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Kreis Günzburg

02.11.2017

Eine Kunstausstellung nur für einen Abend

Viele Besucher kamen in die Kultbohne nach Gundremmingen, wo der tschechisch-deutsche Künstler Joe Muczka sein vielfältiges Werk präsentierte.
Bild: Gertrud Adlassnig

Der tschechisch-deutsche Aktionskünstler Joe Muczka präsentierte seine Werke in der Kultbohne in Gundremmingen. Die Bilder zieren auch Kaffeeverpackungen.

Die Kultbohne ist jung, erfolgreich, stylish und für ungewöhnliche Events zu haben. Der Kaffeeröster Richard Stetter, der im Gewerbegebiet Am Hirschgraben in Gundremmingen tonnenweise grüne Kaffeebohnen aus Südamerika zu duftenden Ausgangsprodukten für angesagte Espressi und Capuccini veredelt, hatte zu einem Künstlerabend eingeladen, der großen Anklang fand. Die Vernissage von Joe Muczka präsentierte für wenige Stunden den tschechisch-deutschen Aktionskünstler, der, aus einer Künstlerfamilie kommend, als Autodidakt ein besonderes Marktsegment erobert hat und heute weltweit ausstellt. Muczka geht nicht den klassischen Weg des Künstlers, der seine Bilder malt und über einen Galeristen verkauft. Er hat einen Manager, seinen Bruder, und ein kleines Imperium, in dem die Anforderungen des Marktes mindestens ebenso wichtig sind wie die Grundsätze der Kunst.

40 meist großformatige Bilder sind zu sehen

Es war eine Zufallsbekanntschaft, erklären Richard Stetter und Joe Muczka, die die Kaffeerösterei und den Kunstbetrieb zusammenbrachte. Muczka, der nicht nur leuchtend bunte Bilder in Acryl malt, ist immer auf der Suche, sein Merchandising zu perfektionieren, neue Produkte aufzutun, die in sein Portfolio passen. Und so kam die Kooperation mit der Kultbohne zustande. Der ambitionierte Kaffeehersteller kreierte eine eigene Linie für Muczka, erstklassigen Kaffee mit ganz eigenen, modernen Aromen. Die Tüten werden mit Bildern des Künstlers etikettiert. Nach Gundremmingen hatten Joe Muczkas Mitarbeiter gut 40 meist großformatige Bilder mitgebracht, die für lediglich einen Abend an den Wänden der ausgeräumten Betriebshallen die notwendigen Stellflächen fanden.

Die Arbeiten ziehen den Betrachter mit ihren leuchtenden Farben an. Die sind nicht nur dekorativ, sondern geben auch eine Bildbotschaft wieder, verriet Muczka im Gespräch. Seine Sujets findet er in der Betrachtung, etwa im Tierpark, oder in der Inspiration durch Begegnungen und Erfahrungen mit Mitmenschen. So spiegele sein Einstein die Diskussion, die er über den Wissenschaftler geführt habe. Die Komplementärfarben Gelb und Blau, die er für das Gemälde genutzt hat, entsprechen den Gegensätzen, die er im Gespräch erlebt habe.

Lila steht für eine besondere Tiefe

Kalte Farben wie Türkis oder Blau transportieren Positives, doch wenn sie zu Lila oder Violett tendieren, dann stehen sie für eine besondere Tiefe, für Schwere, für Endlichkeit und Tod, erklärt der Künstler, der mit 18 Jahren von Troppau nach Deutschland kam und sich weitgehend der Postmoderne verpflichtet fühlt. Seine Werke sind nicht einmalig, auf Leinwand, sondern werden zur Vorlage für allerlei Dekoratives. Die Bildmotive gestalten Poster, Sitzsäcke und die Säulen von Wasserspendern, Bierflaschen der eignen Biermarke und Edelmetallbarren.

In Gundremmingen war sogar ein veritabler Ein-Kilo-Goldbarren in schmucker Holzkiste mit graviertem Muczka-Motiv zu bewundern. Wem die gut 100000 Euro dann allerdings doch zu teuer sind, der kann sich ja für kleinere Exemplare oder Silberstücke mit Kunstprägung entscheiden.

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