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Eishockey-Regel diskriminiert EU-Bürger

Kommentar Von Uli Anhofer
12.01.2019

Der Eishockey-Landesligist ESV Burgau darf in den Aufstiegsspielen zur Bayernliga nur mit zwei EU-Ausländern antreten. Warum das nicht mehr zeitgemäß ist.

Es ist ein Skandal, dass der Eishockey-Landesligist ESV Burgau in den Aufstiegsspielen zur Bayernliga nur mit zwei EU-Ausländern antreten darf. Im Jahr 2019 werden EU-Bürger vom Bayerischen Eissport-Verband diskriminiert und daran gehindert, in einem Mitgliedsland ihrem Hobby nachzugehen. Tschechien und die Slowakei sind seit 15 Jahren Mitglieder der Europäischen Union. Italien gehörte 1951 gar zu den Gründungsländern der sogenannten Montanunion, dem Vorgänger der heutigen EU.

Dass sich die Eisbären in dieser Saison so gut präsentiert und nach Abschluss der Vorrunde den ersten Platz in der Landesliga erreicht haben, daran haben die ausländischen Akteure sehr großen Anteil. Mit ihren individuellen Fähigkeiten konnten sie das eine oder andere Spiel entscheiden. Aber nicht nur die sportliche Komponente war für den Erfolg entscheidend. Das Team hat sich in den vergangenen Monaten gefunden. Die beiden Neuzugänge aus Tschechien wurden schnell integriert und fanden in der Region Arbeit. Die drei slowakischen Akteure und der italienische Spieler leben und arbeiten schon seit mehreren Jahren hier. Vier der sechs Burgauer Kontingentspieler bringen sich in der Jugendarbeit der Eisbären ein und geben ihr Wissen an den Nachwuchs weiter. Inzwischen sind Freundschaften entstanden.

Alle sechs „Burgauer Ausländer“ sind also keine Eishockey-Nomaden, die nur für kurze Zeit beim einen oder anderen Verein anheuern und dort Geld verdienen.

Dass sich die Mannschaft dazu entschlossen hat, die Regelung des BEV einzuhalten, ist nachvollziehbar. Die Akteure fürchten Sanktionen. Trotzdem wäre es mutig gewesen, dem Verband die Stirn zu bieten, gegen eine verstaubte Regelung zu verstoßen, Repressalien abzuwarten und dann anschließend juristische Schritte einzuleiten.

Der BEV dagegen sollte sich schleunigst fragen, ob seine Regeln noch zeitgemäß sind.

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Die Diskussion ist geschlossen.

11.02.2019

Sehr geehrter Herr Anhofer,

ich gebe Ihnen hier zu 100 % Recht.
Wir leben in Europa. In den meisten Sportarten wird dies, was Sie ansprechen, umgesetzt. Und nicht zum Nachteil der Sportart.
Siehe Fußball.
Diese Erklärungsnot, wir müssen den deutschen Nachwuchs eine Chance geben ist lächerlich. Seit über 40 zig Jahren bin ich im Eishockey zuhause. Seit 40 Jahren gibt es hier und da einmal einen Lichtblitz in dem Nationalteam, mehr aber auch nicht !
Wenn ein deutscher junger Spieler das Talent hat ( und das entscheiden nicht die Eltern ), wird ein höherklassiger Verein auf diesen jungen Spieler aufmerksam.Wenn nicht, dann bleibt er in der Landesliga. Punkt. Mit oder ohne EU - Spieler.
Der DEB mit seinen Unterverbänden lügt sich doch selber an. In den Landesverbänden werden Spieler eingesetzt die einen deutschen Pass besitzen aber kein Wort deutsch sprechen. Das geht dann ?
In meiner Laufbahn als aktiver junger Spieler ( 2. Liga ) haben mir die Ausländer, aufgrund des höheren Niveau, immer in der Entwicklung gut getan.
In der Praxis sieht es so aus, dass ich momentan vor dem Oberlandesgericht in Hamm ein Prozeß führe. Zum Thema EU - Bürger im deutschen Eishockey. In der ersten Instanz gab mir das Gericht recht. Der Verein hat gegen das Urteil Widerspruch eingelegt.
Wie kam es dazu ?
Ich hatte in der Vergangenheit den Herforder EV, Regionalliga West mit € 20.000, -- pro Saison unterstützt. Dies hätte ich nach mündlicher Absprache für die Saison 2017 / 2018 auch wieder getan, Voraussetzung das EU - Bürger neben den zwei Kontigentspielern eingesetzt werden. Dies wurde mir auch zugesichert. Der Herforder Verein bzw. der Vorstand ist leider unter dem gentlemen Agreement des Landesverbandes eingeknickt. In diesem Agreement, was nicht mit dem DEB und Landes- Verordnungen konform ist, mussten sich die Vereine verpflichten, keine EU - Bürger neben den beiden Kontigentspieler, einzusetzen. Was hier kein Verein zugeben würde. Aus diesem Grund habe ich die Gelder nicht gezahlt. Hier war ein junger guter slowenischer Spieler, der in Herford lebt nicht zum Einsatz gekommen ist. Dieser durfte nur Spielen wenn einer der beiden Kanadier verletzt ausfiel. Er ist aber besser als mach deutscher Spieler.
Man holt lieber schlechte kanadische Spieler wo man erhofft, dass diese einen deutschen Spielerpass bekommen. Irrwitzig !!!
Was wäre, wenn ein deutscher junger Fussballer in Slowenien nicht spielen darf,
da der Slowenische Verein / Verband dies abschottet ?
Wir haben und leben Europa, das müssen auch die letzten engstirnigen, die sich angeblich im Eishockey auskennen, verstehen !

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31.01.2019

Sehr geehrter Herr Anhofer,

ein Skandal ist allenfalls ihr Kommentar.
Wenn Sie wirklich so ahnungslos sind, sollten Sie zu Themen mit denen Sie sich nicht auskennen, besser nichts schreiben.
Dem ESV Burgau war diese Regelung bereits vor der Saison bekannt, sie beruht auf einer Vereinbahrung der Bayernligisten, die damit den eigenen Nachwuchs schützen, gleich Bedingungen für alle Vereine schaffen und ein inflationärs Wettrüsten verhindern wollen.
Wie eingebunden die Burgauer Spieler sind, zeigt sich ja auch gleich darin, das die drei nicht mehr berücksichtigten Spieler, umgehend beim ESC Dorfen (ca. 150 km entfernt von Burgau) vorgespielt haben, ein Spieler wurde auch von Dorfen verpflichtet.
Bei der Regelung der Kontingentspieler geht es eben nicht darum Ausländer auszugrenzen, sondern es geht darumgleiche Bedingungen für alle Mannschaften in einer Amateurliga zu schaffen.
Wenn Sie sich nur ein bischen im Eishockey auskennen, dann sollten Sie wissen, das es gleichartige Regelungen nicht nur bis hinauf zur DEL gibt, sondern auch in den Amateurligen anderer europäischer Länder.

Mit sportlichen Grüßen
Werner Krafczyk

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