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Ehrung

22.01.2017

Er hat sich für Jung und Alt eingesetzt

Urkunde, Medaille und eine Anstecknadel sind die äußeren Zeichen der Ehrung, die dem 75-jährigen Erich Häuser von der Stadt Ichenhausen zuteil wurde. Zur Verleihung der Silbernen Bürgermedaille an den vielfach engagierten Mann waren auch viele Freunde in das Untere Schloss gekommen.
Bild: Irmgard Lorenz

Die Stadt Ichenhausen verleiht dem früheren Unternehmer Erich Häuser die Silberne Bürgermedaille.

Stadt und Bürger verdanken ihm viel. Erich Häuser hat nicht nur in den Nachkriegsjahren dazu beigetragen, dass Menschen in Lohn und Brot kamen. Er hat sich in der Katholischen Kirchengemeinde mit Weitblick eingebracht, sich bei der Ökumenischen Sozialstation im Landkreis Günzburg für die ambulante Pflege engagiert, junge Menschen als Schülerpate in das Berufsleben begleitet, bei der Wirtschaftsvereinigung mitgearbeitet, und er legt auch mit 75 Jahren die Hände nicht in den Schoß. Dafür hat ihn die Stadt Ichenhausen mit der Silbernen Bürgermedaille geehrt.

Gekommen waren außer Erich und Wilhelmine Häuser mit den Töchtern Barbara und Carolin und deren Familien Vertreter des öffentlichen Lebens und von der Stadt in früheren Jahren mit Auszeichnungen bedachte Persönlichkeiten, aber auch Freunde und Wegbegleiter von Häuser. Das habe der 75-Jährige von der Stadt erbeten, sagte Strobel, weil er sich stets als Teil eines Teams verstehe und Erfolge nicht für sich allein reklamieren wolle.

„Diese Bescheidenheit“ ehrt ihn“, sagte der Bürgermeister in seiner Laudatio, aber jedes Team brauche auch „Menschen, die vorangehen, die die Initiative übernehmen, die anderen Mut machen“. Ein solcher sei Erich Häuser stets gewesen.

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Einer von 800 Vertriebenen 

Verantwortungsbewusstsein und Gemeinsinn habe Erich Häuser, der als fünfjähriger Bub als einer von 800 Vertriebenen mit seinen Eltern nach Ichenhausen gekommen war, aus innerem Antrieb gezeigt, sowohl im Beruf als auch in seiner freien Zeit, sagte Ichenhausens Bürgermeister Robert Strobel am Samstag bei der Feststunde im Rokokosaal des Unteren Schlosses.

36 Jahre, von 1965 bis 2001, war Erich Häuser Miteigentümer der Firma Häuser&Renner in Ichenhausen, die sein Vater Anton Häuser mit dem ebenfalls aus Abertham stammenden Julius Renner als Maschinen- und Werkzeugzulieferer für die Handschuhindustrie gegründet hatte. Später kam der Handel mit Leder dazu, mit der Transsibirischen Eisenbahn lieferte das Unternehmen weit nach Russland. Bis zu 27 Beschäftigte hatte die Firma in den 1990-er Jahren.

Zwischen 1977 bis 2000 war Häuser Pfarrgemeinderat und in der Kirchenverwaltung. Als Kirchenpfleger von St. Johannes Baptist unterstützte er voller Überzeugung und mit Durchsetzungskraft auch gegenüber der Bischöflichen Finanzkammer den Bau des Heinrich-Sinz-Hauses, den seinerzeit so Mancher für reichlich überdimensioniert hielt. Als findiger Werkzeugmacher tüftelte er eine Konstruktion für die Nachtabschaltung des Kirchengeläuts aus, mit der die katholische Kirchengemeinde 20000 D-Mark sparte und die noch heute, mehr als 30 Jahre später, funktioniert.

Bau einer Tagespflege vorangetrieben

Im Förderkreis der Ökumenischen Sozialstation im Landkreis Günzburg war Erich Häuser Vorstandsmitglied, seit 2001 ist er Vorsitzender des Aufsichtsrates. Die Modernisierung des Ernst-Ott-Seniorenzentrums in Ichenhausen hat er ebenso vorangetrieben wie den Bau einer Tagespflege für Senioren in Günzburg. Jetzt widmet er sich der Erweiterung und Modernisierung des Ernst-Ott-Seniorenzentrums, die mit mehr als zwei Millionen Euro veranschlagt ist.

Erich Häuser war zudem Schülerpate, hat bei Geschichtsprojekten an der Hans-Maier-Realschule mitgearbeitet und sich jahrzehntelang bei der Wirtschaftsvereinigung Ichenhausen eingebracht.

Dieser außerordentliche Einsatz für das Wohl der Menschen in und um Ichenhausen „geht weit über das normale Maß hinaus“ und ist alles andere als selbstverständlich, sagte Bürgermeister Strobel bei der von Schülern der Städtischen Musikschule umrahmten Feier. Häuser aber habe sein Engagement stets als Selbstverständlichkeit betrachtet.

„Die Welt für kranke Menschen ein wenig besser zu machen“, sei einer seiner Antriebe gewesen, sagte der neue Ehrenzeichenträger in seiner kurzen Dankesrede, nachdem Strobel ihn beglückwünscht, ihm die Silberne Bürgermedaille überreicht und das Ehrenabzeichen ans Revers gesteckt hatte.

Dass die Ehrung dem 75-Jährigen eine tiefe Freude ist, war zu spüren. Er wiederum dankte seiner Frau Wilhelmine, seiner Familie und vielen Freunden und Weggefährten für die Unterstützung über Jahrzehnte hinweg und erntete mit einer Reminiszenz an den Kabarettisten Dieter Hildebrandt Lachen bei den Gästen. Wie fühlt man sich nach einer Preisverleihung? „Ausgezeichnet!“

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