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Burgau

14.08.2019

Er ist seit mehr als 30 Jahren für ältere Menschen da

Manfred Zehl (links) besucht seit mehr als 30 Jahren die Senioren im Kreisaltenheim in Burgau und beschäftigt sich mit ihnen. Viele von ihnen kennt er persönlich. Hinten im Bild: Markus Knöpfle, der Leiter der Einrichtung.
Bild: Peter Wieser

Manfred Zehl besucht regelmäßig die Bewohner des Kreisaltenheims Burgau. Ehrenamtlich. Hier erzählt er, warum er das macht.

Die meisten der gut 80 Bewohner des Kreisaltenheims Burgau kennt Manfred Zehl. Umgekehrt verhält es sich genauso. Er ist einer der vier bis fünf Ehrenamtlichen, die sich regelmäßig mit den älteren Menschen beschäftigen. Einmal in der Woche, meist am Sonntagvormittag, stattet der 75-Jährige dem Seniorenheim einen Besuch ab, unterhält sich mit den dort lebenden Menschen oder unternimmt etwas mit ihnen. Ein freundliches „Griaß Di“ oder „Wie geht’s Dir denn“ auf den Lippen, ist das für den früheren Verkaufsleiter eines großen Möbelherstellers seit mehr als 30 Jahren eine Selbstverständlichkeit.

Angefangen hatte das Ganze damit, als Manfred Zehl regelmäßig seine Mutter besuchte, die seinerzeit ebenfalls im Burgauer Kreisaltenheim lebte. Dadurch hätten sich auch die Kontakte zu den anderen Bewohnern ergeben und schon damals sei er mit den Menschen spazieren gegangen. Als er an einem Sonntag einmal nicht gekommen sei, habe man ihn eine Woche später dann sofort gefragt, wo er denn gewesen sei. Als Verkaufsleiter habe er beruflich viel Verantwortung gehabt. „Es war ein Heraus und Abschalten vom Alltag. Das Helfen hat auch mir selbst immer geholfen“, erzählt Manfred Zehl. Das sei Nächstenliebe und das sei etwas sehr Wichtiges. „Die Menschen freuen sich und warten schon, bis ich komme.“

Oft dreht er mit zwei oder drei Bewohnern eine Runde durch jedes Stockwerk des Kreisaltenheims, begrüßt die Bewohner, fragt, wie es ihnen geht und wechselt einige Worte mit ihnen. „Wir reden über Gott und die Welt.“ Wenn ein Geburtstag ist oder wenn man zusammensitzt, dann wird oft miteinander gesungen. Am liebsten stimme er dabei das „Heidelberg-Lied“ an und jeder singe dann mit. Gerade die alten Lieder, die kenne man eben.

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Manchmal nimmt er einige Bewohner mit auf einen Ausflug

Zwischendurch nimmt Zehl auch einige Bewohner mit und fährt mit ihnen mit dem Auto irgendwo hin. Vor kurzen sei er mit zwei Senioren spontan nach Frauenbrunn rausgefahren. Dort habe man sich auf eine Bank gesetzt, anschließend sei er mit ihnen noch zum Silbersee und jeder habe einen Eisbecher gegessen. Wie es sich ergebe, sei das Ziel die nähere Umgebung, etwa da, wo die Senioren früher gelebt hätten.

„Es gehört schon etwas dazu, wenn sich jemand die Zeit nimmt und sich mit den Menschen befasst“, bestätigt Franz Förster, der zusammen mit seiner Frau Anna im Kreisaltenheim lebt. „Wir schätzen das Ehrenamt und das kommt ja auch den Bewohnern zugute“, betont Markus Knöpfle, der Leiter des Kreisaltenheims Burgau. Es wäre schön, wenn es noch mehr Ehrenamtliche gäbe und jeder sei willkommen. Aber es sei nicht einfach, solche Menschen zu finden.

„Ich werde das so lange machen, wie ich es kann“, versichert Manfred Zehl. „Also tschüss“ und „Bis zum nächsten Mal“, verabschiedet er sich von den Bewohnern des Altenheims, während er durch den Gang in Richtung des Ausgangs geht. „Wenn man etwas macht, dann muss man es mit Liebe machen“, fügt er hinzu.

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