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Country

22.11.2018

Eine besondere Begegnung auf der Bühne

Nicht nur die Musik von Thomm Jutz und Eric Brace in Leipheim war berührend

Erfreulich gefüllt war der kleine Saal im Hotel „Zur Post“ mit Besuchern, die einen sehr intensiven Konzertabend erlebten. Einfühlsam und trotzdem kraftvoll präsentierten sich Thomm Jutz und Eric Brace mit ihren Songs und ihren markanten Stimmen, begleitet von ihrem teils filigranen Gitarrenspiel. Dieses Konzert der Country- und Western Friends Kötz war ein Hochgenuss – mit einem emotionalen Höhepunkt.

Und diese lassen wahrlich aufhören: Im vergangenen Jahr sammelten Thomm Jutz, Eric Brace und ihr Freund Peter Cooper während vielen gemeinsamen Nachmittagen mit der damals 91-jährigen Bluegrasslegende Mac Wiseman dessen Anekdoten aus seiner Lebensgeschichte und seinem Rückblick auf sein 71 Jahre langes Leben als Musiker. Daraus entstand die Idee, aus den Worten dieser Legende Songs zu schreiben und sie auf der CD „I sang song“ zu veröffentlichen. Mac Wiseman, inzwischen 93, ist der letzte lebende Musiker der ersten Generation von Bluegrass-Musikern, und dementsprechend historisch wertvoll ist dieses Material.

Jutz und Cooper haben die Melodien dazu selbst geschrieben, dann die hochkarätigsten Musiker aus Nashville gebucht, um das Material im Tonstudio von Thomm Jutz aufzunehmen. Gibt es einen größeren Beweis, um seine Leidenschaft für Musik, seine Liebe und sein Können unter Beweis zu stellen? Kein Wunder also, dass die langjährigen Kollegen Brace und Cooper sich mit Jutz zusammengeschlossen haben und sonst bevorzugt als Trio auftreten.

Auf solch einem hohen Niveau spielte das Konzert im Gasthaus „Post“ in Leipheim. Kein Mainstream, aber trotzdem durchaus für jedermann verständlich, eingängig und unterhaltsam. In dem Song „Every Pilgrim Needs a Highway“ zum Beispiel verarbeitet Thomm die etwas lustige Begebenheit, dass er einem Obdachlosen ausgerechnet eine Zeitung abkaufte, die es an jeder Ecke in Nashville kostenlos gab. In „Midnight 402“ träumt er von den Zielen, die die vorbeifahrenden Züge wohl haben könnten, die Sehnsucht nach der Ferne wächst stetig. Aus der CD „The Comeback Album“ von Brace und Cooper tragen die Musiker den Titel „Boxcars“ vor, in dem jemand nie sich selbst in die Verantwortung nimmt, sondern die Schuld immer bei den Mitmenschen sucht.

Anfang nächstes Jahr wird die CD „Riverland“ erscheinen. Dafür haben sich die Musiker intensiv mit Nordamerikas größtem Fluss, dem Mississippi beschäftigt. Persönliche Eindrücke sowie historische Überlieferungen über das Leben verfassten sie in Songs und stellten einige davon an diesem Abend vor. Genauso wie auch Perlen anderer Songwriter: Thomm Jutz ehrte seinen verstorbenen Freund Richard Dobson, John Hartford kam genauso zu Ehren wie die Legenden Tom T. Hall oder Herb Pedersen mit „Wait a Minute“.

Der Kötzer Club war seit drei Jahrzehnten eng mit dem im Dezember 2016 verstorbenen texanischen Songwriter Richard Dobson verbunden. Thomm Jutz seinerseits war ein guter Freund von Richard und Edith Dobson. Gegen Ende des Konzertes kam es auf der Bühne zu einer Begegnung dieser beiden Freunde, bei der Edith Thomm eine Gitarre von Richard überreichte. Welch emotionaler Moment! Richard zu Ehren spielte er darauf „Forever, for always, for certain“. Und in die Reihe solch großer Songwriter gehört allen voran auch Guy Clark, seinen Hit „L. A. Freeway“ haben die Musiker als weitere Zugabe auserkoren. Somit wurde dieses hochkarätige, wunderschöne Konzert auch auf höchstem Niveau beendet. (zg)

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