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Burgau

14.11.2018

Erster Teil des Hochwasserschutzes wird erörtert

Der Hochwasserschutz für Burgau wird konkret – zumindest beim ersten Teil.
Bild: Bernhard Weizenegger (Archiv)

In der Burgauer Kapuziner-Halle wird in anderthalb Wochen über strittige Punkte des Vorhabens gesprochen. Auch Bürger mit ihren Einwänden sind eingeladen.

Der Schutz von Burgau wird mit derzeit gut 61 Millionen Euro der teuerste Teil des Hochwasserschutzprojekts Mindeltal. Der erste Abschnitt davon ist wiederum mit 20 Millionen veranschlagt – das Rückhaltebecken in der Nähe der Autobahn. Dafür ist nun der Erörterungstermin festgesetzt: Am Montag, 26. November, kommen ab 9 Uhr in der Burgauer Kapuziner-Halle Vertreter des Landratsamts als Planfeststellungsbehörde und somit Moderator, des Wasserwirtschaftsamts (WWA) als Antragssteller und amtlicher Sachverständiger, Träger öffentlicher Belange, Gemeinden und Bürger zusammen, um über kritische Punkte zu sprechen.

Wie Maximilian Hartmann, Projektverantwortlicher beim WWA Donauwörth, im Gespräch mit unserer Zeitung sagt, seien acht Stellungnahmen von Gemeinden zum Rückhaltebecken eingegangen – alle hätten zugestimmt. Zudem gebe es 22 Stellungnahmen der Träger öffentlicher Belange, also etwa von Behörden, die teils kritisch und teils nicht kritisch seien. Hinzu kommen neun Einwendungen von privater Seite, etwa von Grundstückseigentümern. Hartmann geht davon aus, dass es ein kleinerer Termin wird.

Privatleute würden zwar sicherlich kommen, aber von den meisten Gemeinden werde wohl eher keiner kommen und wahrscheinlich zehn bis 15 Vertreter von Trägern öffentlicher Belange. Übrigens ist die Veranstaltung nicht öffentlich – es werde aber gefragt, ob die Teilnehmer einverstanden sind, dass die Öffentlichkeit zugelassen wird. Sollte jedoch bereits einer dagegen sein, bleiben die Türen geschlossen.

Amt rechnet nicht wirklich mit Klagen gegen das Becken

Das WWA habe sich bereits um einige Themen im Voraus gekümmert, um sie dann am 26. November möglichst abschließen zu können. Wie lange es an diesem Tag dauern wird, bis über alles gesprochen ist, kann Hartmann allerdings zum jetzigen Zeitpunkt nicht einschätzen. Zwar gebe es nicht viele Einwendungen, doch bereits eine kritische genüge, um damit viel Zeit zu verbringen. Er betont auch, dass das Wasserwirtschaftsamt zwar in zwei Funktionen teilnehme, eben als Antragsteller und als Sachverständiger, aber beide in der Behörde strikt voneinander getrennt seien.

Nach dem Termin entscheide dann das Landratsamt über die Einwendungen und wägt ab, ob sie gerechtfertigt sind oder nicht. Es könne auch sein, dass Auflagen für die weitere Arbeit festgesetzt werden. Dann werde der Planfeststellungsbeschluss erlassen und den Beteiligten zugestellt. Innerhalb eines Monats können dann alle diejenigen, die Einwände vorgebracht hatten, dagegen klagen, danach haben nur noch Naturschutzverbände die Möglichkeit, erläutert Hartmann. Im Gegensatz zum zweiten, weitaus komplexeren Abschnitt des Projekts geht er aber nicht davon aus, dass die Klagebereitschaft groß ist. In den vergangenen Jahren sei schließlich nicht mehr so kontrovers darüber diskutiert worden.

Dreieinhalb bis vier Jahre Bauzeit sind veranschlagt

Sobald der Planfeststellungsbeschluss rechtskräftig ist, will das WWA die Finanzmittel beantragen und die europaweite Ausschreibung der Ausführungsplanung auf den Weg bringen. Wenn alles nach Plan läuft, sollte sie Anfang 2020 fertig sein, sodass im Anschluss die Bauarbeiten beginnen können. An das rechtliche Verfahren schließt sich zwar noch das für den Grunderwerb an, aber die Stadt Burgau habe bereits sehr viele benötigte Flächen im Voraus gekauft. Wie viele noch benötigt werden, will Hartmann so nicht sagen. Dafür müsse man sich mit der Stadt abstimmen. Apropos abstimmen: Damit die dreieinhalb bis vier Jahre Bauzeit für das Becken zu schaffen sind, müsse das Amt die Arbeiten sehr frühzeitig mit der Deutschen Bahn koordinieren.

Und was die weiteren Maßnahmen angeht, so läuft nach der öffentlichen Vorstellung der verschiedenen Varianten (wir berichteten) wieder die Planung für die Ableitung des Wassers. Zuletzt sei man in Haldenwang gewesen, um dort gewisse Punkte anzusprechen. „Wir arbeiten uns Bauwerk für Bauwerk vor“, sagt Maximilian Hartmann.

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