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Kemnat

31.05.2015

Erinnerungen an frühere Zeiten

Gelegenheit zum Schauen und Diskutieren: An die 200 Mopeds waren am Samstag aufgereiht.
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Gelegenheit zum Schauen und Diskutieren: An die 200 Mopeds waren am Samstag aufgereiht.
Bild: Peter Wieser

An zwei Tagen haben die Oldtimerfreunde Kemnat-Mindeltal die Vergangenheit wieder aufleben lassen. Dabei gab es viele besondere Fahrzeuge zu sehen.

Samstagvormittag, 11 Uhr auf dem Festplatz in Kemnat: Kreidler, Hercules oder Zündapp heißen sie, aber auch weniger bekannte Namen wie Dürkopp oder Csepel tauchen zwischendurch auf. Nach und nach fahren sie ein, am Ende stehen an die 200 Mopeds in Reih und Glied nebeneinander, 40, 50 Jahre und älter. Mit einem großen Mopedtreffen haben die Oldtimerfreunde Kemnat-Mindeltal ihr 30-jähriges Bestehen gefeiert.

Siegfried Vogg aus Freihalden und Dieter Schano aus Thannhausen unterhalten sich über ihre Kreidler Florett Super 5 und die Zündapp CB 50. Beide haben sie die Mopeds aufpoliert und wieder hergerichtet. Ist es der Drang zur Nostalgie oder einfach eine Leidenschaft? Wahrscheinlich beides. „Wenn man drauf sitzt, fühlt man sich wieder jünger“ sagt Siegfried Vogg lachend, der außerdem noch zwei Isettas und einen Kabinenroller besitzt. Schon mit 16 sei er mit diesem Moped gefahren.

Mit sanftem Tuckern rollt ein grünes Gespann auf den Platz. Es ist Helmut Gruber aus Burtenbach, über 80 Jahre alt, auf einer Zündapp KS 601, Baujahr 1951. Wegen ihres Gewichts und der typisch grünen Lackierung hatte sie den Beinamen „Der Grüne Elefant“. In jungen Jahren habe er die „Kohle“ dafür nicht gehabt, Ende der 70er-Jahre habe er sie sich gekauft – als Schrott – und wieder hergerichtet. Erinnerungen an früher? Mit Sicherheit auch das. „I dät se net hergeaba“, sagt der rüstige Motorradfan und erzählt von Touren in die Berge und nach Südtirol. Vor allem möglichst viele Pässe hätten es sein müssen. „Das war unsere Rockerzeit und wir sind überall hingekommen“, meint ein weiterer Teilnehmer oder „Der eine sammelt halt Briefmarken“, wie Franz Herzog sagt, der mit sechs Mopeds auf seinem Anhänger von Aichen angefahren ist.

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Auf der gegenüberliegenden Seite haben sich inzwischen einige Traktoren aufgereiht. Lanz, Deutz und Fendt, aber auch ein Hummel und ein Hela. Dazwischen ein leuchtend roter Porsche Diesel. Daneben stehen Adolf Remmele aus Ettenbeuren und Andreas Kugler sowie Hans Mair aus Kemnat vor einem Mulag. 20 Jahre lang habe er mit dem Lkw im Schwarzwald Heizkessel ausgeliefert und sei dabei immer wieder auf die kleinen vierrädrigen Fahrzeuge gestoßen, erzählt Adolf Remmele. 2002 habe er sich dann selbst einen Mulag angeschafft und hergerichtet, 2003 sei er schon gelaufen. „Ebbes anders wia a normaler Schlepper“, sagt er und zieht schmunzelnd aus einer kleinen Schublade am Fahrzeug seinen „Mulag-Treibstoff“ in Form eines Schwarzwälder Kirschlikörs heraus.

Beim Mulag-Treffen in Bad Rippoldsau-Schapbach im Schwarzwald haben sie schon den zweiten und dritten Preis für ihre Fahrzeuge gewonnen. Klar, es sei ein Hobby das nichts bringe, aber es mache Spaß. Und vor allem: Es sind Erinnerungen an früher, an Zeiten als es nicht um Geschwindigkeit ging, sondern um Zweckmäßigkeit und darum, von A nach B zu gelangen. Einmal jedoch von dieser Leidenschaft gepackt, lässt diese einen nicht mehr los. Und das mit dem gemütlichen Drang zum Vergangenen und mit der stetigen Liebe zum Detail.

Neben Mopeds und alten Traktoren gab es am Sonntag noch weitere Oldtimerfahrzeuge zu bewundern. Außerdem gab es in der von den Oldtimerfreunden renovierten Mariengrotte eine Maiandacht sowie eine Fahrzeugsegnung. Die Oldtimerfreunde gibt es in Kemnat seit 30 Jahren, 2004 wurde der Verein „Oldtimerfreunde Kemnat–Mindeltal“ gegründet, der mittlerweile über 120 Mitglieder hat.

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