, und die Christmette an Heiligabend nach der Bescherung“, sagt sie. Bescherung ist in den USA nicht an Heiligabend, sondern am Morgen des 25. Dezember, dem Christmas Day. Dort kommt ja auch nicht das Christkind, sondern Kollege Santa Claus, der in der Nacht zuvor durch den Schornstein gerutscht ist und die Geschenke gebracht hat. „Bei uns wird aber in jedem Fall an Heiligabend mindestens ein Geschenk geöffnet, der Rest dann am nächsten Morgen“, verrät sie.

Christbaumloben in New York City

Den Christbaum wird Uli Lambert in der Weihnachtswoche aufstellen. „Der ist groß und bunt, so wie wir ihn von unserer Kindheit kennen“, erzählt sie weiter. Der stehe dann mindestens bis Heilige Drei Könige, ebenfalls anders, als es in den USA üblich sei. Dort sei am 26. Dezember schon alles vorbei.

Dann gibt es noch etwas, was Uli Lambert durchaus vermisst: das Christbaumloben, dabei Freunde zu besuchen und auch einmal ein Schnäpsle zu probieren. Aber so oder so: Viele der von zuhause gewohnten Traditionen wird Uli Lambert auch künftig in den USA weiterführen. Und vielleicht kommt ja noch eine dazu: Christbaumloben in New York City. Bis dahin aber erst einmal „Frohe Weihnachten“, oder vielmehr „Merry Christmas“.

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