1. Startseite
  2. Lokales (Günzburg)
  3. Einem Ministranten ist sie zu groß

12.06.2009

Einem Ministranten ist sie zu groß

Mindelaltheim (pm) - Eine besondere Fahnenweihe wird am Sonntag, 14. Juni, in Mindelaltheim begangen: die Segnung der erneuerten Bruderschaftsfahne.

Bei der Renovierung des Pfarrhofes vor mehr als 15 Jahren kam sie zutage, die Bruderschaftsfahne der "Bruderschaft zur Todesangst Christi" aus der Wallfahrtskirche Heilig Kreuz am Ortsrand des Dorfes, berichtet Karl Bader. Nach langem Suchen wurde auch noch die Fahnenstange gefunden. Vor zwei Jahren beschloss die Kirchenverwaltung die Renovierung.

Freiwillige Vereinigungen von Gläubigen

Die Bruderschaft wurde bereits im letzten Drittel des 17. Jahrhunderts gegründet. Bruderschaften waren häufig bei Wallfahrtskirchen angesiedelt. Es waren und sind freiwillige Vereinigungen von Gläubigen mit dem Ziel, durch festgelegte Gebetsübungen und ein abgestimmtes Glaubensleben das zukünftige Leben im Jenseits zu sichern. Bruderschaften wie in Mindelaltheim mögen heute, in einer Zeit, in der das Sterben möglichst aus dem Bewusstsein verdrängt wird, befremdend anmuten. Nicht so im Zeitalter des Barock und Rokoko, in dem die Mahnung an den Tod fast allgegenwärtig war, so Bader. Deshalb wurde man Mitglied in einer Bruderschaft, betete für das eigene Seelenheil, aber auch für das Seelenheil der verstorbenen Mitglieder.

Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.

In der Barockzeit wuchs die Zahl der Fahnen, hinter denen sich religiöse Gruppierungen sammelten und die bei den zahlreichen Prozessionen mitgetragen wurden. Auch Bruderschaftsfahnen wurden jetzt immer zahlreicher.

Die in Mindelaltheim wieder aufgefundene Fahne mit dem Heiligen Joseph im Medaillon, dem Patron der Sterbenden, stammte allerdings erst aus dem 19. Jahrhundert. Das Medaillon war äußerst sorgfältig gearbeitet und betonte damit die Sonderstellung, welche die Fahne im Dorf einnahm. Noch in den ersten Jahren nach dem Krieg wurde sie bei den Fronleichnamsprozessionen mitgetragen. Wegen ihrer Größe kam kein Ministrant als Träger infrage. Ein erwachsener junger Mann übernahm die ehrenvolle Aufgabe. Bei windigem Wetter hatte selbst er seine liebe Not, die Balance zu halten.

Kosten von 6000 Euro wurden durch Spenden finanziert

Wegen des schlechten Zustandes musste die Fahne nach der historischen Vorlage erneuert werden. Eine Renovierung war nicht mehr möglich. Die alte Fahnenstange dagegen blieb erhalten. Ihre Spitze ziert das ursprüngliche, nun neu vergoldete Kreuz.

Die gesamten Renovierungskosten von ca. 6000 Euro wurden weitgehend durch Spenden finanziert.

Die Segnung der erneuerten Bruderschaftsfahne findet am Sonntag im Rahmen eines Gottesdienstes im Freien statt. Die Blaskapelle Röfingen umrahmt die Feier. Anschließend lädt die Pfarrei zu einem Weißwurst-Frühstück ins Dorfzentrum ein.

Themen Folgen

Sie haben nicht die Berechtigung zu kommentieren. Bitte beachten Sie, dass Sie als Einzelperson angemeldet sein müssen, um kommentieren zu können. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an moderator@augsburger-allgemeine.de.

Bitte melden Sie sich an, um mit zu diskutieren.

Lesen Sie dazu auch
Copy%20of%20ema020.tif
Bezirksliga Schwaben

Bubesheim ist heiß aufs Topspiel - Thannhausen in Altenmünster

ad__web-mobil-starterpaket-099@940x235.jpg

Webseite und App freischalten!

Die schnellsten Lokalnachrichten - live,aktuell und multimedial.
Alle Online-Inhalte auf allen Endgeräten zu jeder Zeit, mtl. kündbar.
Damit sind Sie daheim und im Büro immer auf dem Laufenden.

Zum Web & Mobil Starterpaket