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Mini-Günzburg

23.08.2019

Eine Stadt in Kinderhand: Paula Print besucht Mini-Günzburg

Für ihren Besuch in Mini-Günzburg bekam Paula Print am Meldeamt ein Besuchervisum. Laura Mangold, 15, (links) und Lisa Martin, 15, machten mit ihr eine Kinderspielstadt-Führung. Oberbürgermeister Mika Hallmann, 10, war mit dabei.
Bild: Lea Binzer

Zwei Wochen lang haben 240 Kinder die Kinderspielstadt Mini-Günzburg geführt. Vom Rathaus bis zur Gärtnerei war alles dabei. Ein Banküberfall ließ sich nicht vermeiden.

Was Zeitungsente Paula Print heute gezeigt bekommt, kann sie kaum glauben: Eine Stadt, die von Kindern verantwortet wird. Doch in der Kinderspielstadt Mini-Günzburg in der Grundschule Süd-Ost war das knapp 240 Kindern zwischen sieben bis 15 Jahren zwei Wochen lang möglich.

Eigentlich ist der Zugang Erwachsenen verboten. Paula ist eine Ausnahme. Am Meldeamt begrüßen sie die beiden Stadtführerinnen Laura Mangold und Lisa Martin. Die 15-Jährigen waren zum ersten Mal bei Mini-Günzburg dabei und fanden die beiden Wochen toll. „Ich finde es faszinierend, dass die Stadt funktioniert, das hätte ich am Anfang nicht gedacht“, erklärt Laura.

Mini-Günzburgs Oberbürgermeister macht einen guten Job

Dann kommt auch noch Mini-Günzburgs Oberbürgermeister Mika Hallmann hinzu – welche Ehre. Mika war zwei Wochen lang Stadtoberhaupt, normalerweise ist man das nur eine Woche. „Du musst einen richtig guten Job gemacht haben, wenn du wiedergewählt wurdest“, ruft Paula. Lisa bestätigt das: „Mika ist immer gut gelaunt und hat ein Völkerballturnier und eine Talentshow veranstaltet.“ Täglich trifft er sich im Rathaus mit den drei Stadträten zu einer Sitzung.

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Jetzt geht es aber mit der Führung los. Dafür bekommt Paula einen Besucherausweis am Meldeamt. Dort müssen sich alle Mini-Günzburger täglich registrieren. Die erste Station ist das Medienhaus. Das interessiert die Zeitungsente natürlich besonders. „Hier entstehen täglich die Mini-Günzburg News. Quasi die Tagesschau für die Stadt“, erklärt Laura. Doch das Filmteam ist ausgeflogen, unterwegs auf Dreh.

Die Kinder erhalten Günzen als Gehalt

Am Kiosk herrscht reges Gedränge. Die tägliche Fuhre Brezen ist da. Drei Günzen kostet eine. „Ist das viel?“, will Paula wissen. „Für eine Stunde Arbeit, egal wo, bekommen die Bürger zehn Günzen. Zwei gehen an Steuern weg“, sagt Mika. Letzte Woche habe eine Breze fünf Günzen gekostet. Teuer, findet Paula. Mit Lohnzettel und Arbeitskarte müssen die Kinder nach der Arbeit zur Bank. Dort können sie Konten errichten sowie Geld ein- und auszahlen lassen. Heute sind dafür die zehnjährige Stella Braun und die elfjährige Ilayda Palazca zuständig, die das gut machen, wie die Zeitungsente findet.

Auch ein Arbeitsamt sieht Paula. Laut Laura ist dort besonders gegen 14 Uhr einiges los, weil sich zu diesem Zeitpunkt viele eine neue Arbeit suchen. Im Kino werden vor allem Kurzfilme wie Tom und Jerry gezeigt. Im Minimarkt erhalten die Bürger alles, was sie brauchen und was in den Werkstätten der Stadt produziert wird: handgeschöpftes Papier, Steingeschirr oder Blumen.

Bei einem Banküberfall wurden 100 Günzen gestohlen

Die Polizei ist auch unterwegs, um für Recht und Ordnung zu sorgen. Gestern hat es dann aber doch einer geschafft, die Bank zu überfallen und 100 Günzen zu stehlen. Gefunden wurde der Täter leider noch nicht. Wenn doch, erwartet ihn ein Bußgeld, wie im echten Leben. Auch Falschgeld ist seit gestern im Umlauf. Deshalb muss die Bank jede Kasse danach durchsuchen, wie Paula in der Gärtnerei miterlebt.

Draußen auf dem Schulgelände erklärt Lucas Grau einer kleinen Gruppe im Spielepark Gummihuhngolf. Er ist einer von knapp 40 Teamern, also ehrenamtlichen Betreuern, die im Hintergrund ein Auge auf alles haben. Teamer sind auch Sandra Iaconisi und Markus Genau. Sie sind von der Kommunalen Jugendarbeit und dem Kreisjugendring Günzburg, die die Kinderspielstadt schon zum dritten Mal organisieren. Demokratie, Mitbestimmung, Verantwortung, Politik – das sollen die Kinder in Mini-Günzburg spielerisch lernen, sagt Sandra.

Die Zeitungsente ist sich nach ihrem Rundgang sicher, dass die Kinder alles genauso gut machen, wie die Erwachsenen in einer echten Stadt. Vielleicht macht Paula nächstes Jahr auch mit. Wie wäre es als Oberbürgermeisterin?

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