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Ich probier’s mal

16.11.2018

Einfach mal abtauchen

Unsere Mitarbeiterin hat für die Zeitungs-Serie „Ich probier´s mal“ an einem Tauchkurs der Leipheimer Paradise-Divers teilgenommen.
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Unsere Mitarbeiterin hat für die Zeitungs-Serie „Ich probier´s mal“ an einem Tauchkurs der Leipheimer Paradise-Divers teilgenommen.
Bild: Bruno Bevilacqua

Der Leipheimer Tauchclub Paradise-Divers feiert am Samstag 30-jähriges Bestehen. Neben anderen Aktivitäten wird auch Probetauchen angeboten. Unsere Mitarbeiterin stieg bereits vorab ins kühle Nass.

An diesem nebligen Abend stehe ich vor dem Leipheimer Hallenbad und schließe meine Augen. Nochmal kurz durchatmen, runterkommen nach einem langen Tag. Der Chlorgeruch, der mir in die Nase steigt, erinnert mich an meine Kindheit. Bilder blitzen vor meinem inneren Auge auf. Ein Becken voller Kinder. Schwimmend in Reih’ und Glied, versuchen sie sich über Wasser zu halten. Zwanzig Jahre ist es her, dass ich meinen Schwimmkurs hier gemacht habe. Heute bin ich aus einem anderen Anlass gekommen, diesmal soll es unter Wasser gehen.

Als mir meine Kollegen vor ein paar Tagen vorschlugen, das Tauchen doch mal auszuprobieren, war ich sofort begeistert. Schließlich bin ich ja am See aufgewachsen und sowieso eine „Wasserratte“, dachte ich mir. Außerdem, was soll schon schief gehen? Spontan sagte ich an jenem Montagmorgen also zu. Nun bin ich dennoch etwas nervös und frage mich, was wohl gleich auf mich zukommen wird. Teodors Betlins, der erste Vorsitzende des Tauchsportvereins Paradise-Divers Leipheim, empfängt mich freundlich am Eingang. Nach einer kurzen Dusche treffen wir uns im Hallenbad wieder. Mit allerlei Anstrengung versuche ich mich in den Neoprenanzug zu zwängen.

Vielleicht hätte mir eine Nummer größer doch gutgetan. Als ich dann fast drin bin, weist Bruno Bevilacqua, der die Vereinsmitglieder betreut und mittlerweile zu uns gestoßen ist, darauf hin, dass ich ihn falsch herum angezogen anhabe. Das geht ja toll los, denke ich mir mit einem leisen Lachen. „Fühlst du dich gut? Hast du Krankheiten wie Asthma?“, will Betlins wissen. Routinefragen, die im Verein ernst genommen werden. Schließlich muss der Tauchpartner wissen, was los ist, sollte es zu Komplikationen kommen. Da man unter Wasser nur schlecht miteinander reden kann, lerne ich im Schnelldurchgang Tauchersprache, die aus einfachen Zeichen besteht. Auch wie man einen Druckausgleich beim Ab- und Auftauchen durchführt und andere wichtige Fakten werden mit kurz erklärt. Dann geht es auch schon in voller Montur ins Becken.

Durch den Anzug ist einem wohlig warm

Die 22-Kilogramm schwere Flasche auf meinem Rücken bemerke ich nun kaum mehr und durch den Neoprenanzug ist mir auch im relativ kühlen Schwimmerbecken direkt wohlig warm. Das Mundstück meines Atemgeräts fest umschlossen tauche ich schließlich mit meinem Kopf unter Wasser und nehme den ersten Atemzug.

Ich spüre förmlich, wie sich meine Lunge durch die einströmende Luft ausdehnt. Zunächst tauchen wir bis zur Kante des blau leuchtenden Beckens, die den Nichtschwimmer vom Schwimmerbereich trennt. Ein kurzes Zeichen, „Alles ok“. Wir steigen entlang des Beckenbodens bis auf 2,5 Meter Tiefe ab.

Atmen, mit den Flossen schlagen, Druckausgleich. Von der angeblichen Ruhe, die man unter Wasser spürt, kann ich in diesem Moment nicht reden. Erst nach ein paar kleineren Übungen legt sich meine anfängliche Aufregung und ich genieße den Tauchgang. Teodors Betlins wirft mir eine Art Torpedo zu. Wir spielen „Unterwasserball“ und derweil macht Bruno Bevilacqua Aufnahmen mit seiner Unterwasserkamera. Langsam bekomme ich ein Gefühl dafür, wie ich mich bewegen muss, um das Ding zu erwischen. Ich habe richtig Spaß an diesem kleinen Abenteuer und finde es fast schon ein bisschen schade, als wir nach einer geschätzten halben Stunde wieder auftauchen.

Am Wochenende heißt es: Probetauchen

Erfüllt von Glück und dankbar um diese großartige Erfahrung zeigen mir die beiden Taucher im Anschluss noch Bilder von einem ihrer Vereinsausflüge ans Rote Meer. Bunte Korallen, die verschiedensten Fische in allerlei Farben und sogar ein Hai sind darauf zu sehen. Ich gerate fast schon ein bisschen ins Träumen. Wer weiß, vielleicht wäre dieser Sport ja auch etwas für mich? Ein Naturtalent bin ich laut Teodors Betlins ja angeblich.

Wenn auch Sie herauszufinden möchten, ob dieser Sport etwas für Sie sein könnte oder Sie einfach nur Lust auf einen abwechslungsreichen Samstagvormittag haben, dann probieren Sie es doch an diesem Wochenende bei einem Probetauchgang mit den Paradise-Divers aus. Der Einlass erfolgt ab 8.30 Uhr. Die Vereinsmitglieder freuen sich auf Interessierte jedes Alters.

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