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04.03.2009

Es fährt (fast) von alleine

Günzburg (hilg-) - Ein Rad, das von alleine fährt. Es verbraucht kein Benzin. Kostet keine Steuer. Nichts. Nur Schweiß. Wie bitte? Nein, das alles ist kein Scherz, sondern der Beitrag von drei Schülerinnen einer elften Klasse des Maria-Ward-Gymnasiums in Günzburg zu "Jugend forscht". Die drei haben ein Fahrrad gebaut, das die Energie der Muskelkraft in einem Akku speichert und einen zugeschalteten Motor bewegt, der beim Treten hilft. Nach etwas Strampeln kann der Radler so die sonnige Seite des Fahrens auskosten: Radfahren ohne Mühe. Umweltfreundlich ist der Muskel-Akku obendrein.

"Wir wollten auch fahrradfaule Menschen wieder motivieren, auf's Rad zu steigen", erläutert Anna Seidel (17) die Idee der drei Schülerinnen. Zusammen mit ihren Klassenkameradinnen Elena Neubauer (17) und Sarah Reichelt (18) hat sie das Vorhaben im vorigen Frühjahr ihrem Lehrer, Dr. Josef Lipp, vorgetragen. Dieser war gleich begeistert. Schließlich hat der Pädagoge und promovierte Naturwissenschaftler schon seit Jahren ähnliche Projekte mit seinen Schülern ausgetüftelt. Das Ziel, die Teilnahme bei " Jugend forscht", war rasch anvisiert.

Vor der Praxis kommt die Theorie: Skizzen und Rechnen

Nun ging es ins Eingemachte. Konstruktionspläne, Schaltskizzen und Basteleien mit Metall und Elektrik bestimmten einen großen Teil der Freizeit der angehenden Kollegstufen-Schülerinnen. "Wir haben aber auch Unterstützung bekommen", erläutert Elena die engagierte und praktische Hilfe der Günzburger Firma Munk beim Bau des Metallträgers für den Motor auf dem Sattel. Zudem mussten Anna, Elena und Sarah auch immer wieder am Schreibtisch die Theorie optimieren. Ohne die richtige physikalisch-technische Vorarbeitet gibt es nun mal kein Fahrvergnügen.

Es fährt (fast) von alleine

Forscherinnen sind überzeugt vom Markt für das Öko-Rad

Dann die richtige Praxis. Es ist viel gestrampelt worden, um das Projekt "Jugend forscht"-tauglich zu kriegen. Viel gefeilt, viel gemessen und geschraubt. Und schließlich: Das Rad funktionierte.

Ein wenig wacklig kommt Sarah mit dem Rad daher gerollt, nachdem sie den Schalter auf "On" geschaltet hatte: Vom selber Treten zum gefahren werden. "Es ist ein recht schwacher Motor, mit mehr Geld könnten wir sogar ein PS-starkes Rad für den amerikanischen Markt konstruieren", sagt Elena lachend. Die Mädchen sind überzeugt, dass sogar ein wirtschaftlicher Markt bestehe. Für ältere Menschen etwa könne das Rad eine Entlastung der Beine darstellen. Oder eben für die etwas Fauleren unter den Schülern.

Wie die Aussichten für das Öko-Rad sind beim Regional-Finale in Augsburg, das wissen die jungen Wissenschaftlerinnen noch nicht. Sie geben sich bescheiden. "Mal sehen", meint Sarah. Die fröhliche blonde Schülerin interessiert auch die Arbeit der Konkurrenz. Als Gewinner sehen sich die drei jedenfalls jetzt schon: Denn immerhin rollt das Rad - und spart zudem Bares und Kraft.

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