Senioren

01.04.2017

Eine besondere WG

Sie gestalten mit den Bewohnern den Alltag für demenziell erkrankte Menschen: (von links) der freiwillige Helfer Gerry Nuguse, Leiterin Andrea Müller und ihre Stellvertreterin Marion Würzinger.
Bild: Sandra Kraus/Sozialstation

Menschen mit Demenzerkrankung bietet die Sozialstation seit zehn Jahren ein Zuhause

Selbstbestimmtes Wohnen bis ins hohe Alter ist der Wunsch vieler Senioren. Was passiert aber, wenn eine Demenzerkrankung diese Pläne durchkreuzt? Dann könnte der Einzug in eine spezielle Wohngemeinschaft die Lösung sein, wie sie in Günzburg seit zehn Jahren vom Förderkreis der Ökumenischen Sozialstation im Landkreis angeboten wird.

Neun Mieter, in diesem Fall demenziell erkrankte, ältere Menschen, leben dort zusammen. Wie in der Wohngemeinschaft für Studenten hat jeder ein eigenes Zimmer mit seinen persönlichen Möbeln und Dingen. Man teilt sich das Bad, den Keller und das Dachgeschoss. Im Zentrum dieser Seniorenwohngemeinschaft ist das gemütliche Wohn- und Esszimmer mit der großen Küche. Über die Terrasse geht es in den Garten.

Gelebt wird in der Gemeinschaft, aber durchaus nach den eigenen Regeln. Wer zu den Langschläfern gehört, frühstückt um zehn Uhr, für die „Lerchen“ unter den WG-Bewohnern ist der Kaffee schon um sieben Uhr bereit. Wer bei Wind und Wetter raus will, kann das auch. Für die nötige Struktur im Alltag, die gerade bei Demenzerkrankten sehr wichtig ist, sorgen pünktliche Essenszeiten. Gekocht wird in der WG selbst, jeder hilft mit so gut er kann.

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Zum Angebot gehören Gedächtnistraining und Sitzgymnastik, Spaziergänge mit ehrenamtlichen Helfern, Gesellschaftsspiele und Singen. Die Stadtmitte ist fußläufig ebenso erreichbar wie die evangelische und die katholische Kirche. Alle WG-Bewohner, die in der überwiegenden Mehrzahl Frauen sind, schätzen die Rund-um-die-Uhr-Betreuung, eventuell unterstützt durch den ambulanten Pflegedienst der Ökumenischen Sozialstation Günzburg.

Seit sieben Jahren leitet Andrea Müller die Seniorenwohngemeinschaft in der Goethestraße. Zusammen mit ihrer Stellvertreterin Marion Würzinger und den Präsenzkräften geht sie auf die Wünsche der Mieter ein, verbindet deren Biografien mit dem Alltag. Leben wie zu Hause ist das Ziel. Wie lange der Einzelne in der WG bleibt, ist ganz unterschiedlich. „41 Mieter waren es jetzt in den vergangenen zehn Jahren, 39 Frauen und zwei Männer, im Schnitt 81 Jahre alt“, sagt Stefan Riederle, Geschäftsführer der Ökumenischen Sozialstation Günzburg. (zg)

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