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Wirtschaft

31.03.2015

Ergebnis „überraschend positiv“

Trotz anhaltend niedriger Zinsen legen die Genossenschaftsbanken eine solide Bilanz vor

Urlaub in Griechenland? Als im Gespräch dieses Stichwort fällt, huscht ein Lächeln über das Gesicht von Johann Mayr. An seinen Urlaub auf Kreta im vergangenen Jahr denkt das Vorstandsmitglied der VR-Bank Donau-Mindel gerne zurück. Viele freundliche Menschen seien ihm dort begegnet und über die Griechen seien zweifellos hierzulande so manche unwahre Klischees im Umlauf. In der griechischen Krise sieht er ein Problem der dortigen staatlichen Organisation und es sei wohl falsch gewesen, dort seinerzeit den Euro einzuführen. Aber wenn die Repräsentanten der heimischen Genossenschaftsbanken über die Griechenlandkrise sprechen, dann tun sie das durchaus auch mit einer bemerkenswerten Gelassenheit. Geschäftliche Verbindungen mit Griechenland gebe es kaum und zuhause in Mittelschwaben befindet sich die Wirtschaft nach wie vor in Hochform. So blicken die Genossenschaftsbanker zufrieden auf das abgelaufene Jahr 2014, dessen Bilanz sie jetzt vorgelegt haben. „2014 war überraschend positiv“, sagt Otto Wengenmayer, Vorsitzender des Kreisverbandes Günzburg der Volks- und Raiffeisenbanken (Genossenschaftsbanken). Dieses Ergebnis wurde erzielt, obwohl anhaltend niedrige Zinsen den Banken die Arbeit bekanntlich nicht gerade erleichtern. Zuwächse gebe es, so berichtet Wengenmayer, in relevanten Bereichen wie den Kundeneinlagen, den Krediten und auch der Bilanzsumme. Bei der Bilanzsumme liegt die Zwei-Milliarden-Marke inzwischen in Reichweite. 2014 lag die Bilanzsumme der Genossenschaftsbanken im Kreis bei rund 1,98 Milliarden Euro – das ist ein Plus von 4,1 Prozent gegenüber dem Jahr 2013. Solide sei die Eigenkapitalausstattung. Die Zahlen stellten Otto Wengenmayer, Johann Mayr, Herbert Klein (Vorstandssprecher der Thannhauser Raiba) und Gerhard Böck (Vorstandsmitglied der Thannhauser Raiba) im Rahmen eines Pressegesprächs vor.

Die Vertreter des Kreisverbandes freuen sich über das Vertrauen der Kunden, der Trend zu Direktbanken sei nicht mehr so stark. In der heimischen Bankenlandschaft gab es in den letzten Monaten bekanntlich markante Veränderungen. Dafür steht die Fusion der Raiffeisen-Volksbank Dillingen-Burgau mit der Volksbank Günzburg. Letztere hatte sich nach einem neuen Partner umgesehen, nachdem es bei der Raiffeisenbank Krumbach nicht die erforderliche Mehrheit für eine Fusion mit der Volksbank Günzburg gegeben hatte. Weitere Fusionen könnte es, so Wengenmayer, auf „mittlere Sicht“ durchaus geben. Denn es sei mit anhaltend niedrigen Zinsen zu rechnen, der Kostendruck werde sich wohl nicht vermindern. Wiederholt wurde in der Öffentlichkeit bekanntlich auch über eine Fusion der Raiffeisenbanken Krumbach und Thannhausen debattiert. Derzeit gebe es aber keine konkreten Pläne, erklären Wengenmayer und Klein.

Ein Thema bei Fusionsgesprächen ist immer wieder auch die ausufernde staatlich verordnete Bürokratie, die die einzelnen Banken als zunehmende Belastung empfinden. Auch beispielsweise die Wohnungsbaufinanzierung werde zunehmend verbürokratisiert, kritisiert Johann Mayr. Eine weitere Herausforderung sei das Onlinegeschäft, das immer intensiver werde. In der digitalisierten Welt gelte es, auf dem Stand der Technik zu bleiben. So bieten die Genossenschaftsbanken inzwischen auch eine entsprechende App für Smartphones an, berichtet Gerhard Böck. Eine weitere Reduktion von Zweigstellen sei mit Blick auf die Entwicklung im Onlinebereich ein Thema, aber die Genossenschaftsbanken wollen weiter in der Fläche präsent bleiben. Trotz weltweit turbulenter Zeiten blicken sie zuversichtlich auf die weitere Entwicklung.

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